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Trickkiste

 

Ja, ja, ich gebs zu: die Idee zu dieser Seite hab ich mir abgeschaut... denn die Skippertipps in Zeitschiften hab ich ja immer ganz lustig gefunden. Doch halt, vielleicht kann man ja unsere Trickkiste nicht ganz in den selben Topf werfen, denn immerhin sind manche unserer Erfahrungen und Tipps nicht wirklich für Segler auf Urlaubstörn zu gebrauchen. Wer wird schon seinen Dingiaußenborder wegen einem Zweiwochentörn nach Dänemark bemalen oder multifunktionale Kojenbretter bauen. Auch geb ich gleich vorweg zu, dass nicht alle Tipps und Tricks von uns selbst erfunden sind, sonder wir hier viel mehr Tipps von Langfahrtenseglern, Bootsbauern und Liveabords aufschreiben, die uns oder uneren Freunden an Bord sehr nützlich geworden sind.

 

Der ultimative Schamfielschutz

Im unruhigen Hafen, oder wenn die Yacht einmal alleine gelassen werden soll, verlängert ordentlicher Schamfilschutz nicht nur die Lebensdauer der Trossen, sondern gibt auch die Sicherheit, dass die Yacht nicht auf Trift geht, weil die Trossen durchgescheuert wurden. Und obwohl fast jeder Yachtbesitzer früher oder später mit diesem Thema zu tun hat, gibts dafür immer noch keine brauchbaren Lösungen. Die meisten Yachtis verwenden einfach aufgeschnittene Schleuche, die über die Trossen gezogen werden. Doch diese Variante macht ständig Probleme: der Schlauch springt auf und die Trosse scheuert erst recht, oder er rutscht aus der Klüse; der Schlauch wird so steif, dass die Trosse an den Enden des Schlauchstücks schamfilt. Wirklich zufrieden waren wir mit der Lösung "Aufgeschnittenes Schlauchstück" eigentlich nie. Für die Überwinterung im Hohen Norden allerdings suchten wir eine dauerhafte Lösung und sind mit unseren selbst gebauten Schamfilschutz mehr als zufrieden.

Und so funktionierts: ein Stück rutschenden Stoff (altes Segeltuch) wird an einem Ende ein flexibles Gummistück (in unserem Fall handelt es sich um alte Siebstücke einer Kieswaschanlage, doch hier kann man kreativ sein: alte Fußmatten oder Unterleger, schwere Lederstücke ...) angenäht. Dabei muss darauf geachtet werden, dass das Segeltuch größer als das Gummistück ist, so kann die Trosse auch an den Enden des Gummis keinen Schaden nehmen. Auf dem Gummistück wiederum kommen zwei (oder mehrere) Zurrbänder. Im Einsatz wird nun das Segeltuch um die Trosse gewickelt, sie verhindert ein Scheuern zwischen Trosse und Gummi, dann den Gummi überwickeln und zubinden. Die Zurrbänder lange genug dimesionieren, so läst sich der Schamfilschutz auch an der gewünschten Klüse fixieren.

 

Leinensäcke

Danke für den Tipp an David und Bella www.sturmaufsee.at


Welcher Segler kennt nicht den Kampf mit Leinen die falschen Moment Knoten bilden, sei es der Festmacher, die Ankerleine oder die Landleine. Wir helfen uns mit einem einfachen Trick. Unsere Leinen werden anstatt Schulbuchmäßig aufgeschossen zu werden einfach in einen selbstgenähten Sack aus altem Tuch aufbewahrt. Das eine Ende liegt am Boden das zweite Ende griffbereit mit bereits eingeschäkelter Kette oder mit Schlaufe um es besser in der Eile finden zu können. Dann zieht man einfach an der Leine und sie gleitet ohne Probleme heraus. Damit das funktioniert muss beim davorliegenden Verstauen einfach die Leine Stück für Stück in den Sack gelassen werden.

Abgebildet ist hier unsere Landleine zu sehen die um das Festmachen auch an scharfen Steinen oder Pollern scheuerfrei zu gestalten gleich mit einem Ring aus 8mm Kette und Niro-Karabiner ausgestattet ist. Diese Aufbewahrungsart erlaubt es zusätzlich die Leinen einfach in die Ecke der Backskiste zu zwängen wo nichts anderes mehr hinpassen würde und hilft uns damit auch noch Platz zu sparen.

 

Dusche für unterwegs

noch ein Tipp von David und Bella


Dusche gibt's leider bei uns keine an Bord, eine sichere Badeplattform leider auch nicht, darum war unterwegs immer die Kübeldusche im Cockpit angesagt. Bei Rauschefahrt unter Segeln und Wellengang kann das schon ein mühsamer und waghalsiger Job sein Kübel für Kübel zu holen. In unsrer Pantry gibt's eine Salzwasserpumpe die wir mit Hilfe des oben gezeigten Schlauchs zu unserer Cockpitdusche umfunktioniert haben. Der Schlauch wir einfach mit einer Schlauchklemme an den Salzwasserhahn angeschlossen. Der Sprühkopf ist von einer Solardusche geliehen. Der Schlauch ist lang genug um bis ins Cockpit zu reichen. Einer steht in der Pantry und pumpt während sich der Andere im Cockpit auch noch bei unangenehmen Seegang verkeilen kann und dabei seine kalte Salzwasserdusche genießen kann.

 

Deckennetze

von David und Bella, unterwegs auf Langfahrt


Auf unseren 32 Fuss muss jeder Stauraum genutzt werden. Wir Segler haben viele sehr leichte Gegenstände dabei die nur Volumen verbrauchen. Wir haben in unserer Bugkoje die Decke zum Stauraum gemacht. Einfach ein Netz mit einem am Rand eingezogenen Gummiband an allen vier Ecken an der Decke festgeschraubt. Wenn kein zweischaliger Deckenaufbau vorhanden ist muss man die Spannweite einfach erhöhen und das ganzen an Wänden befestigen. Unser Obst wird in ähnlicher Art und Weise gelagert. Unsere Obsthängematten helfen das Obst auch bei wildem Seegang unbeschadet und luftig zu transportieren. Man hat immer einen Blick auf alles und kann schlecht werdendes Obst recht rasch entdecken und entsorgen.

 

So hält die WC-Pumpe länger...

Ob´s wirklich an diesem Tipp liegt oder nicht, wir hatten noch nie Schwierigkeiten mit unserem Bord-WC, die Handpumpe eines Billigmodels an Bord IRISH MIST hat uns über drei Jahren täglichen Einsatz nicht einmal im Stich gelassen und auch nach zwei Jahren Leben an Bord LA BELLE EPOQUES mit einer Japsco Handpumpe sind wir voll und ganz zufrieden (Klopapier muss unsere Pumpe auch verkraften, denn wer will schon mit einer Sammlung an benützten Klopapier zuhause leben?!?):

Wie es an Bord vieler kanadischen Fahrtenyachten üblich ist, leeren auch wir nie das übrig gebliebene Essig-Öl Gemisch vom Mittagssalat in den Abguss, es muss stehts durch die Pumptoilette. Während das Pflanzenöl die Gummis pflegt, soll der Essig Ablagerungen in Pumpe und Schläuche reinigen, ohne dabei auch nur im geringsten unsere Meere zu verschmutzen.

 

Obst und Gemüse

Nach dem Einkauf beginnt an Bord von LA BELLE EPOQUE immer geschäftiges Treiben, nicht nur will alles erworbene ordentlich verpackt und verstaut werden, auch das Obst und Gemüse verlangt ein wenig Aufmerksamkeit:

Um diese frischen Lebensmittel von Schmutz, Käfer und Schimmelpiltzsporen zu befreien, waschen wir jedes einzelne Stück (auch Schalenobst wie Orangen und Bananen) in einer Schüssel mit Essigwasser. In tropischen Gewässern am Besten noch am Steg, damit auch sicherlich keine Kakerlaken an Bord geschleppt werden. Ordentlich abgetrocknet werden die Früchte dann im Netz aufbewart und laufend kontroliert und können nach Gusto von der Crew gleich aus dem Netz geholt verspeißt werden, ohne die Wassertankreserven zu vergeuden.

Einige Segler verwenden anstelle von Essig auch leichte Chlorlösungen.

Bild von www.sturmaufsee.at

Kein Klirren mehr im Weinlager

An Bord vieler Yachten ist es üblich, Wein- und Schnapsflaschen in der Bilge aufzubewahren. Das ist zwar meist ein guter Platz für alkoholische Getränke, doch können mehrere Flaschen zu einer unangenehmen Geräuschkulisse im Boot führen. Die bekannte Langfahrtenseglerin Lin Pardey gibt deshalb den Tipp, Flaschen vor dem Stauen zuerst in alte (gewaschene;-) Socken zu stecken. Dicht aneinander gestaut halten Flaschen so ohne Probleme die Schiffsbewegungen durch. Und als kleinen Pluspunkt ärgert man sich so nicht mehr wegen eines im Waschsalon verlorenen Sockens! Und da wir ein Fläschchen guten Wein am Ankerplatz gerne genießen, haben wir an Bord La Belle Epoques ein Weinregal gebaut.

 

Bergsteigergurt im Mast

An Bord jeder weitreisenden Yacht ist der Bootsmannstuhl mit dabei. Praktisch, aber für uns nicht unbedingt ausnamslos vertrauenswürdig. Und da es in schwindelerregenden Höhen immer ein besseres Gefühl gibt, wenn man ordentlich gesichert ist, fährt bei uns an Bord neben dem Bootsmannsstuhl auch ein Bergsteigergurt mit. Sicher festgeknotet an dem zweiten Fall im Mast stöhrt der angelegte Gurt in keiner Weise und sollte eigentlich auch bei Yachten mit Maststufen ein fester Bestandteil sein.

 

Diebstahlsicherung

Das Dingi mit samt dem Außenborder ist leider in sehr vielen Ländern entlang der Blauwasserrouten ein gefragter Leckerbissen für Langfinger. Nicht immer helfen da Schlösser, Ketten oder Stahlseile, gerade, weil an vielen schönen Stränden dieser Welt kein Ring oder Poller zu finden ist, an dem man sein "Wassertaxi" sicher anketten könnte. Wir haben aber beobachtet, dass an vielen Küsten auch die Langfinger bereits wählerisch geworden sind. Schöne neue Dingis mit glänzenden Außenborder sind gefragt, alte, geflickte Böötchen mit unzuverlässig aussehende Motoren sorgen eher für gerümpfte Nasen. Weshalb so manche Segler auf die Eitelkeit vom glänzenden Tender verzichten und ihr neues und einwandfrei funktionierendes Beiboot kurzerhand verunstalten: der Außenborder wird mit Lack individuel bemahlt, das Dingi bekommt Pseudoflicken und Lackspritzer. Nicht schön, aber nützlich, denn nun ist das vergammelt aussehende Dingi nur noch einen Notdiebstahl wert, so lange es besser und schöner aussehende Beiboote gibt.

 

Unsere Homepage solle nicht nur unsere Reisen und unsere Lebensanschauungen darstellen, sondern auch zukünftigen Langfahrtenseglern als kleines OpenSource Infopool dienen. Als Erfahrungsaustausch und Sammlung an Tipps, die keinen kommertiellen Hintergedanken haben und weit weg von jedem Sponsoring sind. Doch neben unseren Erfahrungen und unseren Herangehensweisen, zu Segeln und zu Leben, gibts noch eine bunte Mischung an anderen Erfahrungen und wir würden uns freuen, wenn der eine oder andere Langfahrtensegler sich hier angesprochen fühlt, uns seine Erfahrungen und Tipps zum Veröffentlichen auf dieser Homepage zu senden.

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