Kommunikation an Bord
Kommunikation an Bord einer Langfahrtenyacht heißt nicht nur, den Kontakt zu Freunden und Famile aufrecht zu erhalten, sondern auch, wichtige Wetterdaten zu beziehen. Bis heute ist dazu ein Kurzwellenfunk das wichtigste und am besten geeinetste Kommunikatonsmittel an Bord, denn nur Kurzwellenfunk ermöglicht es der billig reisenden Yacht, große Wetterkarten, flächendeckende Grib-Daten und kostenlose Wetterinformationen durch Amateurfunker zu erhalten, ohne dabei das Seglesbudget mit großen, laufenden Kosten belasten zu müssen. Auf dieser Seite sammeln wir darum hauptsächlich Informationen über Amateurfunk und Co, wenn wir auch versuchen werden, Erfahrungen mit anderen Kommunikationsmögichkeiten einzubringen.
SSB Amateurfunk Seilantenne im Eigenbau
ein Beitrag von David und Bella Sturm, http://www.sturmaufsee.at/
Nach der Anschaffung einer Amateurfunkanlage kam für uns die
schwierigste Frage, welche Antenne setzen wir ein. Isoliertes
Achterstag, Peitsche(Angelrutenantenne) oder Seilantenne sind die
Möglichkeiten. Aufgrund der Kosten und des Platzangebotes haben wir uns
für den Eigenbau einer Seilantenne entschieden. Der Aufbau ist so simpel
dass er selbst durchgeführt werden kann.
Man benötigt:
10 Meter preiswertes Kunststoffseil mind. 12mm dick
7-8Meter isolierter Litzendraht(flexibler Kupferdraht) 1mm2 Querschnitt
Epoxy
Lötzinn und Lötkolben
Bei der Auswahl des Seils ist wichtig dass sich der Mantel des Seils von
Kern lösen lässt, also genau das was wir uns bei unseren Fallen und
Schoten nicht wünschen. Meist erfüllen die günstigsten Baumarktschoten
dieses Kriterium mit Bravur. Genauso gut kann man ausrangierte alte
Schoten verwenden.
Der Litzendraht wird an einem Ende mit Epoxy versiegelt um
Wassereintritt in die zukünftige Antenne zu verhindern. Soll die Antenne
als Notfallantenne dienen kann die Länge entsprechend verändert werden
um auf bestimmten Bändern ohne Tuner besser senden zu können.
Der äußere Mantel des Seils wird einen halben Meter vom Ende vorsichtig
mit einem kleinem Schraubendreher oder Nagel durchstoßen ohne ihn zu
verletzen und durch dieses Loch zieht man das Kerngeflecht aus Mantel
heraus. Nun hat man eine Ende mit zwei Teilen, einmal einen halben Meter
Kern und einmal einen halben Meter Mantelgeflecht. Nun verbinden wir den
Litzendraht mit dem Kerngeflecht. Das ist der erste schwierigere Teil
der Angegelegenheit weil die Verbindungsstelle nicht zu dick werden darf
um später durch den Mantel hindurchgezogen werden zu können.
Wir haben die den Draht auf einer Länge von rund einem halben Meter
längs auf den Kern gelegt und ihn mit starken Klebenband fixiert
(Klebestreifen längs drauf legen und herumwickeln dann bleibt die
Verbindung relativ dünn) Dieser Teil muss eventuell variiert werden da
der Aufbau jedes Seils unterschiedlich ist.
Dann geht die eigentliche Arbeit auch schon los, das Einziehen des
Antennendrahtes in unser Antennenseil. Dazu wiederholt man die Prozedur
des Kern herausziehens am zweiten Ende wie schon vorhin und befestigt
den leeren Antennenmantel an einer Mauer oder am Boot um das ganze Seil
möglichst strecken zu können. Für die Arbeit benötigt man zwei Personen,
einer der den Kern herauszieht und einer der vorsichtig den
Antennendraht nachführt und das zweite Ende hält.
In folgendem Bild erkennt man den durch den Seilmantel eingezogenen
Antennendraht.

Nun ist ein wenig Kraft und behutsames Nachziehen und eventuelles
Nachschieben des Mantels erforderlich um den Draht in das Seil zu
bekommen. Wir haben drei Anläufe gebraucht bis es geklappt hat, darum
nicht verzagen.
Mann muss soviel Antennendraht überstehen lassen wie man benötigt um den
Tuner zu erreichen. Die Verlegung des Antennenkabels möglichst weit weg
von metallischen Teilen am Boot führen oder mit
Kunststoffanstandshaltern fixieren.
Das Ende des Kupferkabels welches zum Tuner geht unbedingt mit Lötzinn
verzinnen um einen besseren Übergang herzustellen.
Wir haben an beiden Ende ein Auge in die Seilantenne gemacht und es mit
einem Fall vom Heck unseres Schiffes in den Mast gezogen.
Dabei muss Acht gegeben werden einen möglichst Großen Abstand zur
Verstagung und anderen Metallteilen einzuhalten. Ebenso wichtig
ist zu beachten dass nur der gesamte Draht vom Tuner weg bereits abstrahlender Teil ist.

Dies ist eine simple Antennenform welche man für sehr wenig Geld selber
bauen kann. Jede Antennenform hat ihre Befürworter und
der subjektive Vergleich unter Amateurfunkern führt oft zu
Ungereimtheiten. Die optimale Funktion der Amateurfunkanlage
hängt nicht nur von der Antennenart ab und deshalb kann man mit kleinem
Budget durchaus einen Selbstbau wagen und sich
von der Funktion am eigenen Schiff überzeugen. Als weitere
kostengünstige Alternative bietet sich der Einsatz einer Peitschenantenne
an welche aus einer Angelrute hergestellt wird.
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