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[lebensrhythmus]

Gesundheit und Lebensrhythmus unterwegs

"Head over heels I've fit in before
Now I don't want to do it no more
I just want to be who I want to be
Guess that's hard for others to see" - The Offspring

Während unsrer ersten Reisen konnte ich mit Freude feststellen, dass wir im Allgemeinen weniger krankheitsanfällig waren, unsere Kondition und Fitness sich verbesserte und unser Imunsystem gestärk war. Über Jahre plagten uns weder Infekte noch sonstige Krankheiten und körperliche Beschwerden. Und so ging es nicht nur uns alleine. Selten drehen sich die Unterhalutngen der Blauwassersegler um Krankheit, es macht den Anschein, dass dies einfach fast kein Thema ist.Und dennoch gitb es einiges zu beachten, wenn man die Zeit in fremden Ländern genießen will.

   

Imfpungen und Vorbereitungen

 

 

Wache und Rhythmus unterwegs

 

 

Atemtechnik gegen Seekrankheit

 

   
   

 

Impfungen und Vorbereitungen vor dem Ablegen

Zur Vorbeireitung einer Blauwasserreise gehören auch für die Gesundheit einige Vorsorgen getroffen. Hat man erst eine Vorstellung davon, welche Länder man bereisen wird, muss man sich nun über dortige Verhältnisse klar werden und schon früh genug im voraus dieverse Impfungen antreten. Einen guten Überblick dazu gibt die Internetseite des Institutes für Reisemedizin, IRI, beziehungsweise das Zentrum für Reisemedizin, www.reisemed.at, aber auch der Hausarzt kann helfen.

Grundsätzlich versuchen wir nun, den Weg zwischen Leichtsinn und übertriebenen vollpumpen mit Impfstoffen zu finden. Weshalb wir versuchen, alle unnötigen Vorsorgeimpfungen zu vermeiden. Unumgänglich ist jedoch die Vorsorge gegen Gelbfieber und Hebatitis. Da die Hebatitisimpfung in Österreich in Teilimpfungen gespritzt wird, ist es gearde hier nötig, schon bald vor dem Reisestart zum Arzt zu gehen, um die nötigen zeitlichen Abstände zwischen den einzelnen Impfungen einhalten zu können.

Geht die Reise in tropische Gebiete, ist auch Malaria ein Thema. Da es keine Impfungen gegen Malaria gibt, bietet der Markt hier verschiedene Preperate. Dabei handelt es sich um eine Gruppe an Medikmenten, die zum Schutz tägliche eingenommen werden kann oder um Tabletten, die die Krankheit erst nach Ausbruch bekämpft. Da Segler sich oft über Jahre in Gebieten mit möglicher Malariaansteckung aufhalten, muss man die Sinnhaftigkeit der täglichen Einnahme von Vorsorgepreperaten in Frage stellen. Tabletten, die nach Ausbruch der Krankheit helfen müssen aber unbedingt an Bord sein.

Nicht nur Impfungen und eine gut sortierte Bordapoteke helfen, die Gesundheit der Crew zu gewährleisten, besonders wichtig ist der persönliche Umgang mit Risikofaktoren und das eigene Verhalten in fremden Regionen.

Wichtige Tipps an Bord und in fremden Ländern:

-Vorsicht mit der Sonne, ausreichend Sonnenschutz verwenden, auch für die Augen und für den Kopf

- Alles gegen Mückenbisse unternehmen: lange Kleidung tragen, Kojen mit Mückengitter schutzen, Mückensprays verwenden

- "Eine Hand für dich und eine Hand fürs Schiff", Unfälle können auf See ein ernsthaftes Problem darstellen

- auch und speziell an Land herrscht Unfallrisiko, der Segler ist in vielen Fällen den Stress fremder Großstädte nicht gewöhnt und hat daher erhöhtes Unfallrisiko im Straßenverkehr (zum Beispiel mit dem Fahrrad)

- erhöhte Sorgfallt beim Trinkwasser, an Bord ebenso wie an Land

- erhöhte Sorgfallt bei Lebensmittel, möglichst Eis und bereits geschähltes Obst meiden, keinen rohen Fisch oder rohes Fleisch an Land essen

- Vorsicht bei selbst geangelten Fisch in Korrallengebieten, zuerst herausfinden, ob es im Gebiet Probleme mit Fischvergiftungen gibt.

- beim Schnorcheln und Tauchen die Finger von den Korrallen lassen, sie können schwer heilende Wunden hinterlassen

- persönliche Hygiene hoch halten, besonders bei der Benützung öffentlicher Dusch- und Toilettanalgen (Hafenanlagen), nicht Barfuß laufen und immer Hände gut waschen

- in den Tropen generell an Land nicht barfuß laufen

- Baden in stehenden Süßwassergewässern vermeiden

- bei Übernachttörns die Wacheinteilung einhalten, da Müdigkeit zu einem erhöhten Unfallrisiko fürhen kann

- genügend Trinken, zum Beispiel "Suntea"

- Durchfälle kritisch beobachten und nicht auf die leichte Schulter nehmen

- geprüfte Kondome verwenden, kein (ungeschützter) Geschlechtsverkehr mit fremden Menschen

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Wache und Rhythmus unterwegs

Endlich abgelegt, gilt es, sich in den Bordrhythmus zu finden und Erholung und Schlaf zwischen den Wachstunden zu finden, um genügend Energie und Aufmerksamkeit für die Aufgaben an Bord zu erhalten und die Schönheit des Segelns erleben zu können.

Als wichtig erschien uns immer, uns so gut es ging an die Wacheintielung an Bord zu halten und den Partner möglichst nicht seiner Freiwache zu berauben und zu lernen, die Stunden der Entspannung effizient zu nützen, die Bücher zur Seite zu legen und schon am Abend bei der ersten Freiwache eine Mütze voll Schlaf zu hohlen.

Da Blauwassersegler meist mit kleiner Crew unterwegs sind, wird sich ergeben, dass sich die Wachzeiten intensiv gestallten und die Sicherheit der wachhabenden Crew vor die Segelleistung in der Nacht gestellt wird. Als Paar unterwegs, haben wir für uns erlebt, dass eine Zeiteinteilung von drei Stunden für unsre Bedürfnisse am passensten ist. Drei Stunden Wache sind überschaubar und können ohne Einschlafen geschafft werden, während die Freiwache bei drei Stunden Schlaf ausreichend Erholung finden kann.

Zu Abend, bevor die erste Einteilung beginnt, verbringen wir meist noch eine gemeinsame ruhige Stunde im Cockpit am Ruder, bereiten das Boot für die Nacht vor, reden über Kurs und Wetterlage, genießen einen Becher Tee und teilen unsre Gedanken im Licht der Dämmerung, bis die Zeit reif ist, dass der Erste in die Koje verschwindet. Nun liegt es an der Wache, die Yacht in die Nacht zu führen und dem Partner einige ruhige Stunden zu gönnen. Dabei haben wir gelernt, dass das eigene Verhalten an Bord die Erholungsphase der Freiwache sehr beeinflussen kann. Nur bei genügend eigener Vorsicht an Deck kann der Partner in der Koje sorgenfrei Schlaf finden. So ist es bei uns an Deck üblich, bei Arbeiten alleine und Nachts am Vorschiff den Gurt anzulegen und so sicherzustellen, dass die Yacht bei überbordgehen nicht mit dem ahnungslos schlafenden Parter alleine in die Nacht segelt. Außerdem ziehen wir vor, einen Segelwechsel bei Wachübernahme und vielleicht schon etwas verfrüht gemeinsam zu erledigen, anstatt zu lange zu warten und alleine am Vordeck herumzuturnen.

Auch wenn immer wieder Geschichten über Segler erzählt werden, die sich gemeinsam schlafen legen und die Yacht auf sich gestellt fahren lassen, achten wir besonders auf die Wache und suchen ohne Ausnahme alle 10 Minuten den Horizont nach Lichtern ab. Aus Beobachtungen wissen wir, es dauert nicht länger als 15 Minuten, dass sich die Wege mit einem Schiff kreuzen, nachdem am Horizont ein Licht entdeckt wird.

In Küstennähe muss es selbstverständlich sein, dass jeder Wachhabende Herr der Navigation ist und nicht auf die Einträge des Anderen ansteht. Eine gegenseitige Kontrolle vermeidet außerdem Fehler, die bei Übermüdung schon mal passieren können. So hat sich bei uns eingebürgert, dass bei jedem Wachwechsel die Position in die Karte eingezeichnet wird, so können sich alle Crewmitglieder der Karte vertraut machen und eventuelle Kursänderungen können kurz besprochen werden.

Zur Hundewache, die anstrengenste Zeit im Verlauf der Nacht, ist eine Termoskanne Kaffee und etwas Trockenfisch zum Knabbern immer eine Willkommene Freude. Wird die Yacht per Hand gesteuert, lohnt es, sich mit dem Himmel zu beschäftigen und seinen Kurs nach den Sternenbild zu segeln. Der wiederholte Kontrollblick auf den beläuchteten Kompass wird nämlich viel zu schnell zur Plage für die Augen und bald kämpft der Segler mit dem Schlaf. Auch hält es wach, sich in Tagträume zu verstricken, seine Gedanken fliegen zu lassen und über Dinge zu senieren, die einem Interesse und Freude bereiten. Phantasievolle Menschen sind hier meiner Meinung nach im Vorteil, da die Zeit wie im Flug vergeht, während man über hübsche Geschichten träumt. Meist ist davon abzuraten, den Partner zu längeren Freiwachzeiten verhelfen zu wollen, ein gleichmässiger Rhythmus ist anzuraten. Der Körper kann sich schneller umstellen und in Notfällen, wenn mehr Hände an Deck gebraucht werden, ist ein stark übermüdeter Segler, der seine Wache über verlängerte Zeit durchgehalten hat, nur noch wenig zu brauchen.

Für die Freiwache hingegen ist es wichtig, das Maximum seiner Ruhezeit in Schlaf umzusetzten. Ein tiefes Vertrauen zu seinen Segelpartner ist dazu unweigerlich ein wichtiger Grundstein. Dazu gehört auch das Wissen, dass der Partner an Deck keine riskanten Dummheiten mach und nicht ungesichert an den Segeln arbeitet. Funktioniert das Einschlafen nicht auf Befehl, kann Autogenes Training eine tolle Hilfe zum schnellen Schlaf werden. Ohne viel Aufwand zu betreiben konnte ich mir einige Atemübungen aneignen, die mich auch in polternden Wellen und schreienden Winden nach späestens drei Atemzügen in ruhigen Schlaf versetzen - ein wahrer Segen und gerade bei kleiner Crew ein echter Sicherheitsgewinn.

An Bord von Blauwasseryachten ist Nachtsegeln ein Teil vom Erlebniss und kann eine wahre Bereicherung sein. Immer wieder trifft man auf Segler, die die Nachtwache als unumgängliches Übel ihres selbsternanten Lebensstiels sehen, eine traurige Ansicht, übersehen diese Menschen doch die Schönheit der Nacht und die Gelegenheit, sich tief in ihr Inneres hineinzufühlen und das Leben in den friedlichen und ruhigen Nachtstunden zu geniesen. Wir haben die Nachtwache immer als einen angenehmen Teil der Reisen verstanden und selbst wenn unsere Aries unser Schifferl ohne Mühe steuern könnte, klinken wir sie gerne wieder mal aus um bei einer Tasse Kaffee und den Wegweisern der Sterne die Nacht zu bewundern.

Die letzte Wache der Nacht kümmernt sich stehts darum, dass der Brotteig, der während der Nachtstunden geknetet wurde, ins Backrohr wandert. Das gemeinsame Frühstück zum Wachwechsel bei früher Morgenstunde ist damit gesichert und gibt neue Kräfte für den kommenden Tag.

Ich rate jeden Fahrtensegler, sich das Herz zu nehmen und zu versuchen, die Nachtwache als Bereicherung zu entdecken und den folgenden Morgen zu zelebrieren!

 

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Atemtechnik gegen Seekrankheit

-"Mit speziellen Atemtechniken kann eine Seekrankheit verhindert oder zumindest abgemildert werden. Das haben Forscher vom Imperial College London in Versuchen mit Freiwillingen herausgefunden. Wer auf schlingernde Bewegungen mit Übelkeit und Schwindel reagiert, sollte versuchen, genau entgegen dem intuitiven Atemrhythmus ein- und auszuatmen. Versuche in einem Flugsimulator haben gezeigt, dass man dazu neigt, während der Rückwärtsbewegung ein- und während der Vorwärtsbewegung auszuatmen. Um Beschwerden entgegenzuwirken, muss der Atemrhythmus umgekehrt werden. Wer zusätzlich schneller oder langsamer atmet, als es der Rhythmus der Umgebung vorgibt, kann die Symptome weiter lindern. Das hat einen einfachen Grund: Bei Einatmen heben sich der Bauch und die Organe leicht nach oben, während sie beim Ausatmen absinken. Ser in einerm Wellental ausatmet, verschärft die Botschaft "es geht abwärts" noch zusätzlich."- So der Artikel aus dem Gesundheitsmagazin der Oberösterreichischen Gebietskrankendasse FORUM GESUNDHEIT, Ausgabe 1/2010.

Da darf man ja gespannt sein, ob die Lösung dieses alten Schreckgespenst aller Seefahrer so einfach und nahe liegt. Ein Schreckgespenst, dass jeden, der zur See geht treffen kann und schon seit Anbeginn der Seefahrt Seeleute zur schiren Verzweiflung getrieben hat.

Dabei handelt es sich eigentlich garnicht um eine Krankheit, sondern viel mehr um Fehlersignale im Gehirn, welche durch die wiedersprüchlichen Informationen der Sinnesorgane aufgrund der unkontrollierten Bewegung ausgelöst werden. Und diese Fehlersignale äußern sich auf sehr unangenehme Weise: was mit leichtem Magendruck, empfindlichen Geruchsinn, Unwohlsein und Schläfrigkeit beginnt, kann schnell zu Kopfschmerzen, Brechreiz und Erbrechen bis zur Dehydrierung sowie Lethargie bis zur Depression werden. Und das schlimme daran ist, auch ein leerer Magen kann die Übelkeit nicht bekämpfen oder eindämmen, der Brechreiz geht unbeeindruckt weiter und die Mundhöle beginnt zu brennen von der vielen Säure, die ihren Weg nach oben sucht.

Doch kann man Segler, die ihre Pein mit der Seekrankheit haben, auch aufmuntern: nach einigen Tagen auf See gewöhnt sich im Durchschnitt der Körper an die Bewegungen und die Symtome der Seekranheit lassen nach. Und bis es soweit ist, und die Crew auf echten Seebeinen steht, gibt es, abseits von Medikamenten, einige Tipps, wie man das Übel möglichst gering hält und die Kurfe ohne großen Dramen an Bord kratzt:

Schon bei den ersten, auch noch so kleinen Anzeichen, ist der beste Platz für den Betroffenen an Bord das Steuer. Die Konzentration auf Meer und Horizont, die frische Luft und der Platz im Cockpit können helfen, üblere Folgen einzudämmen. Dabei ist wichtig, dass der Betroffene weder Fernglas noch Peilkompass in die Hände bekommt, der Blick durch beides verschärft jedes drückende Gefühl in der Magengegend. Die Navigation mit Karte und Bücher, vielleicht auch noch im Inneren des Bootes, wäre jetzt fatal und muss von einem weniger betroffenen Crewmitglied übernommen werden. Auch der Drang, Harn zu lassen, der bald nach den ersten Anzeichen kommen wird, sollte in dieser Situation an Deck mit einem Eimer oder einfach über die Seite (sofern es das Wetter zulässt) erleichtert werden, noch nie ist ein Segler, der die ersten Symptome der Seekrankheit verspührt, ohne "Grüner Nase" wieder aus dem schaucklndem Bauch der Yacht ins Cockpit zurückgekehrt, nachdem er den kleinen und als stickig empfundenen Raum der Bordtoilette aufgesucht hat.

Arbeiten am Vorschiff müssen von Crewmitgliedern ohne Beschwerden durchgeführt werden, da die Yacht am Bug die stärksten Bewegungen vollführt. Doch ist es wichtig, dass sich der Betroffene nicht seiner Lethargie hingibt, sondern Arbeiten an Bord ausführt und sich so physisch und phsychisch ablenkt, sofern diese Arbeiten nicht über Kopf sind, kein Kartenlesen beinhalten und möglichst im Cockpit ausgeführt werden können.

Ist die Seekrankheit noch nicht zu weit fortgeschritten, bekommen manche Segler Hunger auf Saures. Saure, Vitamin C reiche Lebensmittel, die nicht zu schwer im Magen liegen und dennoch diesem eine Aufgabe geben, sind nun angesagt. Bei uns an Bord haben jetzt möglichtst saure Granny Smith Äpfel ihre Saison. Das Knabbern von Salzkracker lenkt ab und beschäftigt, während ein Blättchen Ingwer unter der Zunge seine Wirkstoffe gegen Seekrankheit abgibt. Immer wieder erzählen Crews auch von ihrer Liebe zu Kartoffelchips oder Salzstangen während der ersten Tage auf See, auch wenn wir dies - aus Mangel an diesen Produkten an Bord - nicht wirklich bestätigen können. Zwischendurch gibts Suppe in der Tasse und trockenes Brot.

Verstärkt sich das dumpfe Gefühl im Magen und die Symtome der Seekrankheit weiter, sollte überlegt werden, ob die Schiffsbewegungen gemildert werden können, entweder, indem ein etwas ruhigerer Kurs gefahren oder die Geschwindigkeit im Schiff reduziert werden kann. Sollte die Segelyacht unter Motor laufen, um Meilen zu machen, müssen die Segel gehisst und die Geschwindigkeit der Maschine gedrosselt werden. Angstgefühl kann Seekrankheit verstärken, deshalb muss spätestens jetzt ein offenes Gespräch geführt werden, fühlt sich der Betroffene unwohl oder ängstlich über die Segelverhältnisse, die Lage im Schiff oder die bevorstehende Etappe, kann die restliche Crew auf die Bedürfnisse des Leidenden eingehen und versuchen, phsychische Unterstützung zu leisten oder die Ängste zu mildern, indem die Etappe abgeändert wird. Legt sich ein seekrankes Crewmitglied im Bootsinneren nieder, so ist der beste Ruheplatz nach Möglichkeit der Salonboden, die Hundekoje oder die Heckkoje, auf keinen Fall das Vorschiff, da hier die Bootsbewegungen am unerträglichsten sind. Auf frische Luft sollte geachtet werden, stickige Luft verstärkt das Unwohlsein, Eimer mit Erbrochenen müssen schnell entleert und ausgewaschen sein, um die Leiden nicht auf die ganze Crew ausbreiten zu lassen.

Natürlich sind auch verschiedene Medikamente gegen Seekrankheit am Markt erhältlich. Mancherort sind diese Medikamente im Supermarkt zu kaufen, anderswo sind sie rezeptpflichtig. Sollte ein Crewmitglied bereits an Seekrankheit leiden, ist es meist zu spät für die Einnahme von Medikamenten, sie werden noch bevor sie wirken können mit dem Mageninhalt über die Seite gebrochen. Nur noch Zäpfchen können helfen. Wie bei allen chemischen Käulen haben auch Medikamente gegen Seekrankheit Nebenwirkungen und sollten nicht als harmlose Pillen betrachtet werden. Viele Segler stöhnen über Müdigkeit und Benommenheit nach der Einnahme von Medikamenten gegen Seekrankheit, daher sollten neuen, unbekannten Medikamenten vorsichtig und wenn möglich nicht von der gesamten Crew begonnen werden. Nach wenigen Tagen auf See kann meist die Einnahme der Medikamente beendet werden, da sich der Körper an die Schaukelei gewöhnt hat und die Symtome der Seekrankheit vermindern bis verschwinden.

Sollte ein Segler intensiv an Seekrankheit leiden, muss darauf geachtet werden, dass er genügend Flüssigkeit zu sich nimmt und in warme Decken eingewickelt wird. Er sollte im Cockpit stehts den Sicherheitsgurt tragen, gerade beim Erbrechen über die Seite kann plötzlicher Schwindel gefährlich werden. Für ihn ist nur noch die Hoffnung wichtig, dass sich der Körper in ein paar Tagen an die Bewegungen gewöhnt und die Leiden von alleine verschwinden.

Als kleiner Tipp: nach einem feuchtfröhlichen Abend das Ablegen am Besten um einen Tag verschieben, Alkohol verstärkt die Symtome der Seekrankheit und "Kater im Seegang" gehört zu den schlimmsten Katererfahrungen, die ich erleben durfte ;-)

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