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 Zur Stadt der Trümmer

Segeln mit Delfine

Fasziniert beobachte ich die zwei Albatrosse, die uns die letzte Stunde begleitet haben. Vornehm weiß mit schwarzen Flügelhälften ist der größere von ihnen. Und groß ist er. Majestätisch spannt er seine Flügel, spielt im Wind und über den Wellen mit einer Leichtigkeit, welche selbst den Beobachter mit Freude füllt. Und das, obwohl er mit seinem schweren Körper und seinen ewig langen Flügel - Albatrosse erreichen die längste Flügelspannweite unter allen Vögel - ein wahrer Herkules unter den Seevögel ist. Das Gefieder des zweiten Albatros ist dunkel, er sieht aus, wie ein viel zu groß geratener Sturmvogel. Auch er erhebt sich in die Luft knapp über die Wellen und ich werfe einen Blick auf die Uhr. Die nächsten zwanzig Minuten bewegt er kein einziges mal eine Feder. Er ist ein Künstler im Spiel mit der Thermik und schafft es, sich kreisend über dem Wasser zu halten.

Die Bay of Plenty ist ruhig, nur ein leichter Wind streicht über das Wasser. Da der Wind von Land kommt, ist er etwas böig, kann aber die See nicht weiter aufrühren. Endlich konnten wir Mt. Manganui, unseren letzten Ankerplatz an der Halbinsel vor Tauranga, verlassen. Nicht, dass es uns dort nicht gefallen hätte. Ausgedehnte, weiße Sandstrände an der Außenküste mit dem Vulkan Mauao am Ende der Landzunge, schöne Spazierwege und ein Ferienort voll Cafés und Bars. Dazu der Sommer, voll Blüten geschmückte Bäume und Wiesen und im Sonnenlicht glitzerndes Wasser. Dann noch eine Begegnung der zufälligen Art. Beim Spaziergang vor der Ankerbucht treffen wir auf ein österreichisches Urlauberpaar, an sich nichts ungewöhnliches in Neu Seeland. Doch einen ehemaligen Arbeitskollegen Jürgens hier zufällig zu treffen ist schon ein bisschen, wie eine Stecknadel im Heuhaufen zu finden und wir verbringen einen gemeinsamen Nachittag.

Trotzdem sind wir froh, wieder auf den Weg zu sein. Denn die Zeit läuft und der Weg in den Süden ist immer noch weit. Immerhin wollen wir über zweitausend Seemeilen segeln, bevor das Boot für unsere Zeit in Österreich sicher verholt und vorbereitet werden muss.

Unser nächster Ankerplatz ist kein besonders guter oder geschützter Platz, aber die einzige Alternative. Denn Wir segeln zum East Kap, der östlichsten Landzunge von Neu Seeland und einem Kap, das unter Segel nur mit zwei verschiedenen Wettersystemen gerundet werden kann. Denn von der Bay of Plenty benötigen wir West- bis Südwest Windlange, für die Weiterfahrt an der Ostküste ist allerdings nördlicher Wind nötig. So funktioniert die Rundung der östlichsten Halbinsel von Neu Seeland eben nur mit einer Wartepause in Hicks Bucht. Da Hicks Bucht offen und ungeschützt zum Südpazifik liegt, muss aber auch diese Wartepause gut geplant sein. Schweres Wetter würde hier jede Yacht in ernstzunehmende Probleme bringen.

Hundertzehn wenig aufregende Meilen gräbt sich unser Anker in den Schlamm der großen Bucht. Eine Motoryacht ankert bereits hier und rollt in der Dünung, die sich am Strand zwischen den Felswänden bricht. Der Strand verläuft seicht und weit ins Meer, dennoch wundern wir uns, weshalb die Motoryacht so weit draußen ankert. Weiter in der Bucht haben wir immer noch fünf Meter unterm Kiel, genug, selbst bei dieser Dünung ok zu liegen. Mittlerweile hat sich der Himmel verzogen, dunkle Wolken hängen in der Bucht und über den Hügeln des Landes. Sie geben Hicks Bucht eine wenig einlandendes Flair, das Dorf hängt dunkel und abgeschieden zwischen felsigen Hügeln zu beiden Uferseiten und dunklem Wald dahinter. Vom Wasser aus macht es fast den Eindruck, bis ans Ende der Welt gelangt zu sein. Für heute kehrt früh am Abend Ruhe an Bord ein, matt vom nächtlichen Segeltörn und ohne Lust, das Land hier zu besuchen, drehen wir die Ankerlaterne auf und verkriechen uns mit einem Buch in die Koje, während ein ausgeprägtes Tiefdrucksystem weit draußen vor der Küste die See aufpeitscht.

Am nächsten Morgen gibt es erst einmal einiges an Bord zu tun. An der Genoa zwei droht ein Stagreiter auszureißen und am Großsegel müssen ein paar Nähte nachgestochen werden. Fahrtensegeln ist eben auch ein ständiges Arbeiten gegen Schamfilen. Obwohl der Wind kaum spürbar ist, hat die Dünung über die Nacht zugenommen, nimmt weiter zu, während wir auf Deck die Segel flicken. Die Wellen werden steiler, stellen sich auf und rollen mit einer Wucht gegen den Strand, auf dem sich ein paar Surfer versammelt haben. Bald haben wir über zwei Meter See am Ankerplatz, die sich unweit vom Boot zu gefährlich schönen Brecher wandeln. Zwei Männer im orangen Zodiak trainieren ihre Schnelligkeit, springen durch die Brecher und Landen am Strand, legen erneut ab und brausen bis zu uns. Sie gehören zur lokalen Rettungsmanschaft, sind Spezialisten bei der Rettung von verletzten Surfern oder abgetriebenen Schwimmern.

Mit Sorge beobachten wir die Wellen, lichten den Anker, suchen uns etwas tieferes Wasser und ankern erneut auf zwölf Meter tiefen Wasser. Deshalb also ankert die Motoryacht hier draußen!

Bei trüben Wetter und kaum spürbarem Wind geht es weiter. Es macht uns nichts, unter Motor zu fahren. Hicks Bay ist eben kein Platz, um auf den richtigen Wind zu warten. Hier bleibt man nur solange es unbedingt sein muss. Ein verregneter Silvesterabend in der Ankerbucht von Tolaga Bucht lässt uns den Beginn des Neuen Jahrs fast verschlafen.

Endlich spielt Wind und Wetter wieder mit. Unter Groß, Genoa zwei und gerefftem Besan zieht LA BELLE EPOQUE munter an Gisborne vorüber und macht sich nichts weiter daraus, diese geschichtsträchtigen Küstenstreifen in ihrem Kielwasser zu lassen. Denn hier war es, wo Cook zum ersten mal in Neu Seeland anlandete, nachdem der Matrose Young Nick an Bord der ENDEAVOUR das Land der Maori erblickte. Ein Volk, das Cook und seine Seeleute allerdings nicht besonders freundlich empfingen. Deshalb soll Kapitän Cook dem heutigen Gisborne den Namen "Poverty Bay" gegeben haben.

Der Wind nimmt zu, füllt fauchend die Segel und lässt die Bugwelle schäumen. Bald schon ist es Zeit, die Segelfläche zu verkleinern und was mit Groß, Genoa und Besan begonnen hat, endet mit kleiner Arbeitsfock und zweifach gerefftem Großsegel. Außerdem wird es während der Nacht unruhig. Wir sind um Mahia Peninsula in die große Hawke Bucht eingelaufen und kämpfen uns durch von Strömung gegen Wind aufgepeitschter See. Aber auch das geht vorbei. Nach einem verwischten Morgenrot und bei endlich aufklarendem Himmel erreichen wir Napier. Es ist zu rau, vor der Küste von Napier vor Anker zu gehen und so fahren wir langsam in den besonders seichten Hafen von Ahuriri ein. Wie viele Häfen in Neu Seeland liegt auch Ahuriri in einem Fluss und das braune Wasser zeigt keinerlei Hinweise auf die vielen Untiefen. Doch die Seekarten sind gut und auch wenn der meiste Platz mit Anlegern und Hafenanlagen für Fischer und Sportboote verbaut ist, finden wir uns ein kleines Fleckchen zum Ankern. Aber wir wissen, sollte hier Wind aufkommen, müssen wir an Bord bleiben: Der Platz ist einfach zu klein und würde LA BELLE den Anker auch nur ein klein wenig ziehen, würde sie in den Steganlagen oder in der Brücke hinter ihr enden.

Ahuriri Harbor

Wir sind von ausgedehnten Flachland umgeben und die für Neu Seeland so typischen Hügeln sind in etwas Entfernung zu sehen. Ein Flachland, durch das sich das Flussdelta des Ahuriri zieht. Einst speiste der Fluss hier eine Sumpflandschaft, doch sie wurde sowohl durch die Landhebung von Erdbeben 1931 wie auch durch Trockenlegung von menschlicher Hand zu einem großen, fruchtbarem Farmland geändert. Ein Erdbeben, dass nicht nur die Kraft hatte, ein Flussbecken zu ändern. Mit einer Stärke von 7.8 auf der Richterskala legte es auch die geschäftige Industriestadt Napier in Schutt und Asche. Was für die Einheimischen dazumal eine Katastrophe war, ist für ihre Nachkommen heute ein Segen. Wurde doch Napier im Art Deco Stiel der Zwanziger Jahre neu aufgebaut, weshalb die Art Deco Hauptstadt heute Menschen aus der ganzen Welt in ihren Bann zieht.

Art Deco ist nicht das einzige, was die Gegend zu bieten hat. Das alte Fischerei- und Industriegebiet um den Hafen von Ahuriri wurde geschmackvoll auf Erholungsgebiet umgebaut und entlang dem Fluss Landeinwärts strecken sich ausgedehnte Wander- und Radwege. Das fruchtbare Land um uns ist eine wahre Obstkammer Neu Seelands und auf den Hügeln strecken sich ausgedehnte Weinyards. Lange Strände ziehen sich entlang der Wasserfront von Napier, davor glitzert das ruhige Wasser von Hawke Bucht und gibt den Blick frei bis Kap Kidnappers, wo große Kolonien Lummen nisten.

Immer wieder wandern wir zur Bücherei, um per Internet neue Wetterdaten zu empfangen. Immer wieder werden wir enttäuscht. Immer wieder müssen wir einsehen, dass das nächste Wetterfenster zu kurz ist, dass ein Ablegen uns nur in Starkwind oder Sturm vor Cook Straße bringen würde. Immer wieder verschieben wir den Aufbruch. Und während bei uns die Sonne scheint und ein herrlicher Tag den nächsten verspricht, können wir uns dennoch ausmalen, was uns bei zu ungeduldigem Aufbruch in der Cook Strasse erwarten würde. Gedankenverloren denke ich an die Zeit zurück, als wir noch an Bord von IRISH MSIT ohne großen Wetterkarten unterwegs waren. Die lokalen Vorhersagen über UKW Funk deuten nichts von den Stürmen in der notorischen Strasse zwischen Neu Seelands Nord- und Südinsel an und ohne großem Bild würde man doch sehr leicht in Versuchung geraten, bei schönstem Wetter in Napier abzulegen. Und auch wenn die ersten einhundert Seemeilen der Küste entlang zum schönen Segelschlag würde, so gäb´s dann noch ein schlechtes Erwachen. Bis zehn Windstärken zeigen die Wetterkarten in der Cook Strasse, in Kombination mit den starken Strömungen der Meerenge mehr als nur ein unangenehmes Wetter.

Grib Files

Kriegsrat an Bord von LA BELLE EPOQUE. Sollen wir unseren Plan, von hier 340 Seemeilen direkt bis Christchurch zu segeln abändern. Würde es einen Vorteil bringen, statt dessen die kürzere Etappe in die Cook Strasse nach Wellington zu versuchen. Oder wären wir dann nur um so mehr gefangen in der notorischen Strasse? Wie lange können wir warten, bis wir den Plan, bis ans Südkap von Neu Seeland zu segeln aufgeben müssen? Immerhin müssen die tausend Seemeilen auch zurück geschaft werden, bevor unsere Flüge nach Europa gehen. Das macht doch alles so keinen Sinn! So viele Seemeilen liegen in unserem Kielwasser, so weit sind wir gekommen um das ferne "Land unter der weißen Wolke" zu sehen und nun laufen wir nur jeden Tag in die Bücherei und sitzen vor dem Computerbildschirm! Nein, so kann es nicht weiter gehen, wir sollten endlich Napier und seine Umgebung auch etwas genießen und betrachten. Aber jetzt das Boot in den Hafen zu legen, ein Mietauto zu nehmen und eine kleine Rundreise auf den Strassen zu starten ist nicht nur teuer, sondern kann auch den Segelplan endgültig auf den Kopf stellen. Dazu sind wir doch noch nicht bereit! Also doch noch einmal die Wetterkarten betrachten!

Wieder sind die Wettervorhersagen nur schlecht. Der Aufbruch nach Wellington würde Wettrennen mit der Zeit und ein Wettspiel mit den Vorhersagen bedeuten, ein Segeltörn bis Christchurch bleibt schier unmöglich. "Weißt du was," kommt mein Vorschlag an Jürgen: "wir gehen jetzt ins Geschäft und schauen nach, ob sie günstige Fahrräder verkaufen. Wenn ja, besorgen wir uns zwei und machen Radtouren durchs Delta. Nachdem unsere Räder vor fast zwei Jahren gestohlen wurden, ist es ohnehin Zeit, neue Räder zu besorgen. Wenn nein, legen wir ab und versuchen es nach Wellington!"

Wir haben Glück! Anstelle von Starkwindsegeln und Seekrankheit touren wir durch die Weingärten, beobachten die angekommenen Zugvögel im Flussdelta und radeln für Fish and Chips um den Hafen! Für 100 Neuseeland Dollar pro Rad viel die Entscheidung leicht und frischer Tatendrang erfüllt uns mit neuer Energie. Manchmal muss man eben umdenken und der Welt ihren Lauf lassen.

Radausflüge in Ahuriri Estuary

Tage später belohnt uns auch der Wetterbericht für unsere Auszeit. Endlich sehen wir die Möglichkeit, unseren Weg in den Süden fort zu setzen, wenn auch leichte Wind den Einsatz von Mr. Perkins nötig machen werden. Wir füllen Wasser- und Dieseltanks und lichten den Anker am späten Nachmittag. Es ist Niedrigwasser und die Fahrt aus dem Hafen lässt mich gespannt die Zahlen auf dem Echolot im Auge behalten, während uns langsam der Motor vorwärts schiebt. Grell piept der Tiefenmesser seine Warnungen und ich lasse Jürgen am Vordeck wissen, dass er sich besser fest hält, sollten wir abrupt im Schlamm stecken bleiben. Doch bei dreißig Zentimeter Wasser unterm Kiel hören die Zahlen endlich mit ihrem Sturzflug auf, wir haben die seichteste Stelle passiert und ich kann wieder etwas Gas geben.

Wie gewöhnt fallen wir in den Wachrhythmus und in Bordroutine. Die leichten variablen Winde lassen uns die Segel setzen und streichen, den Motor starten und ausstellen. Doch auch unter Motor beklagen wir uns nicht, tauchen wir doch so sehr sanft in die Welt der "Brüllenden Vierziger" - der Hohen Südlichen Breiten - ein. Auch bei leichten Winden merken wir, dass wir in die anspruchsvolleren Hohen Breiten eintauchen und zumindest Nachts bin ich dem laufenden Motor dankbar, ein wenig von der Kälte in der Kajüte zu vertreiben.

Mehrmals täglich begleiten uns Delfine, manchmal große Schulen, manchmal nur ein paar Tiere. Sie spielen am Bug, drehen sich im Wasser um ums auf Deck besser betrachten zu können und verbreiten stets gute Laune mit ihrem lustigen Klick-Tönen. Albatrosse und Sturmvögel gehören längst zum Bordalltag, neu allerdings ist die fette Hummel, die als blinder Passagier an Bord gekommen sein muss. Die auflösende Front, unter der wir durch kreuzen, ist bis auf ihre schweren Wolken kaum zu merken.

Die gefürchtete Cook Strasse erreichen wir Nachts und bis auf etwas unruhigere See ist ihr Vorhandensein kaum zu merken. Langsam, fast unbemerkt verdichtet sich der Dunst überm Meer zu Nebel. Zuerst schluckt der Dunst die einzelnen Lichter der Küste, bald warnt der Wetterdienst am UKW Funk vor einer eingeschränkten Sicht von einer Seemeile. Blind strecken wir unsere "elektronischen Fühler" aus. Segeln wie in einer Cyber-Welt: Der Autopilot steuert das unter Motor laufende Boot, die elektronische Seekarte erzählt, wo wir sind und wie Meeresboden und unsichtbares Land aussehen, am Radarbildschirm blinken die Schatten der drei Frachter um uns. Am Funk bespricht das Kreuzfahrtschiff sein Überholmanöver von einem der Frachter. Beide sind zwei Seemeilen hinter uns und doch nirgends zu entdecken. Das ist zu knapp, um bei einem Kurswechsel von einem der Beiden noch sicher ausweichen zu können und so lasse ich ihnen unsere Anwesenheit wissen. "Keine Sorge, wir sehen euch längst am Radarschirm", meldet sich der Funker des Kreuzfahrtschiff zurück, "und werden euch in 2Minuten und 40 Sekunden überholen. Bleibt einfach auf Kurs!"

Am nächsten Tag kommt guter Segelwind auf. Zwar kann er den Nebel nicht vertreiben, doch zieht LA BELLE EPOQUE nun mit sechs bis sieben Knoten unter vollen Segeln in den Süden. Nachts kommt erneut ein Schiff von hinten auf. Auf meinen Funkspruch meldet sich eine bekannte Stimme: Wieder werden wir vom gestern getroffenen Kreuzfahrtschiff überholt. Während wir über Tage am Ozean segeln, verbrachten sie einen Tag in Wellington Hafen!

Bei 15 Grad Celsius und leichten Niesel-Wetter laufe wir in Lyttelton Hafen ein. Es ist der zweitgrößte Hafen von Neu Seeland und der Versorgungshafen von Christchurch. Etwas erstaunt motoren wir in die heruntergekommene Hafenanlage, an derer Einfahrt bereits halbversunkene Betonstege grüßen. Alles hier ist halb verfallen und nichts kommt unseren Vorstellungen von einem modernen, neuseeländischen Hafen nahe und schnell ist klar, dass wir hier kaum einen Platz für LA BELLE EPOQUE finden werden. Über Funk lässt uns der Hafenmeister wissen, wo wir die Dieseltankstelle finden und schickt sogar einen Helfer um uns hier zu begrüßen. Wir erfahren, dass wir im Fjord überall ankern dürfen und erhalten die Telefonnummer vom Yachtclub, was allerdings ohne Telefon nur wenig bringt. Doch wollen wir ohnehin nicht an einen Steg anlegen und so ankern wir vor dem Yachtclub weiter innen im Fjord.

Lyttelton Fjord

Auch der Yachtclub hat seine besten Zeiten längst hinter sich, verrottete Pfeiler und alte Holzstege mit nur wenigen belegten Plätzen vor einer gut in Schuss gehaltenen Bootsrampe und einem großen Clubgebäude prägen das Bild. Der Manager des Clubs empfängt uns freundlich und lädt uns ein, den Dingi-Steg und das Clubgebäude mit seinen heißen Duschen zu nutzen. Trotz des veralteten Anscheins wird der Club rege genützt, es hat sich nur gezeigt, dass die Anlage zu sehr den Elementen ausgesetzt ist. Bei Süd- und Westwinden baut sich im langen Fjord bedenklicher Seegang auf und Föhnwind mit sechzig Knoten ist hier keine Seltenheit. Für die meisten Boote ist dieser Wind viel zu gefährlich und bis auf ein paar Liveabords - Menschen, die auf ihren Booten leben - will keiner mehr seine Yacht dem Hafen anvertrauen. Die Yachten liegen verstreut in den umliegenden, besser geschützten Buchten und viele Clubmitglieder haben sich auf Trailer-Yachten verlegt. Wir wissen, dass für die nächsten Tage mit ruhigem Wind gerechnet werden kann und wollen hier ohnehin keine Wurzeln schlagen, für uns ist der Ankerplatz vor dem freundlichem Club perfekt.

Lylleton selbst lässt uns an Alaska denken. Obwohl der Hafen mit seinen Frachtschiffen doch ganz anders ist als der Fischereihafen von Cordova, fühlen wir uns fast dorthin zurückversetzt. Die Mischung aus Hafenstadt und Wildwesttown ist uns auf Anhieb sympathisch!

Per Bus gehts den sonnigen Tag darauf nach Christchurch. Und obwohl wir bereits von mehreren Erdbeben zwischen 2010 und 11 gehört haben, nimmt uns das Ausmaß der Verwüstung, in dem sich die Stadt Christchurch immer noch befindet, fast den Atem. Wir sind in einer Stadt der Trümmer angekommen. Überall fehlen Häuser, zeugen Ziegelhaufen und eingestürzte Mauern von der Naturgewalt. Viele Fronten der einst herrlichen Kolonialbauten wurden mit Wänden aus hoch aufgestapelten Containern und dicken Eisenstreben abgestützt. Sie warten auf ihren Wiederaufbau, der noch weitere geschätzte zwanzig Jahre dauern soll und um die 40 Milliarden NZDollar verschlingen wird.

Bauarbeiten in Christchurch

Die Innenstadt ist eine einzige Baustelle. Überall arbeiten Kräne, fahren Bagger und laufen Arbeiter in reflektierenden Jacken und Schutzhelmen herum. Der Lärm der unzähligen Großbaustellen erfüllt die Luft und bereits errichtete Gebäude und große Plakate erzählen vom kommenden Gesicht der Stadt. Alte Kolonial- und Gartenstadt wird eine neue, junge Stadt der Moderne und der Architektur. Und so abschreckend die Trümmerhaufen von Christchurch sind, so fesselnd und aufregend ist das neue Versprechen der Stadt. Re:START heißt die Devise der Stadt! Jung, dynamisch, voll Kunst und Phantasie soll Christchurch sein. Zwischen Trümmer erheben sich neue Stadtplätze, moderne Kunst schmückt ihre Zentren und junges Graffiti sowie Strassenkunst lassen die Trümmer zu vorübergehenden Blickfängen werden. Improvisation und junger Elan machen sich breit, indem ganze Einkaufstrassen aus bunten Containern aufgebaut wurden. Eine Stadt, die sich nicht in ihrem Desaster windet, sondern mit innovativen Ideen das Leben zurück auf ihre Strassen geholt hat und die sich auch in ihren Zeiten des Wiederaufbaus sehen lassen kann.

Nicht alles in Christchurch ist neu. Wir schlendern durch den herrlichen Stadtpark, spazieren unter den hoch aufgewachsenen Linden, die unbeeindruckt vom Erdbeben immer noch über den Park, den Rosengarten und Botanischen Garten wachen und mit ihren Blüten der Gartenstadt von Neu Seeland die Luft versüßen. Im altwürdigen Museum besuchen wir einige Ausstellungen, bevor wir durch die Trümmerstrassen langsam zurück zum Busbahnhof schlendern.

Das Wetter bleibt gut und so bleibt unser Besuch in Lyttelton und Christchurch ein kurzer. Bereits einen Tag später hissen wir die Segel und ziehen aus dem kahlen Fjord. Auf in den Süden!

An der Küste des Moua Vulkans

Spaziergang entlang des Vulkan Manau

Mt Manganui

Die schöne Küste von Mt. Manganui bei Tauranga

Mt Manganui

Wanderwege in Mt. Manganui...

Neuseeland

.. wo die Bäume in ihren schönsten Blüten stehen...

Mt. Manganui

... und die Sonnenstralen auf dem klaren Wasser glitzern.

Mt Manganui

Die Hafeneinfahrt nach Tauranga

Hafen von Tauranga, Mt. Manganui

Hafenanlagen von Tauranga

Mt Manganui

Küste von Mt. Manganui

East Kap

East Cap - wir nähern uns der östlichsten Spitze von Neu Seeland

Napier

... und laufen nach Tagen vor der Küste in die Hawkes Bay nach Napier

Ahuriri

Ahuriri, der Fischereihafen von Napier wird mehr und mehr zum Freizeittreffpunkt

Ahuriri

...auch wenn die Fischerei hier immer noch seinen Platz hat.

Napier

Spaziergang nach Napier

Napier

... die Art Deco Hauptstadt von Neu Seeland

Neuseeland

Reges Leben auf den Strassen von Napier

Yachthafen in Ahuriri

Neu Seeland - ein Land des Wassersports

Hafen von Ahuriri

Im Hafen von Ahuriri werden die alten Gebäude erhalten

Ahuriri Farmland

Weideflächen um Napier

Maori Kultur

Im Flussdelta des Ahuriri treffen wir auf Maori Kunst

Ahuriri Estuary

Sommerliche Farbenpracht

Neuseeland

Die Blüten von Neu Seeland

Ahuriri Estuary

Wir radeln durchs Flachland bis zu den Hügeln

Weinyard

...und besuchen die alten Weinyards von Napier

Weinland Neu Seeland

Weinland Neu Seeland

Flussdelta

Radausflug im Flussdelta

Küste von Hawkes Bay

...bis an die Küste von Hawkes Bay

Delfine

Segeln in den Hohen Breiten des Südpazifiks: immer wieder begleiten uns Delfine

Neuseeland

Wir erreichen die Küste von Christchurch bei trübem Wetter

Hafen Lyttelton

Die Hafenanlage Lyttelton.

Lytellton

Eine vergessene Yacht in Lyttelton

Christchurch

Christchurch, eine Stadt der Trümmer und der jungen Kunst

Christchurch

Mittels Container werden alte Häuserfassaden abgestützt. Sie warten auf ihren Wiederaufbau

Christchurch

Eine ganze Stadt als Großbaustelle

Christchurch

Die Bauarbeiten dauern Jahre, in der Zwischenzeit werden kaputte Häuser mit Malereien geschmückt

Einkaufszentrum aus Container

Christchurch lässt sich nicht unterkriegen: ganze Einkaufsstrassen werden in Shipping Container verlegt, bis die Häuser wieder stehen!

Bauarbeiten Christchurch

... im Hintergrund wird anstrengend weitergebaut.

Christchurch

Re:START - Containercity Christchurch

Gartencity Christchurch

Gartencity Christchurch

 

 

 

 

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Jürgen Kirchberger, Claudia Kirchberger - Fahrtensegler auf Weltbesegelung

 

 

 

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