Segeln nach südgeorgien
  
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Jumping Ships!

Ankunft in Südgeorgien

Ich springe von einem Bein auf´s andere. Zapple und wirble die freie Hand durch die Nachtluft, während die zweite Hand in automatischen, kleinen Bewegungen am Steuerrad den Kurs korrigiert. Versuche, etwas Blut in die tauben Zehen und Finger zu pumpen. Es ist kalt geworden. Richtig kalt.
Gestern haben wir die antarktische Front - die subantarktische Konvergenzzone durchsegelt. Wir sind also in jenem Gebiet, in dem der antarktische Ozean über seine imaginären Grenzen greift, unbeeindruckt sein kaltes Wasser in den Norden schickt. Wo sich die Luft anfühlt, als schwebe sie über einer unendlich großen, weit geöffneten Gefriertruhe. Wo die Tiefdrucksysteme der Drake Passage auslaufen, die wärmeren Luftschichten des Nordens wütend mit kalter Antarktisluft streiten. Wo die Segler Ausschau halten müssen. Wo nachts und im Nebel die Radargeräte auf Hochtouren laufen, um ja keine treibende Eisstücke aus der Antarktis zu übersehen.


Nicht, dass wir bereits die Antarktis erreicht haben. Wir segeln bloß auf 53 Grad Süd. Ein Seegebiet, welches dennoch jeden Segler in Ehrfurcht die Stimme etwas senken lässt. Den schreienden Fünfziger. Ein Gewässer das uns, auch wenn es gerade nicht erzürnt ist, mit seinen fünf Meter Wellen anschiebt und in seinem hebenden, fallenden, stoßenden und schiebenden Bewegungen in der ewigen Waschküche des Südmeers vorwärts schiebt. Nicht, dass wir bereits den antarktischen Ozean erreicht haben. Nein, viel mehr hat der antarktische Ozean uns erreicht!


Ungewöhnlich fühlt sich die Yacht unter mir an. Zur großen Ausnahme sind wir nicht mit unserer LA BELLE EPOQUE unterwegs. Sie liegt sicher verholt und mit abgedeckten und verzurrten Segel knappe achthundert Seemeilen hinter uns. In einem kleinen, privaten Hafen auf den Falkland Inseln. Wir sind unterwegs auf der SANTA MARIA AUSTRALIS.


Ein Zufall hat uns diese Reise beschert. Der Zufall, dass wir gerade am öffentlichen Steg von Stanley Hafen lagen, als die größere, im Charter laufende Yacht sich zwischen uns und den Steg verzurrte. SMA war gerade von Uruguay kommend eingelaufen, um in wenigen Tagen hier ihre Gäste aufzunehmen und ihre Reise fortzusetzen. Doch war die SMA in leichter Bedrängnis: Schmutz im Diesel plagte ihre Motoren und die Seekrankheit hatte einen Teil ihre Crew gebeutelt und zur Aufgabe getrieben. Und so kam eines zum anderen. Zuerst half Jürgen, die Maschine wieder zum Leben zu erwecken. Oder besser gesagt das Leben aus dem Diesel zu vertreiben. Dann kam das Angebot, die Frage. Und noch während wir im Kopf unsere eigene Reise um die Falkland Inseln planten, war plötzlich alles anders. Und noch während das Flugzeug mit den Chartergästen - einer sechsköpfigen Filmcrew aus England - für die kommenden sechs Wochen eintrifft, verzurrten wir LA BELLE EPOQUE im kleinen Hafen von Karl und schleppten unsere wärmsten Segelklamotten an Bord der SMA. Zwei Kastenwagen gefüllt mit Kamerataschen und Equipment werden in der Zwischenzeit an Bord der SMA geladen.


Und so stehe ich nun in der Kälte hinterm Steuerrad. Wo das Sprayhood den Großteil des eisigen Windes von mir fernhält und dennoch mit dem Komfort unseres Steuerhauses nicht mithalten kann. Beobachte die Yacht, wie sie unter gerefften Segel durch die Finsternis zieht und nur hin und wieder eine Korrektur von mir am Rad verlangt. Wir steuern von Hand, der elektrische Autopilot arbeitet zu geräuschvoll, um der erschöpften Freiwache einige Stunden Schlaf zu ermöglichen. Mit herumliegenden Hauben und Handschuhen habe ich die Anzeigen der unzähligen elektronischen Geräte abgedeckt. Will nicht von ihrem Schein geblendet werden, von ihrem Licht jeder Nachtsicht beraubt zu werden. Ich bin es gewöhnt, den Wind nicht auf meiner Haut spüren zu müssen, um zu wissen, aus welcher Richtung er bläst und in welcher Stärke er faucht. Ich mag es nicht, ständig Anzeigen und Zahlen vor Augen zu habe. Mag nicht, von den Zahlen der Windanzeige zur Unruhe, den Zahlen der Uhr zur Ungeduld getrieben zu werden. SMA flüstert mir mit ihren Bewegungen, ihren Bedürfnissen die Windrichtung und Windstärke ins Ohr, der aufgegangene Mond, der zwischen den einzelnen Wolken leuchtet, zeigt mir den Kurs.


Meine Wache dauert nur zwei Stunden. Als vierköpfige Crew an Bord sind wir zahlreich genug, um ungewöhnlich kurze Wachen, unterbrochen von längeren Schlafstunden, fahren zu können. Bald schon werde ich mich unter der von Jürgens Körper gewärmten Bettdecke vor der beißenden Kälte verstecken können, während er die Arbeit auf Deck übernimmt. Allerdings wird es dauern, bis sich das Blut in meinen tiefgekühlten Zehen wieder erwärmen wird.


Heute Nacht bin ich besonders froh, das Ruder abgeben zu können. Denn heute Nacht fühle ich mich nicht unbedingt wie ein vollblütiger, erfahrener Segler. Sondern viel mehr wie ein tollpatschiger Segelanfänger, der nicht recht mit den Segeln umzugehen weiß. Ich ärgere mich darüber, beim letzten Reffmanöver die Lattentasche vom Großsegel gerissen zu haben. Nicht gewöhnt, mit Lasyjacks arbeiten zu müssen, haben sich die druchgelatteten Segel heillos in den vielen Leinen verheddert und schon war das Maleuhr passiert - die Latte aus ihrer Tasche gerissen. Erst später, wenn Jürgen und ich gemeinsam einen Nachmittag vor Anker mit dem Aufnähen einer neuen Lattentasche verbringen werden, werde ich sehen, dass der Stoff der alten Lattentasche schon marode und brüchig war und meinem missglückten Manöver unmöglich standhalten konnte. Die neue Lattentasche wird der alten nicht nachstehen müssen.


Am Morgen herrscht fröhliche Stimmung im Cockpit. Gleißendes Sonnenlicht fällt durch die Luken, die Bewegungen der Yacht sind ruhiger geworden. Ich zwänge mich in mehrere Lagen Kleidung und schnappe mir eine Tasse Frühstückstee am Weg ins Cockpit. Backbord voraus heben sich schneeverhangene Granitgipfel aus dem sattblauen Wasser. Bauschige weiße Wolken hängen über den Bergen, breite Gletscherzungen greifen mit eisigen Fingern bis ins Meer. Südgeorgien voraus!

Südgeorgien


Stunden später biegen wir in den Cumberland Sund ein, lassen schließlich King Edward Point mit seiner Station hinter uns und gehen am Besuchersteg vor der alten, halb verfallenen Walfangstation längsseits. Eine große Yacht liegt bereits am Steg, ihre Crew übernimmt unsere Trossen. Paula, die Einreisebeamte dieser unbewohnten und doch streng unter britischer Hand geführten subantarktischen Insel wartet bereits. An Bord stempelt sie unsere Pässe und gibt uns Einweisung: Verhaltensregeln bezüglich der Tierwelt, Genehmigungen für Buchten, die von uns angelaufen werden dürfen, Regeln über Kommunikation und Schiffsreport. Dann ist an Bord alles erledigt und die Filmcrew beginnt, Taschen und Koffer mit Unmengen an Ausrüstung an Deck zu schleppen, um ihre ersten Aufnahmen machen zu können.


Jürgen und ich wandern verwundert über den felsigen Strand. Wir fühlen uns, als wären wir auf einem fremden Planeten angekommen. Tonnenschwäre Seeelefanten liegen faul auf alten Betonfundamenten, betrachten uns aus wunderschönen, schwarzen Knopfaugen und könnten nicht unbeeindruckter von unserem Erscheinen sein. Zwei Pelzrobben spielen am Ufer, lassen sich von den alten Harpunenköpfen, die am Ufer vor sich hinrosten, nicht stören. Reihen aus rostigen Tanks prägen das Bild der alten Walfangstation. Sollte der Wind zunehmen, müssen wir Abstand von den Tanks halten. Denn die Tanks fallen langsam auseinander und stehen nicht mehr sicher. Der letzte Sturm hat eine ganze Reihe Tanks von ihren Fundamenten gerissen. Langsam aber doch holt sich die Natur ihre Wildheit zurück, überwuchert die Wunden, die wir Menschen aufgerissen haben und macht die Überreste des menschlichen Treibens dem Erdboden gleich. Zurück bleiben nur rostige Trümmer, langsam zerfallende Gerippe von längst vergessenen Opfern der Industrialisierung. Um die 1.8 Millionen Wale rund um die Antarktis mussten ihr Leben für Lampen- und Schmieröl, billiges Lebensmittelfett für Suppenwürfel und andere Produkte, Parfumöl, Material für Korsett, Tierfutter und wer weiß sonst noch was geben. Hunderttausende Tiere sind alleine hier in Südgeorgien dem menschlichen Handeln zum Opfer gefallen. Grytviken war die erste einer ganzen Reihe an Walfangstationen auf dieser wunderlichen, subantarktischen Insel. Wir wandern über die Gedenkstätte einer ganzen Stadt aus Schlachthäusern. Eines stummen Holocausts der wilden Tierwelt.

Walfangstation in Grytviken


Eine Gruppe Königspinguine kreuzt unseren Weg. Auch sie verhalten sich ruhig, posaunen nicht in der Gegend herum, blicken nur hin und wieder scheinbar wehmütig über die ruhige Bucht. Sie bleiben vor den am Strand gelaufenen Wracks stehen und betrachten uns neugierig. Sie waren nur zufällige Opfer, nicht industriell interessant und so auch nicht bis zur beinahe Ausrottung gejagt. Wir werden noch hunderttausende von ihnen beobachten und sehen. Anders mit den Walen. Sie werden während unseres Besuchs auf dieser Insel kaum vor unseren Augen auftauchen. Und selbst im Hochsommer, wenn die Wale aus ihren Kinderstuben im Norden zurückkommen sollten, sichten die Wissenschaftler und Stationsbetreiber nur einzelne Tiere. Erstaunt erfahren wir, wie einst die Walfänger für zwei ganze Jahre der Produktion nicht einmal den Cuberland Sund für ihren reichen Fang verlassen mussten, obwohl sie hunderte Tiere im Jahr zu Öl verarbeiteten. So reich war das Leben in diesem Teil der Welt.


Tod ist das Gewässer um Südgeorgien dennoch nicht. Abends werden wir an Bord des gerade eingelaufenen Schiffes der Fischereiaufsicht geladen. Ein Crewmitglied hat Geburtstag, nach einer Führung vom Kapitän durchs Schiff feiern wir bis in die Nacht Party im Laderaum. Wir erfahren, dass die Fischgründe rund um Südgeorgien zu den ergiebigsten Fanggebieten der Welt zählen. Patagonischer Toothfish, Mackerel Icefish und Antarctic Kingcrab gehören zur heißbegehrten und topbezahlten Beute. Seit einigen Jahren wird allerdings auch Krill gefischt, um daraus billige Nahrung für Menschen und domestizierte Tiere zu produzieren. Eine Entwicklung, die durchaus als kritisch betrachtet werden kann, ist doch Krill die Grundlage von unglaublich viel Leben im Meer. Man kann nur hoffen, dass die Bemühungen der Regulierung, die Streitereien um Quoten und die Präsents der Fischereiaufsicht einer schamlosen Ausbeutung entgegenwirken können.

die alte Walfängerkirche von Grytviken

Die alte Walfängerkirche von Grvtviken


Schon am nächsten Tag sind die Filmarbeiten in der alten, verfallenen Walfangstation beendet und es wird Zeit, zum eigentlichen Ziel unserer Reise weiterzuziehen: St. Andrews Bucht. Eine weitläufige Bucht, die nicht nur spektakulär vor drei Gletscherzungen liegt und von steilen Bergrücken eingesäumt ist. Eine Bucht, die besonders mit dem Leben, das sie beheimatet, lockt.


Jahr für Jahr brütet hier die weltgrößte Kolonie an Königspinguinen. Über vierhunderttausend dieser flugunfähigen, antarktischen Vögel sammeln sich rund um die Gletscherlagunen. Die weiten, dunklen Sandstrände der Bucht werden von hunderten Seeelefanten heimgesucht, auch sie kommen hierher, um ihre Jungtiere zu gebären und auf ihr Leben vorzubereiten. Und wo immer Leben gedeiht, wird mehr Leben angezogen. Pelzrobben bevölkern die Steine und Hügeln am Rande der Sandstrände, Leopardenrobben warten geduldig im Wasser vor den Pinguinkolonien. Riesige Sturmvögel picken verletzte oder weniger fitte Jungtiere aus den übervölkerten Kinderstuben, Skuas fliegen Kontrollflüge über die anwesenden Köpfe und einzelne Möwen beobachten das Geschähen von erhöhten Felsen aus.

Pinguinkolonie in St. Andrews Bucht


Wir verbringen Wochen in dieser unglaublichen Bucht des Lebens. Eine gewisse Bordroutine etabliert sich auf der ankernden Yacht. Kurz vor Sonnenaufgang um drei Uhr morgends bringen wir einen Teil der Filmcrew an Land. Es ist ihnen nicht gestattet, in der Expeditionshütte an Land zu übernachten, da es hierfür spezielle im Voraus beantragte Formulare und Bezahlung benötigt. Gegen sechs Uhr mogends servieren wir das Frühstück für die restlichen Anwesenden an Bord. Dann werden auch sie an Land gebracht. Crew und Eigner alleine, stürzen wir uns in die nötigen Arbeiten an Bord: Putzen, Lüften, Zusammenräumen. Abwaschen, Brotbacken, Frischlebensmittel durchkontrollieren, Vorbereitungen in der Küche erledigen. Deckwaschen, Wartungs- und Reparaturarbeiten. Ein kleines Lunch kochen.


Die Nachmittage verbringen wir gerne mal an Land. Es ist phantastisch, wie sich unterschiedliche Charaktere selbst in der überbevölkerten Kolonie voneinander abheben. Wir beobachten schüchterne Annäherungen, neugierige Musterungen. Aufgeweckte, lustige Pinguine voller Lebensfreude und schüchterne, verschreckte Gesellen die sich lieber in der Gruppe verstecken. Wir werden von Pinguinen belagert, von Pelzrobben verjagt, werden von Seeelefanten beäugt und von Seeschwalben attackiert. Wir wandern über Land, das sowohl Lebensgrippe wie auch Todesfeld ist. Überall liegen Teile von toten Tieren herum: Knochen, Pinguinfüße, Flügel, Pelzreste. Das Leben hier kommt und geht, wir beobachten die Geburt eines Seeelefanten, den Todeskampf eines verletzten Pinguins, der bei lebendigem Leibe von großen Sturmvögel zerfetzt wird. Die Natur ist reich, freudig, herrlich und gleichzeitig gnadenlos, brutal, wild. Die Natur ist verwundbar, zart, fragil und gleichzeitig übermächtig, unbezwinglich, hart.

Kaum auf einen anderen Platz konnten wir bisher diese enge Erfahrung, diese unbegreifliche Beobachtung von ungezähmtem Leben erleben. Die Bucht ist gefüllt mit dem Lärm des Lebens: Junge Pinguine piepen schrill nach ihren Eltern, erwachsene Tiere trompeten und posaunen. Seeelefanten grunzen, furtzen, brüllen. Bellend und knurrend warnen uns die Pelzrobben vorm Näherkommen. Hysterisch kreischen die Vögel über unseren Köpfen. Die Bucht ist gefüllt mit dem Gestank von überschwänglichen Leben.

Seeelefant


Eindrücke, die sich kaum verarbeiten lassen, die viele Stunden später noch durch den Kopf fließen und in Erstauen setzen.


Zwischendurch flüchten wir zur Ruhe der Eiszungen. Besteigen die abschmelzenden Gletscher und halten den Blick über den Horizont auf das tiefblaue Meer. Rostrote Moränen aus stark eisenhaltigen Gestein hat der zurückweichende Gletscher hinterlassen. Schlängelnd ziehen sich die Bäche aus Schmelzwasser bis zum Meer. In unbeschreiblicher Schnelle ziehen die Wetterkapriolen über uns hinweg: Strahlender Sonnenschein wird von Schneewolken abgelöst, flauer, warmer Wind von beißend kalten Böen. Trockenes Frühlingswetter weicht heftigen Schneeschauern.


Dann wandern wir zurück zum Beiboot, fahren zur ankernden SANTA MARIA AUSTRALIS. Immerfort rollt sie in der Dünung der großen Bucht, auf ihrem Deck klopfen weiße Sheathbill-Vögel herum und neugierige Pinguine schwimmen um ihren Rumpf.


Nach einem Kaffee ist es Zeit, das Abendessen für die Gruppe zu kochen. Eine kleine Herausforderung, haben wir doch sowohl Fleischesser, wie Vegetarier, Glutenallergiker und Laktoseunverträgliche unter den Gästen. Nach Sonnenuntergang holen Wolf und Jürgen die Fotografen und Filmer vom Strand ab. Kisten und Säcke voller Ausrüstung wird hin und her geschleppt, teure Elektronik für den Abend an Bord verstaut. Der Generator wird gestartet um die Batterien der Kameras zu laden. Dann gemütliche Ruhe: Alle sind ausgepowerd und von den Arbeiten und Eindrücken erschlagen, das heiße Essen wird dankbar angenommen, der frische Wein mit Andacht geschlürft. Kurz nach dem Abendmahl verschwindet alles in den Kojen. Morgen wartet der nächste anstrengende Arbeitstag auf die Filmcrew.


Dann eine kleine, feine Abwechslung zum Leben auf der Expeditionsyacht. Ein kleines Kreuzfahrtschiff ankert in der Bucht. Die Crew der NATIONAL GEOGRAPHIC EXPLORER lässt uns wissen: Wir sind für den Abend herzlich an Bord eingeladen: Duschen, Sauna, Dinner und Barbesuch stehen für uns bereit. An Bord der NATIONAL GEOGRAPHIC freut man sich, nicht jeden Tag trifft man auf die Filmcrew des BBC. Wir freuen uns, nicht jeden Tag kann man Sauna, mehrgängiges Dinner und Barbesuch in der Einsamkeit einer weltvergessenen, subantarktischen Insel erleben. Bald schon fühlen wir uns wie neue Menschen.


Viel zu schnell vergeht die Zeit auf Südgeorgien. Gerne wären wir noch viele andere Buchten angelaufen, Monate hätten wir entlang dieser Insel verbringen können, ohne Langeweile zu finden. Doch wir sind als Crew und nicht als unabhängige Cruiser hier und die Zeit ist abgelaufen. Die Filmcrew hat ihre Aufnahmen gemacht und die Flüge für ihre Heimreise werden nicht auf uns warten. Nach einem kurzen Besuch in Grytviken zum Ausklarieren und Wasserbunkern liegt der wildeste aller Ozeane erneut vor uns. Aber diesmal steht er praktisch gegen uns. Achthundert Seemeilen gegen die vorherrschenden Winde im Südmeer zurück zu den Falkland Inseln müssen bewältigt werden. In Grytviken verabschieden wir uns zum letzten Mal von Kiki und Thies: Die WANDERER III, die wir zum ersten Mal auf den Falkland Inseln getroffen haben, wird noch einige Zeit hier verbringen. Wir ziehen den Hut vor diesem grandiosen Segelpaar und hoffen, irgendwann, irgendwo auf dieser Welt noch einmal die Gelegenheit zu bekommen, einige Buchten mit ihnen Teilen zu können.


Die "Heimfahrt" an Bord der SANTA MARIA AUSTRALIS wird bedeutend unbedeutend. Obwohl wir per Termin ablegen, spielt uns das Wetter keinen Streich. Ganz im Gegenteil, die Rückfahrt gegen den südlichen Ozean wird nach einem einzigen Tag Starkwind ein Zuckerlecken: Halbwinde bis maximal 30 Knoten, zwischendurch Flaute und bald schon sehr ruhige See. Sturmvögel und Albatrosse die über den Wellen ums Boot spielen, Pinguine und Robben schießen durchs Wasser. Und siehe da, endlich auch einige Wale. SANTA MARIA AUSTRALIS ist eben ein glückliches Schifferl.

Filmcrew an Bord


Dann sind wir zurück in Port Stanley, ein letztes Essen mit unseren neuen Freunden aus Deutschland und aus Bristol, gefolgt von einem gemütlichen Nachmittag auf der ungewohnt menschenleeren SMA. LA BELLE EPOQUE hat ihre einsame Zeit gut überstanden, nur die Flaggen hängen etwas traurig in Fetzen. Über siebzig Knoten Wind musste unsere gutmütige Stahllady alleine im Hafen durchstehen, werden wir später erfahren. Wir hatten eine schöne Zeit an Bord der SMA, doch es ist gut, wieder am eigenen Boot zuhause zu sein.


Dann stecken wir in den letzten Vorbereitungen unserer eigenen Weiterreise. Morgen schon wollen wir den gemeldeten Südwind nützen, um doch noch die Westküste der Falkland Inseln zu bereisen, bevor wir in wenigen Wochen den Bug in den Süden drehen.

Fortuna Gletscher, Südgeorgien

Fortuna Gletscher, Südgeorgien

Cumberland Sund

Cumberland Sund

Grytviken

Wir erreichen Grytviken

Ein paar Pinguine vor alten Walfangschiffen

...wo wir unsere erste kleine Gruppe an Königspinguinen entdecken

Walfang-Wracks

Die Wracks der Walfänger

Pinguine

Pinguine wandern zwsichen den Ruinen der Walfangstation umher.

Seeelefant

Ein Seeelefant liegt vorm Anleger und genießt die wenigen Stunden Sonnenwetter

Industrielle Walschlachtung

Walschlachtung auf industriellen Level: Die Generatoren der ehemalligen Walfangstationen rosten heute vor sich hin.

St. Andrews Bay

Wir erreichen St. Andrews Bay

Pinguinkolonie

Den Pinguinen ist es zu heiß: sie kühlen sich, indem sie an den Flüssen der Gletscherzungen stehen.

Seeelefant

Die jüngeren Seeelefanten beobachten die Weibchen nur von der Weite...

neugeboren

...während die Weibchen mit der Geburt und Aufzucht ihrer Jungen zu tun haben.

Pinguin mit Jungtier

Auch die Pinguine haben mit ihren hungrigen Jungen allerhand zu tun.

Seeleopard

Am Srand wartet ein Seeleopard auf ein neues Opfer aus der Kolonie.

Pelzrobbe

Junge Pelzrobben erinnern uns an junge Hunde: sie kommen gelaufen, wollen spielen oder knurren uns unsicher an.

Großer Sturmvogel

Große Sturmvögel warten auf eine Gelegenheit nach einfacher Beute.

Wanderung auf eine Gletscherzunge

Zwischendurch lassen wir die überbevölkerte Bucht hinter uns und wandern auf eine Gletscherzunge.

Südgeorgien

 

 

 

 

 

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