home
wir
la belle epoque
unterwegs
navigation und seemannschaft
revierinfos
leben anbord
bordtechnik
publikationen
seglergeschichten und seemannsgarn
kontakt
surfside

 

Revierinformationen

 

Segeln in Norwegen

Segeln im Fjord

 

Segeln in Schweden

 

Segeln in Dänemark

Flussnavigation - mit dem Segelboot über die Flüsse und Wasserstrassen

   

 

Flussnavigation - mit dem Segelboot über die Flüsse und Wasserstrassen

Ein eigenes Schiff zu bauen oder für Langfahrt zu restaurieren und von zuhause aus starten. Diese Möglichkeit ist zum Glück nicht nur jenen, deren Heimat entlang der Küsten der alten Welt liegt, vorenthalten. Und während der letzten Jahre konnte man beobachten, dass die Zahl der Yachten, die sich über die Flüsse und Wasserstraßen Europas auf den Weg machen, stätig steigt. Viele machen sich auf den Weg in den Süden, seit die Durchfahrt bis zum Schwarzen Meer friedlich und offen ist. Doch auch die "andere" Richtung lockt, und bald schon stehen durch das Einmünden weiterer Flüsse und durch die Verbindungen, die durch Kanäle geschaffen wurden, viele Möglichkeiten offen.

Doch sollte sich jeder, der mit einer hochseegängigen Segelyacht über die Flüsse und Kanäle Europas reisen will darüber im Klaren sein, dass sein Boot nicht für eine derartige Reise optimal ist und neben den allgemeinen Bestimmungen auf Wasserstraßen müssen noch einige Dinge beachtet werden.

Natürlich passen Segelboote nicht unter die vielen Brücken, die durchfahren werden, und so wird die Reise bei gezogenen Masten angetreten. Die Masten, das Rigg und die Bäume werden dann auf Deck verlascht und "huckepack" mitgenommen, was zu einer gefährlichen Reise für das teure und lebenswichtige Rigg wird. Nicht nur die Gefahr, dass die Mastenden gegen Schleusenmauern krachen besteht, gerade der Wellengang, der durch Flussschiffe erzeugt wird, verlangt, dass die Masten besonders gut verzurrt werden. Auch wenn es beim Start der Reise in einem relativ ruhigen und gemütlichen Gewässer noch übertrieben wirkt, die Bedingungen können sich ändern und spätestens wenn die Flüsse breiter werden und die Schifffahrt massiv zunimmt, ist man froh, keine Angst um die teure Fracht haben zu müssen.

Segelyachten im Transit tragen bereits bei ihrem Reisestart ihre Hochseezulassung. Und dass ist auch ganz in Ordnung so. Eine eigene Binnenzulassung ist generell nicht nötig, solage die Yacht sich nur vorübergehend auf Flüssen und Wasserstraßen bewegt. Die jeweilige Ausrüstungsliste der Seezulassung ist bereits gültig, falls es dazu Fragen gibt, ist es hilfreich, einen Ausdruck der amtlichen Ausrüstungsliste mitzuführen. Ein paar Zusätze sind jedoch zu beachten, um die Flussreise problemlos bestreiten zu können. So darf als Beleuchtung keine Dreifarbenlaterne verwendet werden, die einzelnen Positionslicher müssen an den Seiten des Bootes montiert werden. Ein weißes Rundumlicht muss als Motorlicht und als Ankerlicht etwas höher als die Positionslicher montiert werden.

Da Fracht- und Kabinenschiffe auch Nachts und im Nebel fahren, ist ein Radareflektor nötig, sollte die Yacht viel vor Anker liegen. Auch auf den Ankerball nicht vergessen....

Auf allen Binnenwasserstraßen gelten die Regeln des Binnenschifffahrtsfunks, was heißt, dass das auf Yachten übliche SRC oder LRC Sprechfunkzeugnis haben keine Gültigkeit. Das eigene Binnenfunk-Sprechzeugnis UBI ist nötig und das Gerät muss ATIS-fähig sein, damit es als Binnenfunk angelmeldet werden kann. Auch für den Transit von Seeschiffen oder Hochseeyachten mit DSC-Anlagen an Bord gibt es davon keine Ausnahme. Verständlich, dass fast jeder Hochseeskipper an dieser Regelung aneckt und auf Anfrage wurde uns mehr oder weniger versichert, dass sich auch die Schleusenwerter und die Wasserschutzpolizei nicht besonders darum kümmert. Selbst, wenn die Crew sich dafür entscheidet, kein UBI-Prüfung zu machen und auf die Binnenfunkzulassung verzichtet, ist der UKW Funk doch fast unverzichtbar für eine Transityacht.

 

Und da die bordeigene Anlage aufgrund der abmontierten Antenne ohnehin nicht funktioniert, kann ich allen wärmstens Empfehlen, ein wasserfestes Handgerät zu kaufen und dieses immer(!!) auf Kanal 10 eingeschaltet zu haben, wenn nicht gerade mit dem Schleusenwerter komuniziert wird. Kanal 10 ist der gängige Schiff-Schiff Kanal, die gesamte Berufsschifffahrt hört diesen Kanal, sie geben ihre Positionen durch und antworten auch, wenn sie vom iritierten Yachtsteuermann angesprochen werden. Außerdem sollte der Steuermann neben dem Funkgerät auch immer das Fernglas griffbereit haben, um die Hinweistafeln der Berufsschifffahrt früh erkennen zu können.

Denn generell gilt für Kleinfahrzeuge Ausweichpflicht gegenüber der Schifffahrt, was jedoch für tiefgehende Segelboote zum Problem werden kann, wenn der Steuermann nicht weiß, dass um die nächste Kurve ein großer Schubverband kommt, der zu allem Übel auch noch weit ausschert. Hört man auf Kanal 10 mit, bekommt man auch die nötigen Infos.

Für die vielen Schleusenarbeiten sind gute Fender und starke Trossen gefragt, um die es nicht schade sein darf. Dabei ist es nicht mehr erlaubt, Reifen zu verwenden, da diese untergehen und die Schleusentore verstopfen können. Wir haben allerdings die Erfahrung gemacht, dass kein großes Aufsehen um diese Bestimmung gemacht wird und der eine Reifen, der an Bord La Belle Epoques durch die vielen Schleusen gegangen ist, hat mehr als gute Dienste geleistet. Wichtig dabei ist allerdings, dass der Reifen wirklich nicht verloren gehen darf und die Leine, mit der der Reifen befestigt wird, nicht durchgescheuert wird. Am Besten, in den Reifen ein Loch bohren und das Seil durchstecken und verknoten. Nicht nur das Abfendern des Boots erledigt ein Reifen einwandfrei, viel wichtiger ist er als "Notbremse", denn fährt man zu schnell in die Schleue ein, kann das Boot sehr gut abgestopt werden, indem man den Reifen entlang der Schleusenwand streifen lässt.

Gerade bei Langkielyachten genügt es nicht, wie auf Großen oder auch Motoryachten üblich, das Boot nur an einem Strick zu hängen um durch die Schleuse zu kommen. Zu Berg begint die Yacht, wild an ihren Leinen zu zerren.

In einigen Schleusen (speziell im Main-Donau-Kanal) wird das Wasser seitlich in die Schleusenkammer gedrückt. Eine schlimme Überraschung, falls die Kielyacht gerade an dieser Seite und ohne Schwimmpoller festgemacht ist, da sie kaum mehr an der Mauer zu halten ist und das Umhängen der Leinen fast unmöglich wird.

Deshalb ist es bei sehr hohen Schleusenkammern von Vorteil, wenn das Schleusenpersonal vorab um diese Infos gebeten wird (viele Schleusenwerter wissen von dem Problem und sagen ohnehin schon bei der Anmeldung über Funk, welche Seite vorzuziehen ist). Generell haben wir die meisten Schleusenwerter als sehr nett und hilfsbereit kennen gelernt. Ragt der Mast über den Bug hinaus, hat sich ein Holzbalken, quer über den Bug gespannt als sehr hilfreich erwiesen. Dreht sich die Yacht ihren Bug zur Schleusenmauer, fängt der Holzbalken die Bewegung auf, bevor der Mast an die Mauer kracht. Ein einfacher aber sehr effizienter Trick. Im Ober- und Unterwasser der Schleusen findet sich immer Liegeplatz an Dalben oder an der Mauer. Hier ist auch die Gegensprechanlage für Sportboote zu finden, falls kein Funk an Bord ist. Um an diesen Liegeplatz länger verweilen zu können, bedarf es der ausdrücklichen Erlaubnis seitens des Schleusenpersonals. Unserer Erfahrung nach bekommen Kleinfahrzeugen aber nur in Kanälen die Erlaubnis, an den Dalben zu übernachten. Ist kein Plazt frei, um an die Gegensprechanlage zu kommen, erlauben einige Frachtschiffkapitäne auch, die Yacht an ihre Bordwand anlegen zu dürfen.

In Deutschland sind vielen Schleusen mit eigenen Sportbootsschleusen ausgestattet. Kleine Schleusenkammern, die unabhängig von der großen Kammer betrieben werden können, mit der Hinweistafel"Sport" angezeigt werden und von möglichst allen Sportbooten benützt werden sollen. Für die wenigsten Segelboote sind diese Bootsschleusen jedoch benutzbar. Sollte das Boot in seiner Größe reinpassen, happerts meist am Tiefgang. Die Einfahrten im Unterwasser betragen meist nur einen Meter, weshalb bei tiefgehenden Yachten der Versuch, dort reinzufinden am Schotter oder Stein endet. Auch der verlockende Ankerplatz im Unterwasser der Wehr ist oft nur seicht und voller Steine oder Felsen und kann nur mit größter Vorsicht angesteuert werden.

Um, gerade in Kanäle, zügig durchgeschleust zu werden, ist es am einfachsten, sich an ein oder zwei Berufsschiffen anzuhängen, da diese ihre Geschwindigkeit in der Regel so einrichten, möglichst keine Stehzeiten vor Schleusen zu haben. Doch nicht nur bei der Durchschleusung sind die "Großen" hilfreich, die Berufskapitäne kennen sich meist in den Gewässern besonders gut aus und sie wissen genau, wo die Fahrrinne im Fluss ist und welchen Weg man am Besten wählt. Gerade in sehr seichten Gebieten oder Flüssen ist es daher am einfachsten, ihnen zu folgen. Denn anders als an den Hochseekarten kann in Flusskarten keine Wassertiefe angegeben werden und die Fahrrinne ist nur hin und wieder durch Bojen eindeutig makiert. Da Flüsse mit ihrer Wasserströmung arbeiten, ist es in der Regel in den äußeren Kurfenbereichen am tiefsten, sofern der Mensch nicht künstlich mittels Buhnen dagegen arbeitet. Mit der Kielyacht sollte man daher keine "Abkürzungen" nehmen, indem man die Kurfen schneidet.

Die Strömung kann je nach Fluss enorm sein. So zum Beispiel fließt der Rhein in seiner Gebirgsstrecke 10Kilometer die Stunde, mit dem Segelboot fühlt sich das an, als kommt man in Wildwasser. Während zu Berg fahren zermürbend langsam wird, fliegt man fast dahin, fährt man zu Tal. Gerade bei Hafeneinfahrten und beim Manövrieren zwischen Frachtschiffen darf der seitliche Versatz durch die Strömung nicht vergessen werden. Das Flusskartenmaterial gibt nur ungenau über die Beschaffenheit von Einfahrten oder Buchten Auskunft, daher muss gerade bei starker Strömung ausreichend Information über Funk zusammengetragen werden. Läuft die Yacht auf Grund, kann die Strömung schnell die Oberhand gewinnen und die Yacht immer weiter auf die Untiefe drücken. Kommen Wellen durch vorbeifahrende Schiffe hinzu, kann es bis zum Bruch kommen. Auch die Bojen kämpfen mit der Strömung, man sollte ihnen nicht zu nahe kommen, da sie nicht mehr genau das Fahrwasser makieren.

Zu Tal fahrende Frachtschiffe "triften" regelrecht um Kurven, daher ihnen am Besten auf der Kurveninnenseite begegnen und genug Platz zum Manövrieren lassen. Generell gilt auf Flüssen, dass sich Schiffe Backbord-Backbord begegenen. Sollte man ein Schiff an seiner Steuerbordseite begegnen, zeigt es als Hinweis dafür eine balue Tafel mit weißem Blinklicht. Dann heißt es rechtzeitig die Seite wechseln.

Wenn die Sicht etwas eingeschränkt ist, am Besten die Positionslichter einschalten, so sehen entgegenkommende Schiffe früher den Kurs der Yacht. Und auf keinen Fall nervös werden und kurzfristige Kursänderungen vornehmen. Hat man bedenken, ob man den Kurs halten soll oder nicht, am Besten das betroffene Schiff auf UKW Kanal 10 ansprechen. Am Leichtesten ist es allerdings, sich einem Frachtschiff anzuhängen und seinen Kurs nachzufahren.

Den durch Verkehr entstandenen Wellen am Besten den Bug entgegenstellen, manche Wellen gehen ohne Problem unterm Boot durch, andere (speziell von kleinen Personenschiffen erzeugte Wellen) sind nicht zu verachten. Sportboote haben bei Nacht und Nebel nichts am Fluss verloren. Viele Flüsse sind nicht ausreichend mit Leuchttonnen markiert und eine Nachtfahrt ohne Radar kann gefährlich werden. Ist die Srömung nicht zu stark, kann im Fluss geankert werden, dabei muss aber genug Abstand zur Fahrrinne gehalten werden, damit auch der Sog der Schiffe die Yacht nicht ins Fahrwasser zieht. Viele Flüsse sind jedoch außerhab ihres Fahrwassers zu seicht für Kielyachten und viele der Motorboothäfen haben nur 1,3 oder 1,5m Wassertiefe. In Flüssen wie dem Main wurden künstliche Unterwasserbuhnen angelegt, gefährliche Hindernisse, die es fast unmöglich machen, einen geeigneten Ankerplatz zu finden. Eine gute Planung ist daher unumgänglich, will man rechtzeitig vor Dunkelheit stillligen. Diverse Bücher und Karten helfen, doch sind auch sie mit Vorsicht zu genießen, da sie nicht für Kielyachten geschrieben wurden.

An Mauern, an denen Frachtschiffe stillliegen, dürfen auch Kleinboote festmachen. Doch sollte man möglichst viel Platz lassen, damit auch noch ein Berufsschiff anlegen kann. In Kanälen ist meist Ankern generell verboten, da der Boden mit Flies ausgelegt wurde und durch Ankern Schäden entstehen können. Schleusenwerter helfen hier gerne weiter und teilen Kielyachten einen geeigneten Liegeplatz zu. Hafenanlagen werden durch ein Hafenbüro verwaltet. Viele dulden keine Yachten, nach Anmeldung über UKW oder Telefon wird aber meist auf das Problem der Wassertiefe für Kielyachten eingegangen und ein Platz gefunden. Auf keinen Fall sollte man sich einfach an eine Wand im Hafen legen und das Boot verlassen, ohne die Erlaubnis des Liegens eingeholt zu haben, der Platz kann bereits für ein kommendes Schiff reserviert sein und man halst sich größere Probleme ein.

 

Kartenmaterial gibt es reichlich für die Flussreisen. Neben den einzelnen Gewässerkarten ist auch eine Übersichtskarte zur Planung gut. Als besonders übersichtliche Karten sind uns jedoch nicht die Sportbootkartenbücher aufgefallen, sondern die Kartenbücher der Berufsschifffahrt von Pierre Verberght. Weiters hatten wir Yachtclub-Bootsreiseführer von Heinz Squarra an Bord, welche wir auch als übersichtlich und mit vielen Detailinfos versehen kennengelernt haben. Die Donau-Handbücher vom DSV-Verlag waren bei uns an Bord schon älter und daher nicht mehr am richtigen Stand, die vielen Geschichten rund um die bereisten Gebiete machen diese Handbücher aber sehr interessant. Die Gewässerkarte Main-Donau-Kanal von Edition Maritim war leider nicht aktualisiert, obwohl wir eine neue Ausgabe an Bord hatten (einige Schleusenfunkkanäle stimmen nicht überein). Die Gewässerkarten von Edition Maritim sind generel gut, genauere Angaben zu eingezeichnete Ankerplätze fehlen aber teilweise, weshalb man nicht darauf vertrauen darf, dass diese Ankerplätze auch für Kielyachten geeignet sind.

sehr übersichtliche Flusskarten der Großschifffahrt!

Zum Abschluss sein noch einer der wichtigsten Punkte zur Sicherheit am Fluss erwähnt: der Motor. Da dieser viele Stunden durch verlässlich laufen muss, muss der Motor natürlich sehr gut gewartet sein. Manche Yachten kaufen den Diesel von den Frachtschiffen. Wir haben darauf jedoch verzichtet, da wir immer wieder von verunreinigten Diesel mit Wasser und Schmutz aus den Tanks der Berufsschiffe gehört haben und auf verdreckte Filter und Probelme mit dem Motor haben wir verzichtet. Neben dem Motor haben wir auch die Schraube mittels Tauchausrüstung kontroliert, mit dem Ergebnis, meterweise Angelschnur um den Schaft gewickelt zu finden. Es ist auf jeden Fall zu empfehlen, die ganze Anlage zwischendurch gut durchzusehen.

Auch wenn ein Segelboot nicht für die Flussreise gebaut ist, so kann der Start in der Heimat doch sehr verlockend sein und die Flussreise ein schöner Einstieg ins Leben am Boot sein.

 

[zum seitenanfang]

 

 

Segeln in Dänemark

Dänemark bietet die verschiedensten Reviere drei verschiedenen Gewässern. Da gibt es die lange und anspruchsvolle Nordseeküste Dänemarks, geprägt von Tiden, starken Westwindlagen und einer rauen Küste mit relativ wenig Häfen, das Binnenrevier Limfjord, mit schönen Ankerbuchten und sehr ruhigem Wasser, dafür einigen Kanälen, Skagerrak und Kattegatt mit jahreszeitlich geprägten Winden und Strömungen, die schöne Ostseeküste mit Fjorden und Buchten und die herrliche Inselwelt mit ruhigem Gewässer, bunten Segeltreiben und Kunst und Kultur. Etwas abseits liegt außerdem das besonders schöne Bornholm, eine Insel an der Südküste Schwedens mit vielen Häfen und Wanderpfaden.

Für die Dänischen Gewässer kann ich das Buch "Ankerplätze in Dänemark" von Gerti und Harm Claußen, Edition Maritim, empfehlen. Gratis in allen Gästehäfen Dänemarks gibt's den jährlich neu aufgelegten Sejlerens Marina Guide, der alle wichtigen Infos (Ansteuerung, Preis, Liegeplatzart, Versorgung und Service im Hafen und rundum) zu den Häfen auch in deutsch angibt. Weitere Küstenhandbücher sind eigentlich nicht nötig. (Den Sejlerens gibt's übrigens auch für die deutsche Ostseeküste, Nordsee, Elbe und Weser und auch die Schwedische Küste stellt ein ähnlich aufgebautes Heft zur Verfügung).

Als Seekarten sind die dänischen Soesportskordt Serie 1 und 2 sehr gut. Wir sind mit alten Karten gesegelt und konnten feststellen, dass sich in der "dänischen Südsee" so gut wie nichts verändert hat, in der Nordsee muss jedoch bezüglich neuen Windparks aufgepasst werden. Natürlich rate ich nicht zum Nachmachen und segeln mit alten Seekarten! Im gesamten, ausgenommen der Nordseeküste, wo die Tidennavigation beachtet werden muss, ist die Navigation so einfach, dass man nicht wirklich elektronische Seekarten oder andere elektronische Unterstützung benötigt, wenn man sich das Geld sparen will, zwischen den Inseln genügt sogar oft die Kreuzpeilung.


Da man in Dänemark ja noch in der EU segelt, braucht man sich um nichts Gedanken machen, keine Einklarierung ist nötig und die Zollbestimmungen entsprechen den der EU (was heißen soll, dass die Einfuhrmengen ungefähr bei 110 Liter Bier, 90 Liter Wein... liegen, pro Person, natürlich...)

Per Funk ist in den südlichen Teilen noch der gesprochene Wetterdienst von DP07 ( http://www.dp07.com/ ), dem Betreiber der deutschen Küstenfunkstellen, hörbar, ansonsten werden in allen Häfen vom Hafenmeister täglich Wetterprognosen ausgehängt, welche in der Regel gut sind.

Ziemlich jeder mittelgroße Ort in Dänemark betreibt eigene Touristeninfos, an der man nicht vorbeigehen sollte. Die Infos sind gefüllt mit Flyern und Broschüren (auch in Deutsch), geben die Termine von interessanten Festen heraus und können oft auch mit Internet weiterhelfen. Viele Veranstaltungen drehen sich um die Schifffahrt und Dänemark (und auch Deutschland) sind stolz auf ihre wunderschönen Traditionssegler.



In vielen Orten in Dänemark wird gratis Funkinternet angeboten, ein Wlan an Bord ist daher oft toll. Das einwählen in das „NoPayNet“ ist einfach und kostenlos.

Will man in Dänemark segeln, sollte man die Sommersaison nützen. Die Inselwelt hat in der Regel sehr viel Sonnenschein und man kann oft die Wolkendecken des Festlandes am Horizont sehen. Viele Krogs (Gastwirtschaften), Museen und Galerien schließen nach der Saison und auf den Inseln wird es leer. Auch in Sommer sind die Inseln nicht überrannt und es kann mit gemütlichen Wind zum Segeln gerechnet werden. Da der Herbst stürmisch und regnerisch sein kann, rate ich auch Menschen, die einmal in der Ostsee chartern wollen, dies nur in der Vor- oder Hauptsaison zu machen, auch wenn's in der Nachsaison billiger ist. Wer genug Platz am Schiff hat, sollte seine Fahrräder einpacken. Ansonsten kann man sich im Touristenbüro über eventuellen Fahrradverleih informieren.

 

In Dänemark gilt das Jedermannsrecht, was bedeutet, dass sich jeder auch auf Privatgrundstücken wie Wäldern und Weiden aufhalten darf. Natürlich heißt das nicht, dass man sich in Hausgärten herumtreiben darf, jedoch sind alle Weiden mit Toren oder Holzleitern versehen, damit man über den Stromzaun steigen kann. Natürlich sollte man bedenken, dass das nur funktioniert, wenn man den Privatgrund respektiert und nichts zerstört oder Abfall hinterlässt (was ja so oder so kein Thema sein sollte). Das gilt auch für Lagerfeuerplätze am Strand, die weggeräumt werden sollten. Auch sollte man, falls man ängstlich gegenüber großen Tieren ist, daran denken, das in den meisten Weiden Tiere grasen und man so auch mal von einem imposanten Stier oder einem spitzhornigen Ziegenbock stehen kann, die aber allesamt friedlich sind. Daher auch keinen Müll im Dingi am Strand lassen, sonst könnte eine interessiertes Schaf oder eine Kuh das Dingi leicht zu Fetzen trampeln...

Campen ist auf privaten Grundstücken in Dänemark nicht erlaubt, doch bemüht sich das Land, an vielen sehr schöne Plätzen und Küstenstreifen öffentliches Land zum Gratiscamping zur Verfügung zu stellen, gerade auch deshalb, weil Kajakfahren zwischen den Inseln sehr beliebt ist und die Tourismusbüros sogar eigene Kajaktourkarten auflegen. Überall, auch auf einsamen Stränden und bei guten Ankerplätzen, sind Mülltonnen aufgestellt, unserer Ansicht sehr vorbildlich für viele andere Länder.

In Dänemark gibt es Zecken und es wir eine Zeckenschutzimpfung empfohlen, doch können wir trotz ausführlicher Wanderungen von keinen Zecken berichten. Die Ostsee kann je nach Wind (und damit Strömungsrichtung und Wasseraustausch mit der Nordsee) mehr oder weniger Quallen haben. Die meist kleinen, durchsichtigen Quallen mit vier hufeisenförmigen Zeichen sind harmlos, doch gibt es hin und wieder auch rote Feuerquallen. In der Gegend von Bornholm kann es im Hochsommer durch schlechten Wasseraustausch erhöhtes Blaualgenvorkommen auftreten. Das kann so schlimm werden, dass das Wasser durch abgestorbene Algenteppiche einen unangenehmen Geruch bekommt und Schlucken von Meerwasser beim Baden zu leichter Übelkeit führen kann. Am Beginn der Saison ist das Problem geringer.

In Dänemark ist Fischen nur mit einer Fischereikarte (die im Touristeninfoshop erworben werden kann) erlaubt.


[zum seitenanfang]

Segeln in Schweden

Segeln in Schweden hat seine ganz besonderen Reize, denn das wunderschöne Land bietet mit den unzähligen Schären entlang seiner Küste ein abwechslungsreiches und entspanntes Segeln, unzählige wunderschöne Ankerbuchten, erstklassige Yachthäfen, Kultur und Natur und ein Revier, dass von anspruchsvollem Offshorsegeln bis zur Flussreise alles bietet. Schweden ist so vielseitig, dass eine Segelsaison eigentlich viel zu kurz ist, um das ganze Land zu erleben, weshalb wir unsere Reise auf wenige Gebiete, die wir dafür intensiv besegelt haben, beschränkt haben.

Da sich entlang der schwedischen Küste eigentlich alles um Wassersport dreht, ist es klar, dass die schwedischen Sportbootkarten sehr umfangreich und detailliert sind und die einzelnen Gebiete wunderbar abdecken. Da die Karten relativ klein sind und man so schnell den Überblick verliert, haben wir es uns zur Praxis gemacht, vor Beginn eines Segeltages mit kleinen Bleistiftmarkierungen den Weg anzuzeichnen und am Kartenrand die folgenden Seitenzahlen zu vermerken, so findet man sich auch zwischen den, verwirrend vielen, Schären zurecht. Natürlich ist die elektronische Seekarte gerade in den Schären ein Gewinn. Auch bei einer Nebelfahrt im Herbst entlang der schwedischen Küste war die elektronische Karte ein großer Vorteil. Bei all den guten Karten darf man sich aber in Schweden – allem voran in den Schären – nicht gänzlich auf die Karten verlassen, manche Untiefen sind immer noch nicht gekennzeichnet und wir konnten an einer – in den Seekarten vermeintlich tiefen Stelle – Felsen entdecken. Im Großen und Ganzen ist das schwedische Gewässer allerdings sehr gut betonnt. Unserer Einschätzung nach geht die größere Gefahr eher von den vielen Fähren aus als von den vielen Untiefen...

Von den drei unterschiedlichen Seegebieten – die West- und Südküste, den Götakanal und die Inlandseen, und die schwedische Ostküste mit ihren Ostseeinseln und den unzähligen Schären haben wir in einem Sommer nur die Ostküste bereist, weshalb sich diese Erfahrungen natürlich darauf beschränken. Wir waren mit dem Küstenhandbuch „Schweden“ von Gerti und Harm Claußen sehr zufrieden. Neben den Handbuch hat uns vor allem eine kleine, kostenlose Broschüre, die überall in den Touristeninfos aufgelegen ist und sogar auf vielen kleinen Inseln zu finden war, für die Suche nach schönen Ankerplätzen genossen. „The Stockholm Archipelago – a guide to our islands“ heißt das kleine Heft, das uns stets an die schönsten Ankerplätze geführt hat. Das Heftchen enthält Infos über die Inseln, zeigt an, wo kleine Kioske mit Lebensmittel versorgen, wo man gratis Trinkwasser findet, wo man seinen Müll hin bringen kann und sogar, wo es kleine Saunas zum genießen gibt. Die Karten mit den Ankerplätzen sind gut genug und gemeinsam mit der Seekarte haben wir so viele herrliche Buchten entdeckt. Will man mal ein wenig Luxus genießen, kann man die vielen sauberen und freundlichen Gästehäfen über den – kostenlosen - „Gästehams Guiden“ finden, der zwar in schwedischer Sprache ist, aber auch eine Erklärung in Deutsch beinhalten und so das Zurechtfinden einfach macht.

Wie auch in Dänemark sind die meisten Orte in Schweden mit Touristeninfos ausgestattet, wo es reichlich Unterlagen gibt. Die gesamte Küste zeigt sich sehr freundlich gegenüber Reisende, was auch gar kein Wunder ist, genießen doch die Schweden selbst ihr wunderschönes Land den ganzen Sommer lang. Deshalb ist es auch hier üblich, dass so gut wie alle Gebiete offen zum Durchwandern sind, ausgenommen weniger Militärsperrgebiete. Als EU Bürger darf man auf der Karte angewiesene Militärgebiete jedoch auch durchsegeln, lediglich das Festmachen ist nicht überall erlaubt. Wir konnten aber in Südschweden auch erleben, dass Stege von militärischem Übungsgebiet als gratis Anlegestege für Segler zur Verfügung stehen, sofern zur Zeit keine Übung stattfindet.

Von den militärischen Übungen einmal abgesehen, sind die Schweden sehr bedacht auf die Erhaltung ihrer Schärenwelt und ein hohes Maß an Umweltschutz und –Bewusstsein ist normal. So ist es zum Beispiel verboten, auf den Felsen Lagerfeuer zu machen, da die Granitblöcke durch die Hitze zerspringen könnten. Dafür gibt es aber genügend angelegte Lagerfeuerplätze, die jederzeit verwendet werden dürfen. Da viele dieser Plätze aber mitten im Wald sind, haben wir dennoch mancherorts auf Feuer verzichtet. Viele Schweden haben einen kleinen Grill an Bord, so können sie auch auf den warmen Felsen in der Abendsonne ein kleines Feuer genießen.

Während es verboten ist, Blätter oder Äste von den Bäumen zu rupfen, ist es aber gestattet, sich an Beeren und Pilzen voll zu essen, und davon gibt es reichlich. Da die schwedische Natur viele Leckerbissen bietet, kann es alle, die sich in Wildbeeren und Wildpilzen nicht besonders auskennen, ein Vorteil sein, einen Naturführer oder ein Bestimmungsbuch mit zu nehmen. Wir haben uns fast täglich an den Blaubeeren, Preiselbeeren, Parasol und Champignons und an den vielen anderen Beeren und Pilzen erfreut.

Müll an Bord ist in Schweden kein Problem, denn überall findet man – in kleinen Holzhütten ordentlich verstaute – Mülltonnen, teilweise sogar mit Mülltrennung. Wichtig allerdings ist der Hinweiß, dass man seinen Müll nicht im Freien liegen lassen darf, auch wenn er in einem Sack zusammengetragen ist. Die vielen Seevögel veranstalten mit liegen gelassene Müllsäcken eine Müllschlacht!

Ist man auf Landgang auf den Schären, muss man sich teilweise besonders vor Zecken schützen. Während wir einige Inseln ohne Zecken erlebten, war der Druck auf anderen Inseln fast unglaublich. Ich musste einmal meine Füße von etlichen Duzend der Blutsauger befreien und letztlich half nur noch der Sprung ins kalte Ostseewasser. Auch Moskitos sind teilweise ein Thema, weshalb wir meist lieber vor Anker lagen als direkt an den Felsen. Wir hatten aber im Gesamten keine besonders große Zahl von Steckmücken erlebt und mussten nur teilweise Moskitospray auftragen.

Die schwedischen Segler selbst lieben es, an den Felsen zu liegen und zugegeben, jeder muss es einmal probiert haben, mit dem Bug voran an einen Felsen fest zu machen. Ein praktischer Heckanker gehört in Schweden fast zur Grundausrüstung, der Bug wir entweder an Bäumen festgebunden oder über Schärennägel gesichert. Teilweise finden sich auch extra Ringe, die in den Felsen eingearbeitet sind. Nur selten haben uns tiefe Buchten ein Ankern vor Buganker verwehrt, meist kann man zwischen Schärenliegen und Ankern wählen.

Während in Südschweden das Ostseewasser teilweise massiv von Algen belastet ist und dadurch auch unglaublich stinkt, ist das Wasser im Norden glasklar und angenehm. Auch trifft man nur noch selten Quallen, wahrscheinlich ist ihnen der Salzgehalt im Norden zu gering. Trotzdem baden nur wenige, das Wasser ist kalt und auch im Hochsommer erlebten wir gerade mal 17 Grad Wassertemperatur. Nach einigen schnellen Runden rund ums Schiff hat man so wieder genug, dafür ist die Wassertemperatur geradezu optimal nach einem Saunagang!

Abschließend sei noch gesagt, das ein Einkaufen auf den Schwedischen Schären teuer ist, was auch gar nicht verwundert, muss doch alles per Boot angeliefert werden. An Land jedoch fanden wir immer wieder mal große Supermarktketten wie Willis oder Lidl, wo es sich gut versorgen lässt. In der Nähe von vielen schönen Buchten und Häfen liegen meist Nahversorger, die uns aber mit teuren Preisen und teilweise schlechter Gemüse- und Obstqualität enttäuscht haben. Alkohol ist in Schweden generell teuer und Bierbrauen gehört wohl nicht zur hohen Kunst der Schweden (aber wer kann auch schon so brauen wie die Bayern...)

 

[zum seitenanfang]

Segeln im Fjord

16. September 2011 – Seewetterbericht für die Norwegische Küste, Gebiet Loppa bis Nordkap:

Wind: West 4 Beaufort, zunehmend auf 5, stellenweise Böen bis 6 Beaufort im Laufe des frühen Nachmittags, später wieder abnehmend auf W4, überwiegend bewölkt aber trocken.

Wir liegen in Hammerfest und haben auf so einen Wetterbericht gewartet. Vor uns liegt der Nord-Süd ausgerichtete Altafjord. Und nach tagelangem Südwind gibt der Wetterbericht nun grünes Licht, diesen Fjord Finnmarks zu besegeln. Wir brechen auf, um die knapp 50 Seemeilen bis Alta, der Hauptstadt Finnmarks, zu segeln.

Doch Fjordwetter hat nur selten was mit dem Küstenwetterbericht zu tun. Wie verläuft also unser Segeltag und mit welchen Winden werden wir konfrontiert?

Um 9 Uhr Morgens legen wir in Hammerfest zwei Stunden vor Niedrigwasser ab, wir wollen auf keinen starken Ebbstrom in den Engstellen treffen und laufen unter Groß und Genua bei gemeldeten Halbwind mit angenehmen 4 Beaufort Richtung Süden. Zwischen Seiland und Kvaloy dreht der Wind kaum merklich rück, gemütlich machen wir nach und nach die Segel auf. Noch schiebt La Belle Epoque eine schöne Bugwelle vor sich her und das Wasser gurgelt entlang des grünen Rumpfes. Die Sonne blickt zwischen den Wolken durch und auch die Temperaturen sind für diese nördlichen Breiten überraschend milde. Wir genießen die gemütliche Fahrt, solange wir sie haben. Doch natürlich bleibt der Wind nicht konstant, er dreht rück und nimmt ab. Kaum im Vargsund zwischen Finnmarks Festland und Seiland angekommen, müssen wir das Großsegel halsen. Wir laufen vor leichtem Wind von vielleicht noch 3 Beaufort. Die Bergketten auf Seiland werden immer höher und beeindrucken in ihrer wilden Erscheinung, auch wenn wir nichts von dem Gletscher Seilandsjökelen in ihrer Mitte erblicken können.

Bald schon stirbt der Wind und wir müssen den Motor anwerfen. Leider zeigt unsere Seekarte keine topografischen Gegebenheiten, doch wir vermuten, dass der kleine Olderfjorden voraus zwischen hohen Bergen liegt und wissen, dass der Westwind stark aus dem Fjord blasen kann. Deshalb verzurren wir die Genua auf Deck und machen die kleine Fock bereit.

Und richtig, kurz vorm Olderfjord kommen erste Gegenwindböen auf uns, drehen mit unserem Vorankommen unter Dieselkraft allmählich auf vorderliche Windböen und blasen mit kräftigen 6 bis 7 Beaufort aus dem kleinen Fjord. Wir lassen den Motor laufen, im Wissen, dass das dicke Ende erst kommt. Bald jedoch wird der Wind etwas schwächer, wir haben den Oldenfjord an unserer Steuerbordseite passiert. Doch wir vergrößern unsere Segelfläche nicht, ganz im Gegenteil, noch immer unter Motor refft Jürgen das Großsegel zweifach. Denn am Ausgang des Bekkarfjord voraus sehen wir weiße Gischtwolken übers Wasser fegen. Wieder bläst der Wind genau auf die Nase, es rüttelt ordentlich im Rigg, denn schon jault der Wind mit 8 Beaufort in den Wanten. Vom Rognsund kommend bläst der Wind mit Sturmstärke ums südliche Kap von Seiland und peitscht die See auf. Kein Wunder, muss sich hier der Westwind durch den engen Rogsund drücken und dann auch noch um ein Kap jagen.

Wir haben das Großsegel geborgen und jagen mit der Arbeitsfock alleine mit 7 bis 8 Knoten Fahrt relativ hoch am Wind dahin. Doch auch hier dreht der Wind bald rück und wir können die Fock ein wenig aufmachen. Auch aus dem Stjernsund fauchen die Windböen und so verwundert uns die konfuse See nicht im Geringsten.

Bei Korsnesflach (die Wassertiefe steigt hier von 450m auf 20m) kracht es: eine „Monsterwelle“ (im Sinne ihrer Beschreibung: Welle mindestens doppelter Höhe der durchschnittlichen Wellenhöhen) schlägt übers Deckhaus. Whow, so was haben wir bisher noch nie erlebt, nicht mal in der Barentssee!!!

Egal, der Niedergang war ordentlich verschlossen: wir sind trocken geblieben.

Neugierig auf die Windverhältnisse kommen wir den Langfjord näher. Mittlerweile segeln wir bei Halbwind mit 7 Beaufort, abnehmen. Doch der Langfjord mischt sich nicht ins Wettergeschehen ein und so dreht der Wind langsam rück, ohne sich am Fjordeingang zu ändern. In der Höhe von Aaröy setzten wir erneut das Groß, noch lassen wir das erste Reff eingebunden.

Der Altafjord ist hier wieder breit und schön und die Hänge der Küste leuchten in den bunten, warmen Herbsttönen. Die Sonne kommt wieder von der dichter gewordenen Wolkendecke hervor und lässt Aaröy strahlen.

Immer weiter dreht der Wind zurück. Wir schütteln das Reff aus dem Groß und setzen schließlich die Genua. Die letzten Seemeilen bis Alta werden gemütlich: bei 5 Beaufort achterliche Winde erreichen wir gegen 7 Uhr abends die größte Stadt Finnmarks und lachen: ja, so ist Fjordsegeln wie wir es gewöhnt sind: von Flaute bis Sturmböen gibt's hier alles, und das an einem einzigen Tag und innerhalb weniger Seemeilen!

 

[zum seitenanfang]

Segeln in Norwegen

Die Küste Norwegens bietet nicht nur ein anspruchsvolles und abwechslungsreiches Segelrevier mit unzähligen Ankerplätzen und Häfen, sie ist für Naturliebhaber und Wanderfreaks ein besonders reizvolles Revier. Das Land ist abwechslungsreich für die gesamte Crew: unzählige Schären und Inseln sowie anspruchsvolle Navigation durch diese Untiefen, etliche gefährliche Seegebiete die besondere Vorsicht bei der Wetterbeobachtung verlangen, Tiden und Strömungen, welche beachtet werden wollen, den Arktischen Zirkel und das nördlichste Kap Europas, die flache Barentssee mit türkisgrünem Wasser, Berge, Wanderpfade, Wasserfälle und traumhafte Ankerplätze, Delfine und Wale, die vor den Bug kreuzen, kleine Fischerdörfer und unzählige Holzhütten, freundliche Menschen, das sommerliche Licht der Mitternachtssonne und das Zwielicht der dunklen Polarnacht. Nicht zu vergessen der Fischreichtum und der Hauch von Abenteuer. Dank des warmen Golfstromes kann man sich nirgends sonst auf der Welt derart einfach mit einem Segelboot so weit in den Hohen Norden vorwagen, ohne dabei Eis zu begegnen, abgesehen von einigen Gletscher, die ihre Zungen bis in die Fjorde hinunter strecken.

Doch nur wenige Segelboote bereisen die gesamte norwegische Küste. Je nach zeitlicher Möglichkeit stehen verschiedene Etappen und Segelziele zur Verfügung: für kurze Urlaubstörns bietet sich ein sommerlicher Besuch an der sonnenverwöhnten Südküste Norwegens an. Steht der Crew etwas mehr Zeit zur Verfügung, sollte sie sich das Erlebnis der norwegischen Westküste nicht entgehen lassen, um dort die beeindruckende Szenerie von Fjord und Fjell zu erleben, in der Ölmetropole Stavanger oder in Bergen zu stoppen und zwischen den vielen Schären und Holmen zu kreuzen. Rundet die Yacht das gefährliche Kap von Stattlandet, wo Sturm und Orkan die See zum Hexenkessel aufkochen kann, geht die Reise meist weiter hoch in den Norden bis zu der bergigen Inselwelt der Lofoten und Vesteralen. Doch für diese Reise muss schon ein ganzer Sommer eingeplant werden. Nur wenige Yachten halten nach passieren der Lofoten den Bug weiter Richtung Norden, um das Nordkap zu runden oder weiter durch die Barentssee bis zur arktischen Inselgruppe von Svalbard zu segeln. Zwischen dem Nordkap und der norwegisch-russischen Grenze sind nur selten Segelboote anzutreffen, die Nordküste Norwegens ist die Küste der Fischer, Yachtausrüster und Yachthäfen gibt's hier keine mehr.

Einreise nach Norwegen:

Norwegen ist nicht EU-Mitglied, jedoch Unterzeichner des Schengen-Abkommens. Yachten und Crews aus Österreich oder Deutschland haben es somit leicht, ins Land zu kommen, keine Visums, nicht einmal das Aufsuchen der Immigrationsbehörden sind nötig. Allerdings müssen sich Staatsbürger von Schengen-Ländern nach spätestens 90 Tagen bei einer Polizeistelle registrieren lassen. Die Beamten können einen Nachweis über genügend finanzielle Mittel und eine gültige Krankenversicherung für die Aufenthaltsdauer in Norwegen verlangen.

Normalerweise darf eine Segelyacht für die Dauer von 12 Monaten temporär nach Norwegen eingeführt werden, ist ein längerer Aufenthalt im Land geplant, kann vor oder während des Aufenthalts eine Verlängerung beim Zoll beantragt werden. Auch Yachten, die in Schengen-Ländern registriert sind, sollten beim Zoll gemeldet werden, die nötigen Formulare sind in englischer Sprache und gebührenfrei. Schusswaffen an Bord können problemlos beim Zoll eingetragen werden.

Norwegen hat strickte Einfuhrbestimmungen bezüglich Alkohol und Zigaretten, die von besuchenden Yachten ernst genommen werden sollten. Die Küstenwache kontrolliert durchaus auch ausländische Yachten, bei unserer Einreise wurden wir durch Beamte des Küstenwachschiffes „Nornad“ gebordet und freundlich aber bestimmt kontrolliert. Auch die Einfuhr von ausländischen Lebensmittel ist begrenzt, wenn auch uns gegenüber diesbezüglich die Zollbehörden keine Fragen stellten. Weitere Informationen bezüglich Zollbestimmungen sind unter http://www.toll.no zu finden.

Ausrüstung von Boot und Crew:

Wenn auch Yachtausrüster nur im Süden des Landes angesiedelt sind, so sind doch in vielen Dörfern und Häfen Reparaturmöglichkeiten zu finden und nötige Teile und Ausrüstungsgegenstände sind leicht via Internet zu bestellen. Überraschenderweise haben wir Yachtausrüstung als günstiger bis gleichteuer zu deutschen Marktpreisen gefunden, norwegische Arbeitszeit ist allerdings teuer und das norwegische Postservice haben wir als verhältnismäßig langsam erlebt, speziell im Norden des Landes dauert jegliche Bestellung ungefähr eine Woche, bis sie geliefert werden kann. Segelmacher sind vereinzelt anzutreffen und zumindest im Norden fast ausschließlich auf Persenningnähen spezialisiert. Eine gut durchdachte und gewartete Segelausrüstung ist entlang der norwegischen Küste wichtig, die Yacht sollte auch ausreichende Schwerwettersegel mitführen. Unverzichtbar empfanden wir einen verlässlichen Dieselmotor, speziell in den Fjorden und zwischen den Inseln sind die Winde wechselhaft und können das vorankommen unmöglich machen. Gerade in den strömungsreichen Gebieten im Norden kann dies ohne funktionierender Maschine sehr gefährlich werden. Wir haben Windstille gefolgt von plötzlich einfallenden Sturmböen erlebt und zwischen den Inseln Strömungen mit bis zu 4 Knoten gefunden.

Nicht überall sind Yachthäfen, wenn auch die Küste eine große Anzahl von Schwimmstege und Kais, vorwiegend für Fischerboote, bietet. Das Anlegen ist meist billig bis teilweise kostenfrei, wir haben die Hafenkapitäne als freundlich und hilfsbereit empfunden in vielen Dörfer bietet ein Hotel oder Campingplatz dem Segler gegen kleine Gebühren Dusch- und Waschmöglichkeiten. Viele Sportboothäfen haben Gästestege, meist mit einem Briefkasten zur Hinterlassung der kleinen Gebühren. Wäschewaschen ist dennoch oft genug ein leidiges Thema und die Möglichkeit von funktionierenden Waschmaschinen muss allzeit genützt werden. Oft genug haben uns Norweger ausgeholfen, indem wir unsere Wäsche im privaten Heim waschen und trocknen durften.

Norwegen bietet eine beinahe unbegrenzte Auswahl an Ankerplätzen, von sehr gut geschützten Buchten bis zu schweren Ankerbedingungen bei Fallwinden und Seegras. Weiter im Norden haben wir generell schwierigere Ankerbedingungen als im Süden gefunden, zwar sind die nördlichen Buchten einsam und meist wunderschön, doch schroffe, kahle Felsformationen erhöhen die Gefahr von Windeffekten, schwere Fallböen treten auf. In der Regel sind Ankerbuchten von 5 bis 15 Meter Wassertiefe zu finden, vereinzelt jedoch auch tiefer. In den Fjorden haben wir in bis zu 23 Meter tiefen Buchten geankert. Das Ankergeschirr muss daher für tiefes Wasser ausreichen, mit guten Allroundankern, viel Kette und einer Ankerwinde. Schärenliegen ist generell nur an der Südküste üblich, nördlich von Bergen sind kaum noch Schärenliegeplätze zu finden, weshalb wir unsere Schärennägel entlang der norwegischen Küste kein einziges Mal verwendet haben. Bojen sind überwiegend in Privatbesitz und es ist schwer festzustellen, in welchem Zustand sie sich befinden. Gerade aber für eine Überwinterung im Norden kann sich eine starke Boje als günstig herausstellen, da eine Segelyacht an einer Boje auch bei schweren Winden und unruhiger See sicher liegt, vorrausgesetzt, sie wurde mit Kette oder mehreren Trossen gesichert.

Trinkwasser ist nahezu überall zu erhalten, wir haben meist an einem Dieselkai zum Wasserbunkern angelegt. Die Wasserqualität in Norwegen ist hoch und wir haben es nicht als nötig gefunden, Zusätze in unsere Tanks zu geben. Teilweise auch deshalb, weil die Wassertemperaturen der Nordsee und des Arktischen Ozeans ganzjährig so kalt sind, dass sich Wasser und auch Lebensmittel im Boot einfach und gekühlt aufbewahren lassen.

Auch im Hochsommer können sehr kalte Tage und Nächte vorkommen und Yachten, die in den Norden reisen sollten unbedingt mit einer zuverlässlichen Heizung ausgestattet sein. Wir waren stets mit unserem Dieselofen sehr zufrieden, an dem wir für die Überwinterung in Finnmark einen kleinen Heizkörper für die Eignerkabine angeschlossen haben. An manchen Stegen ist kostenlose Elektrizität zu finden, weshalb auch ein kleiner Elektroheizer als Backup sinnvoll sein kann. Auch würden wir in Zukunft einen kleinen Holz/Feststoffbrennofen mitbringen, da entlang der gesamten Küste Norwegens eine Unmenge an Treibholz zu finden ist. Und auch wenn Treibholz keinen herausragenden Brennwert hat und anscheinend schlechter verbrennt, hätten wir uns beim Aufwärmen an kühlen Sommerabenden viel Diesel sparen können.

Zur Stromversorgung an Bord haben wir mit unseren drei Solarpanelen an Deck den ganzen Sommer über sehr gute Erfahrungen gemacht, da durch die Mitternachtssonne auch bei trüben Wetter genügend Sonnenstunden zur Ladung erfolgt. Öfter als gehofft läuft die Yacht entlang der norwegischen Küste unter Motor, weshalb große Lichtmaschinen zur Ladung installiert sein sollten. Für die dunklen und windreichen Wintermonate hat unser kleiner Windgenerator gute Dienste geleistet. Wird jedoch geplant, im Winter viel Zeit vor Anker oder einer Boje zu verbringen, ist ein zusätzlicher Stromgenerator praktisch.

Wir haben keinen Kühlschrank an Bord. Aufgrund der kühlen Wassertemperaturen hat sich ein sauberes Fach in der Bilge als ausreichende Kühlmöglichkeit bei uns an Bord herausgestellt, im Winter fungierte der Ankerkasten zusätzlich als Gefrierfach.

Gekocht wird bei uns an Bord mittels Propangas, was sich entgegen allen Vorwarnungen im Norden von Norwegen als unproblematisch herausstellte. In Bodø sowie auch in Alta ( Shell Oljesenter, Pedersens Varmeservice AS, Myggveien 14, 9514 Alta; Tel: 7844 4900/ 911 07909, post@pedersensvarme.no ) werden ausländische Gasflaschen ohne Problem gefüllt (Stand 2011/12). Zusätzlich haben wir in Deutschland ein Anschlussventil für norwegische Gasflaschen gekauft und im Winter eine geliehene Gasflasche eines norwegischen Freundes verwendet. Propangas ist jedoch wie so vieles empfindlich teurer als in Deutschland.

Entlang der norwegischen Küste verwendeten wir kaum eine Selbststeueranlage, doch dies ist sicherlich vom persönlichen Geschmack der Crew abhängig. An Bord von La Belle Epoque haben wir sowohl Aries Windsteueranlage wie auch einen elektrisch betriebenen Autopilot.

Zum Segeln entlang der norwegischen Küste benötigt die Crew meist warme Kleidung. Thermooveralls, die in Norwegen in sämtlichen Fischereibedarfsgeschäften (preisgünstig) erhältlich sind, haben sich bei uns an Bord als die beste Segelbekleidung in kalten Jahreszeiten herausgestellt. Gummistiefel sind selbst im Hochsommer unverzichtbar, für nasse Segeltage wie für Landgänge an einsamen Ankerbuchten. Verbringt die Crew Herbst und Winter im Norden, müssen Thermogummistiefel, ordentliches Winterschuhwerk (beides am besten aus Fischerei- oder Jagdbedarf) sowie isolierte, wasserdichte Handschuhe an Bord sein. Zum Segeln im Winter verwenden wir dicke Gummihandschuhe aus dem norwegischen Fischereibedarf, die sind zwar etwas unpraktisch, doch immer noch besser als mit gefühllosen Händen an vereisten Schoten zu arbeiten.

Die Wassertemperaturen im Arktischen Ozean liegen zwischen 2 und 7 Grad Celsius und ein Überbordgehen ist lebensgefährlich, weshalb die Crew nur gut gesichert an Deck arbeiten sollte. Das Tragen von Rettungswesten ist in Norwegen nicht verpflichtend, jedoch selbst unter Fischern normal.

Unterlagen und Navigation

Aufgrund der zerklüfteten Küste und den vielen Untiefen empfehlen wir sowohl elektronische Navigation wie das zusätzliche Verwenden von Papierkarten. Speziell im Frühjahr in der Nordsee und später in der Barentssee erlebten wir häufig Nebel, weshalb uns das Radar öfter einen guten Dienst leistete. Teilweise sind norwegische Seekarten nicht akkurat und speziell in den Lofoten erlebten wir einige Gebiete als sehr schlecht kartografiert. Neue norwegische Papierkarten zeigen in der Regel die Gebiete von alten, ungenauen Aufzeichnungen. Auf den elektronischen Seekarten konnten wir allerdings diese Hinweise nicht finden und so ist speziell bei Dunkelheit und Nebelfahrten besondere Vorsicht geboten. Mehrmals führte unser am PC geplotteter Schlag direkt über die Felsen, während wir uns mitten im Fahrwasser zwischen den Inseln befanden. Auch haben wir einen elektronischen Kompass dem magnetischen vorgezogen, aber dass kann durchaus auch daran liegen, dass unsere La Belle Epoque aus Stahl gebaut ist...

Als Segelhandbuch verwendeten wir eine e-book Version des Norwegian Cruising Guides von Phyllis Nickel und John Harries, zum Downloaden unter http://www.norwegiancruisingguide.com , wobei wir alle uns interessierenden Gebiete vorab in Papierform ausgedruckt haben. Der Guide ist auch als Buchversion am Markt. Der Imray-Cruising Guide von Judy Lomex beinhalten größtenteils die selben Plätze. „100 Häfen in Norwegen“ von Georg Schuster ist einfach und etwas gewöhnungsbedürftig, beinhaltet jedoch durchaus interessante Informationen. Bei einer Mitgliedschaft der norwegischen Seenotretter kann das Hafenhandbuch „Ferie & Fritids-Havner“ kostenlos bezogen werden, in dem alle Sportboothäfen bis Tromsoe in Norwegisch, Deutsch und Englisch sehr übersichtlich mit Karten und Fotos verzeichnet sind. Mehr Infos unter http://www.redningsselskapet.no .

In norwegischen Seekarten sind unzählige Ankerplätze eingezeichnet und so ist es auch ohne Handbücher teilweise sehr einfach, gute Ankermöglichkeiten zu finden. Oft genug haben wir erst vor Anker die Küstenhandbücher aufgeschlagen um über den betreffenden Platz zu lesen.

Besonders zu erwähnen ist die Tatsache, dass in norwegischen Küstengewässern das Wegerecht zur Kollisionsverhütung nicht dem internationalen Richtlinien gleicht. Fähren und große Schiffe haben hier auch vor dem Segelboot Wegerecht und alle Sportboote haben sich vor den großen und teilweise schnellen Schiffen frei zu halten. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass alle Schiffe auf einen UKW Anruf unsererseits reagiert haben und fast alle Fähren durchaus auf die Sicherheit von Sportschiffen achten, eine einzige Fähre (in der Ansteuerung von Stavanger) versuchte, uns vom Fahrwasser abzudrängen.

Generell sind Untiefen entlang der Küste Norwegens ausreichend betonnt, wenn auch die teilweise sehr schlecht sichtbaren Eisenstangen für ausländische Segler etwas gewöhnungsbedürftig sind. Die kleinen weißen Leuchttürme auf den Felswenden sind allerdings schon von weitem gut zu entdecken. Die Norweger lieben offensichtlich Sektorenfeuer und viele Einfahrten sind mit Richtfeuer gekennzeichnet.

Wetter, Tide und Kommunikation

Das Wetter entlang der norwegischen Küste ist wechselhaft und Schwerwetter in diesem Seegebiet kann für Yachten sehr gefährlich werden. Denn nicht nur unzählige Untiefen sind der Küste vorgelagert, am Kontinentalschelf kann sich furiose See aufbauen, wenn der Wind den Altantik peitscht. Die beste Möglichkeit, sich mit ausreichenden Wetterinformationen zu versorgen ist unserer Meinung nach immer noch über Kurzwellenfunk. Wir haben an Bord eine Amateurfunkanlage und können per Pactor/Winlink ( http://www.winlink.org ) stets neueste Wetterberichte, Gribdaten und Wetterfax beziehen. Besonders erwähnenswert ist außerdem die wettertechnische Begleitung durch die hilfsbereiten Amateurfunker des deutschen Vereins Intermar ( http://www.intermar-ev.de ), welche uns bis zu zwei mal täglich mit hochwertigen Wetterberichten versorgen.

Den Schritt zum Amateurfunker legen wir deshalb jeden angehenden Langfahrtensegler nahe, die Kosten der Anlage relativieren sich schon bald und die Ausbildung zum Amateurfunker ist durchaus interessant. Im Gegensatz zum Datendownload über Satellitentelefon fallen beim Amateurfunk keine laufenden Kosten mehr an (ausgenommen der Gebühren von ca. 12 Euro jährlich), weshalb wir uns stets großzügige Wetterdownloads genehmigen können.

Entlang der Küste können Grib-Daten (siehe Wetter an Bord – Grib-Daten) und Wetterberichte über Internet ( http://www.yr.no ) bezogen werden, und wenn auch die Abdeckung des norwegischen Telefonnetzes entlang der gesamten Küste hervorragend ist, so kann für den reisenden Touristen Internet in Norwegen durchaus schwierig sein. Als Tourist ohne norwegischer Sozialversicherungskarte ist der Erwerb einer norwegischen Simkarte nur mit stark begrenztem Datendownload möglich, nach der Verwendung von 200MB Download im Monat ist nur noch extrem langsamer Datenverkehr möglich und der Bezug von Wetterkarten wir praktisch unmöglich. Der Kauf einer norwegischen Simkarte lohnt sich daher kaum. Gratis WiFi-Anschluss ist allerdings in fast jedem Restaurant, bei Peppies Pizza, McDonalds, Einkaufszentren, Cafes und Bars, Touristenbüros und in allen Büchereien möglich. Viele Schiffe in den Häfen betreiben ungesichertes Funkinternet und so ist manchmal ein Einlocken in ihre Netzwerke möglich.

Wetterberichte in norwegischer Sprache werden täglich über UKW Funk ausgesendet und der Empfang von Wetterdaten via Navtex sollte möglich sein.

Während in südlichen Teil Tiden und Strömungen keine nennenswerte Rolle spielen, sind im nördlichen Seegebiet die Tiden ausgeprägt und teilweise starke Strömungen zu finden. Im Sommer kann aufgrund der immer scheinenden Sonne Tidenströme leicht berücksichtigt werden, der Tagesrhythmus wird einfach von der Tide bestimmt und nicht mehr von Tag und Nacht. Wir empfanden es allerdings nicht überall als zwingend nötig, mit der Tide zu arbeiten. Ab den Lofoten, in den Seegebieten von Finnmark und rund der Nordkapinsel Magarøya trifft die Yacht auf ausgeprägte Strömungen, die beachtet werden wollen. Wir haben an Bord den PC-Tidenkalender WxTide32 verwendet, der als kostenloses Download erhältlich ist.

Leben an Bord

Lebensmittelpreise in Norwegen sind im Durchschnitt doppelt bis dreifach so teuer als in Deutschland oder Österreich. In kleinen, entlegenen Dörfern sind die Preise noch teurer, Qualität und Auswahl von Lebensmittel lässt oft zu Wünschen übrig. Obst und Gemüse, speziell Salat ist in vielen Geschäfte nicht frisch, Tiefgefrorenes zeigt wiederholtes Auftauen oder lange Liegezeiten mittels großen Eiskristallen in den Packungen. Die Geschäfte sind oft überfüllt mit Fertigprodukten und die Auswahl von frischem Fleisch ist begrenzt. Reguläre Supermärkte haben nicht wie zuhause eine Wurstbank oder Metzgerei. Hohe Qualität zu normalen Preisen fanden wir in Milch und Milchprodukten, Müsli, Getreide und Samen (besonders Roggenmehl), Orangensaft sowie einigen Konservenprodukten. Norwegische Spezialitäten sind nicht jedermanns Sache und sollten zuerst nur in kleinen Mengen zum Verkosten gekauft werden.

Rema 1000 ist in Norwegen die preisgünstigste Lebensmittelkette. Teilweise ist für uns der Preisunterschied der Produkte in den einzelnen Supermärkten durchaus unverständlich, handelt es sich doch stets um die selben Markenprodukte. Anders als von Billiganbietern in Österreich und Deutschland gewöhnt, verkauft Rema 1000 die selben Markenprodukte wie alle anderen Ketten und nur wenige Eigenmarken.

Spätestens ab Höhe der Lofoten sollte das Angeln von frischem Fisch kein Problem mehr sein. Dorsch lässt sich beinahe überall aus dem Wasser ziehen, indem mehrere Tintenfischköder mit Hilfe von Blei bis an den Meeresboden gelassen werden und anschließend leicht auf und ab gedippt werden. Dorsch kämpft und zappelt nicht, sobald er aus dem Wasser gehoben wird und ist damit eine wirklich leichte Beute. Er schmeckt relativ neutral und eignet sich für viele Rezepte, zum Einkochen und zum Trocknen. Fast überall ist Dorsch von Würmern befallen und darf deshalb nicht roh gegessen werden, die Parasiten sterben beim Kochen über 60 Grad ab und werden so für den Menschen ungefährlich. Deshalb empfehlen wir, Dorsch auch dann gut durch zu erhitzen, wenn man keine Würmer oder Befall findet. Angeln im Salzwasser ist generell erlaubt, in Flüssen und Seen und zum Fischen von Lachs muss allerdings eine Fischerkarte gekauft werden. Netzfischen ist nur Norwegern gestattet.

Miesmuscheln, Herzmuscheln und Seetang kann an vielen Ankerplätzen geerntet werden, das Land bietet eine Unmenge an Beeren und Pilzen, Bestimmungsbücher sind hilfreich.

Die Jagd ist im Allgemeinen auch Touristen erlaubt, sofern sie im Besitz einer Jagdlizenz in ihrem Heimatland sind. Vorsicht allerdings bei Großwild: gerade im Norden von Norwegen befindet sich freilaufendes Rentier in Privatbesitz und darf nicht geschossen werden. Schrotgewehre sind an Bord leicht einzuführen, sie müssen lediglich beim Zoll in die Schiffspapiere eingetragen werden.

Kleine Auswahl an Ankerplätzn und Häfen

1. Oslofjord und Südküste Norwegens

Evjesundet 59°21.5'N 10°40'E

Schöner ruhiger Ankerplatz der rundum geschützt ist, eine Gästeboje ist vorhanden, die wir benützt haben. Schöne Spatzierwege an Land

Oslo: 59°54.7N 010°41.6E

Wir ankerten hinter dem Yachthafen Dronning, dicht an der Halbinsel Bygdøy in 6m Wassertiefe mit gutem Halt auf Sand/Schlammgrund. Hier sind einige kleine Bojen im Wasser, es ist aber genügend Platz für ein bis zwei Yachten vor Anker, ohne ins Fahrwasser der weiteren Yachthäfen zu ragen. Nachträglich wurde uns erzählt, dass Ankern hier aufgrund von Kabel und Pipelines nicht erlaubt sei, doch wir konnten keinen Hinweis in den neuen Karten finden, es gab keine Beschilderung von Kabel am Ufer, noch wurden wir bei unserem mehrtägigem Aufenthalt gestört. Trotzdem wollen wir den Hinweis geben, dass Ankern in diesem Gebiet möglicherweise verboten sein kann und eventuell Probleme mit Kabel auftreten können.

Risør 58°43.3N 009°15.08E

Um keine Hafenkosten zu haben, ankern wir am östlichen Ufer der Bucht mit dem Heckanker, Bug zu der kleinen Felsinsel. Wir finden hier einen gut geschützten und ruhigen Platz und fahren mit dem Dingi in die hübsche Stadt der weißen Holzhäuser.

Langør 58°37.6N 009°06.65E

Wir ankern im Håkesund südwestlich vom Dorf, wo wir eine ruhige und schöne Ankerbucht mit einigen Felsliegeplätzen finden. An der Einfahrt liegt eine Untiefe mit 2m, wir hielten uns sehr dicht unter Land und hatten trotz unserem 2m Tiefgang keine Probleme. Ankern in 10m Tiefe mit Sandboden und nehmen das Dingi nach Langør, was sich für eine Besichtigung lohnt.

2. Westnorwegen

Stavanger 58°58.2N 005°43.78E

Finden keine Ankermöglichkeit in Stavanger und machen am Pier fest. Die Gebühr ist am Parkautomaten beim Autoparkplatz zu bezahlen und lag bei 150 Kronen pro Nacht, soweit ich mich erinnern kann. Die Stadt, besonders die Altstadt ist sehenswert, die Nächte allerdings sind laut, da der Hafen rundum mit Bars und Cafes bestückt ist.

Lysebotn 59°03.3N 006°38.7E

Am Ende des Lysefjord kann die Yacht an dem gratis Gästesteg festgemacht werden. Und auch wenn die Fähre täglich zweimal Wällen schlägt, ist der Platz einfach traumhaft und sollte angelaufen werden. Die Wanderung auf den Kjerak ist sehr beeindruckend und vom Lysebotn möglich. Keine Versorgung.

Torskaviga: 58°56.95N 005°56.3E

Segeln wie auf einem See! Sehr schöner Ankerplatz im Fjord, sehr ruhig und geschützt mit ein paar Ferienhäusern am Ufer.

Sundal 60°07.13N 006°16.04E

Der Hadangerfjord gehört zu den wirklich sehenswerten Fjorden Norwegens und bietet eine herrliche Kulisse für den Segeltag. In Sundal machen wir am Campingplatzsteg fest, wo 80 Kronen per Tag verrechnet werden. Dafür gibt's Duschen, die nach der schönen Wanderung zum Gletzschersee und ins Naturschutzgebiet auch nötig ist. Die Gletscherzunge des Fonnafongletschers ist sehr sehenswert und von hier aus können mehrtägige Wanderungen auf den Gletscher und zu Hütten unternommen werden.

Kinsavik 60°22.6N 06°42.9E

Wir finden nur einen sehr tiefen Ankerplatz im Süden der Bucht von Kinsavik mit 23m Wassertiefe, relativ rasch abfallend, Sandboden mit gutem Halt. Die Bucht ist ungeschützt aus Wind von Nordwest, dennoch ist der Stop in Kinsavik sehr toll, da eine schöne Wanderung zu den Wasserfällen des Kinsoflusses führt. Die drei Wasserfälle sind sehr beeindruckend und der Wanderweg führt schließlich auf die kahle Hochebene der Hadangervida, ein beeindruckendes Stück Natur.

Ypso: 60°33.1N 005°01E

Nette kleine Schärenbucht in der Nähe von Bergen. Wir sparten uns so eine weitere Nacht in Bergen, da der Ankerplatz auch Abends nach der Stadtbesichtigung noch leicht zu erreichen ist. Ankern in 11m Wassertiefe mit gutem Halt im Schlammboden.

Ålesund 62°27.9N 006°27.3E

Um Hafengebühren zu sparen, ankern wir hinter der kleinen Insel von Hundsvaer südöstlich von Ålesund, wo wir eine gut geschützte und ruhige Ankerbucht finden und La Belle Epoque zusätzlich mit einer Heckleine zu einer großen Boje sichern. Um nach Aalesund zu gelangen, bedarf es allerdings einen Außenborder fürs Dingi. Wahrscheinlich ist es aber auch möglich, am verfallenen Steg von Bårholmen festzumachen, von wo aus das Zentrum einfacher erreicht werden könnte. Wir fanden sämtliche in der Seekarte eingetragenen Ankerplätze für kleine Yachten ungeeignet und waren froh, einen so gut geschützten Platz hinter Hundsvær zu finden.

Sandnes: 63°51.1N 009°45.4E

(auch Sandnesvågen) sehr einfache und gut markierte Einfahrt in die rundum geschützte Bucht. Wir ankern vor dem Coop-Geschäft, am Ende des Bojenfelds auf 10m Tiefe mit Sandboden, wo wir ein Sturmtief abwarten. Der sehr weiche Boden lässt uns den Anker bei Starkwind etwas schleppen und wir müssen einen Zweitanker setzten. Trotzdem empfanden wir den Platz als eine gute Wahl um das Schlechtwetter abzuwettern. Notfalls gibt es auch einen Gästesteg, Diesel und Waschmaschinen am Gästesteg, schöne Wandermöglichkeiten in der Umgebung

Achtung: zwischen Linesøya and Stokløya (64°02.9N 009°55.6E): hier wird eine neue Brücke gebaut, die Durchfahrt ist nicht möglich.

Vegasteinen 65°41.13N 012°01.6E

Wir erlebten ein absolut herzliches Willkommen auf dieser schmucken Insel in Norwegen von Britt. Sie betreibt hier das kleine Museum und kümmert sich um den Gästesteg. Unsere Versuche, vor dem Steg zu Ankern scheiterten, da unsere Anker nicht ausreichend griffen, weshalb wir den Gästesteg benützten, für den 100 Kronen pro Nacht verrechnet werden. Dusche und Waschmaschine sind im roten Gebäude neben dem Steg untergebracht.

Nordnorwegen

Ytre Handvika / Nordford: 66°34.5N 013°30.4E

Sehr schöne Ankerbucht im wilden Nordfjord, direkt über dem nördlichen Polarkreis. Ankern auf 12m Wassertiefe mit gutem Halt im Sandboden, teilweise erlebten wir hier Fallwinde, doch der Ankergrund ist gut und La Belle Epoque ist über Tage am selben Fleck geblieben. Rundum tosen kleine Wasserfälle von den Bergwänden, bei Niedrigwasser kommt am Ufer ein altes Holzbootwrack zum Vorschein, am Ufer weiden Rentiere und die Steine hier glitzern ganz eigentümlich. Herrlicher Platz ohne menschlichen Anzeichen und mit der wilden und rauen Natur des Nordens.

Engen: 66°42.5N 013°42.7E

Am Ende des Fjords und direkt vor der Gletscherzunge des Starvisengletschers machen wir La Belle Epoque am Schwimmsteg fest, wo keine Gebühren berechnet werden und der Steg einen guten und stabilen Eindruck macht. Dieser Platz ist „Pflicht“ mit schöner Wanderung zum Gletscher und wundersamer Farbenpracht in der Mitternachtssonne!

Sandvika, Landegode 67°23.1N 014°18.7E

Ein herrlicher Ankerplatz umgeben von weißen Sandstränden mit ersten Vorgeschmack auf die Lofoten! Wir ankern in 13m auf Sand mit sehr gutem Halt, keine Fallwinde und schöne Wanderungen auf der Insel.

Skrova 68°09.9N 014°39.8E

Typisches kleines Lofoten-Fischerdorf. Wir machen am Kai vor einem Haus in Kuholmen fest, wo wir nichts bezahlen müssen. Doch Vorsicht, an einer Stelle sind Steine vom alten Kai abgerutscht und bei Niedrigwasser könnte die Yacht aufsitzen, deshalb genau auf den Echolot achten bei der Platzwahl. Auch wenn es in Skrova ein Lebensmittelgeschäft gibt, raten wir, in Bodø voll zu Punkern oder nach Svolvær zu segeln, da es hier auf den Inseln ungleich teuer ist.

Reine 67°56.3N 013°04.7E

Wir ankern zwischen den Fischerbooten in Reine, der wohl meistfotografierten Stadt der Lofoten. Die Berge sind sehr beeindruckend, wenn auch Fallwinde von ihnen herunter jagen.

Skipøya 68°29.08N 015°11.9E

Sehr hübscher Ankerplatz auf weißem Sand, mit Sandstränden und einer Bucht, die beim trockenfallen Herzmuscheln zum Sammeln frei gibt! Wir konnten hier mit dem Dingi schnell einige Dorsch aus dem Wasser ziehen.

Nergardsvika 69°00.1N 016°32.2E

Schöner Platz mit einem kleinen Hafen, in dem 50 Kronen berechnet werden. Kleines Dorf mit nur wenig Versorgungsmöglichkeiten.

Hamnholmen 69°09.32N 017°31.26E

Ankern in 4m Tiefe auf Sandboden und genießen die kleine Bucht, in der ein paar Bojen mit Fischerbooten sind. Fangen auch sogleich reichlich Dorsch fürs Abendessen. Sehr gut geschützter Platz und günstiger Ausgangspunkt für den Segelschlag nach Tromsø

Tromsø:

Auch wenn der Stegplatz sehr teuer ist (215 Kronen per Nacht) ist die Stadt sehenswert und einen Aufenthalt wert. Wir besuchen auch die Museen, wobei das “Aquarium“ nicht besonders beeindruckt. Tromsø ist eine günstige Stadt zur Versorgung: durch die Brücke erreicht man den Dieseldock, etwas weiter ist ein Rema 1000 mit einem kleinen Steg vor dem Parkplatz, den wir währent unseres Einkaufes von Lebensmittel nützten. In der großen Bücherei gibt's gratis Internet.

Kloggerøya, bei Hammerfest 70°36.1N 023°37.8E

Diese Bucht ist besonders interessant bei schlechtem Wetter, da sie rundum sehr gut geschützt ist, wenn's in Hammerfest bläst und ungemütlich wird. Wir haben uns an eine Boje festgemacht und bei einer anderen Gelegenheit dicht vor dem Steg geankert. Auch der Steg bietet sicherlich eine Alternative bei schlechtem Wetter. Keine Versorgungsmöglichkeiten.

Alta 69°58.3N 023°14.6E

Nützen beide Möglichkeiten des Festmachens: einerseits am Dieseldock des Yachthafen Bossekop, an der Innenseite des Dieselstegs. Achtung, die Wassertiefe steigt relativ schnell im Hafen an auf 2m und tiefgehende Yachten können nicht viel weiter hineinfahren als eben auf den Dieselsteg. 100 Kronen per Nacht. Im Hafen leben einige Lifeabords auf Segelbooten, was zu netten und hilfsbereiten Begegnungen uns gegenüber führte.

Die zweite Möglichkeit ist in Bukta, wo in der kleinen und gut geschützten Bucht von Amtmannsnes ein neuer Yachthafen gebaut wurde. Der Hafen wird von der Hafenbehörde von Alta betrieben, die Hafenmeister befinden sich beim großen Fährsteg gegenüber in Bukta, wo man auch den Schlüssel für das Tor erhält. 60 Kronen pro Tag mit gratis Elektrizität. Alta ist Finnmarks größte Stadt und so gut zur Versorgung oder für eine Überwinterung. Schöne Ausflüge in der Umgebung mit vielen Wandermöglichkeiten entlang des Altaflusses und auf die Gipfel, tausende Jahre alte Steinmalereien können in Alta besichtigt werden und im März startet das größte Hundeschlittenrennen Skandinaviens von hier aus.

Honningsvåg 70°58.9N 025°58.4E

Das nördlichste Städtchen der Welt liegt auf der Insel Magaroya und wird von vielen Nordkaptouristen besucht. Der Hafen begrüßt Gäste mit einem Gästeschwimmsteg vor dem Souveniershop/Icebar gleich neben dem Hurtig-Anlieger. Der hilfsbereite Hafenmeister beerte uns zwar mit einem Besuch, wollte aber keine Gebühren für unseren mehrmaligen Stop an seinem Pier verrechnen. Ausflüge zum Nordkap via Bus, Königskrabbensafaris und ATV-Touren werden angeboten. Und natürlich kann man hier die Umrundung des Nordkaps ordentlich in einer der gemütlichen Bars von Honningsvaag feiern!

Vardø 70°22.6N 31°06.4E

Wir machen am Steg bei den Fischerbooten fest und später am Steg vor dem Touristenoffice, wobei der zweite Platz nur am äußeren Ende genug tiefes Wasser für unsere 2m Tiefgang hat und sehr stark vom Schwell der Hurtigschiffe gemartert wird. Der Fischereisteg ist sicherlich die ruhigere Alternative, wenn auch der Stadtteil dort der hässlichere ist. Das Hexendenkmal der Stadt ist sehr beeindruckend und sehenswert. Die Hafenmeister verrechnen uns keine Gebühren aufgrund des herrlichen Wetters!

Grense Jakobslev 69°47.3N 030°47.15E

Die letzte Ankerbucht vor der Grenze zu Russland ist in Lille Sandbukta. La Belle Epoque ankerte hier auf 7m Wassertiefe mit Sandboden vor dem hübschen Sandstrand. Zu Fuß gehts bis zur Grenze von Russland, wo man den Grenzfluss überblicken und die kleine norwegische Steinkirche besichtigen kann. Der Ankerplatz ist allerdings nicht vor Wind und Wellen aus Nord geschützt und sollte nur bei ruhigen Wetter besucht werden.

[zum seitenanfang]

 

 

 

[zum seitenanfang]

[kontakt] [impressum]