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 Adios Mexico!

Bahia Ballandra

Türkis schimmert das seichte Wasser unter LA BELLE EPOQUE. Nur eine leichte Brise streift durch ihr Rigg und hilft, die trockene Hitze der gleißenden Nachmittagssonne zu ertragen. Im Cockpit tropft das Salzwasser von den Tauchflaschen, zu dritt putzen wir die Jakobsmuscheln, Austern und Miesmuscheln - den heutigen "Fang" bei der Erkundung der Unterwasserwelt.

Wieder ankern wir auf den herrlichen Ankerplätzen um La Paz, wir sind unterwegs auf einer kleinen "Urlaubs-Spritztour". Seit zwei Tagen ist mein Bruder Andi hier bei uns und wir wollen so viel Zeit wie möglich am und im Wasser verbringen. Immerhin muss sein neuer Neopren Tauchanzug eingeweiht werden. Den heutigen Nachmittag verbrachten wir allerdings mit Schnorchel-Ausflügen und Freitauchen. Es ist besser, sich zuerst einmal etwas zu akklimatisieren und ein Gefühl fürs Meer aufzubauen. Immerhin kommt Andi gerade vom tiefsten Winter, bei ihm zuhause in Manitoba ist jetzt die Zeit fürs Eisfischen und Snowmobil-Fahren in satten Minusgraden und der ständigen Androhung von Blizzards. Kein Wunder, dass wir hier in den Ankerplätzen Mexicos stets von Kanadischen Yachten umgeben sind. "Snowbirds" werden sie im Süden augenzwinkernt genannt - Zugvögel, auf der Flucht vor den Winter. Aber Andi ist garnicht auf der Flucht, ganz im Gegenteil, er plant nur einen kurzen Urlaub bei uns, damit die Snowmobils nicht zu lange in der Garage stehen. So haben wir auch nicht vor, eine zu große Runde zu segeln, sondern wollen viel mehr ein paar schöne Ankerplätze in der Nähe von La Paz anlaufen.

Zwei Tage Südwind sind besser, als wir zu hoffen wagten und so gehts in den Norden. Der Wind bleibt leicht und wir verbringen einen halben Tag damit, ein Stückchen weiter zu segeln, dennoch geht der Anker Abends rechtzeitig vorm Dunkelwerden in Caleta Partida ins Wasser. Aufkommende Corumel Winde machen die Nacht zur Tortour, der Wind steht gerade in die Bucht und LA BELLE zerrt und zieht an ihrer Kette. Ohne auch nur einen Fuß auf den herrlich weißen Sandstrand der Bucht zu stellen segeln wir am nächsten Morgen schon wieder weiter. Für die kommende Nacht wollen wir einen gemütlicheren Platz finden. Doch auch die Ankerplätze der nächsten Inseln - Isla San Francisco und Isla San Jose - sehen ungemütlich und wenig geschützt aus, wir ziehen weiter nach Punta Evaristo. Die Bucht ist kleiner als erwartet und die paar Yachten, die im Schatten der Berge liegen, ziehen im Wellengang des steifen Südostwindes an ihrem Ankergeschirr. Wir drehen eine Runde in der Bucht, doch das Echolot warnt: nur noch einen Meter Wasser unterm Kiel und immer noch nicht genügend Abstand zu den Yachten. Nein, hier will ich nicht bleiben, nichts wie raus! Selbst die Sonne hat sich mittlerweile verzogen und bedrohlich dunkle Wolken wandern über den Himmel.

Wir finden einen ruhigen und einsamen Ankerplatz eine Bucht weiter und als endlich der Anker eingefahren ist und Ruhe an Bord eingekehrt ist, staunen wir über die Landschaft. Zu recht tragen die Berge den Namen Sierra de la Giganta, hoch und steil ragen sie in den Himmel und würden sich nicht gelegentlich Kakteen an ihren steinigen Hängen festkrallen, würden wir uns glatt im Nordwesten von Alaska vermuten. Selbst die Strände muten kaum noch mexikanisch an: in ewiger Arbeit hat das Meer die Felsen zu schwarzen Sandstrand gewaschen, aus dem hie und da ein ausgewaschener Felsbrocken in die Höhe ragt.

Doch die eine Seite der Bucht sieht vielversprechend aus und schon geht das Dingi über Bord. Jürgen und Andi sind auf der Suche nach einem neuen Tauchrevier. Wir haben nur zwei Tauchausrüstungen an Bord, doch darüber bin ich nicht böse. Viel lieber ziehe ich mit dem Dingi herum, im Versuch, entlang der Küste doch noch einen Fisch an die Angel zu bekommen. Bald schon gebe ich mich geschlagen, Jürgen steht mit seinem ersten Fang am Ufer und winkt herüber. Endlich konnte er seine Harpune ausprobieren. Bald darauf taucht auch Andi mit erster Beute auf. Nur blöd, dass ich immer noch kein Bestimmungsbuch über essbare Fische im Pazifik an Bord habe. Meine Ratgeber über Atlantikfische erweisen sich als wenig brauchbar, trotzdem landen die geschossenen Fische bald in der Pfanne.

Fischen mit Harpune

Zum Abendessen im Cockpit gibt es eine spezielle Überraschung. Wenige hundert Meter vom Boot spring ein junger Buckelwal aus dem Wasser, dreht dabei eine Pirouette dass die Flossen fliegen und landet mit gewaltigem Getöse zurück im Wasser. Wir sind begeistert, eine Life-Show direkt am Ankerplatz! Der Buckelwal lässt nicht lange auf sich warten, langsam folgt er der Wasserstrasse zwischen Niederkalifornien und der Insel San Jose, taucht alle paar Minuten auf und vollführt einen neuen Sprung. Unsere gekauften Lebensmittel bleiben für diese Reise fast unangetastet: beim nächsten Segelschlag zieht Andi eine schöne Dorade aus dem Wasser.

Auf unseren Weg zurück nach La Paz stoppen wir noch einmal in der unglaublich schönen Bucht von Caleta Ballandra: Türkisgrünes Wasser, klar genug, dass wir den Boden unterm Schifferl erkennen können, lange, weiße Sandstrände. Drei Buchten, die ineinander greifen und deren innerste in einen kleinen Fluss zwischen den Mangroven führt. Kormorane trocknen ihr Gefieder im Wind und faul beobachten uns ein paar Pelikane. Am Ufer stelzen Kraniche durchs seichte Wasser, auf der Suche nach ein paar Würmern oder Schnecken und hoch über uns kreisen einige Fregattvögel, schrauben sich mit den aufsteigenden Luftmassen höher und höher. Noch einmal gehen Jürgen und Andi auf Tauchausflug, während ich mich per Dingi auf Fotosafari begebe.

Caleta Ballandra

Abends kreist eine kanadische Yacht um uns. "Margarita-Time under the full moon tonight. Come on over whenever you like!" - "Margarita Abend unterm Vollmond! Kommt rüber, wann immer ihr Lust habt!" Wir lassen uns nicht zweimal bitten und der Abend wird lustig.

Zurück in La Paz ist Andis Urlaub auch schon wieder vorbei und bald schon fahren wir im Mietauto in den Süden nach Cabo San Lucas zum Flughafen. Fern von der Autobahn nehmen wir die neue Landstrasse, kurven hoch über die Berge und tief in die Täler der braunen Berge. Kein Wunder, dass diese Straße eine beliebte Strecke von Motorradreisenden ist, sie scheint dafür wie gemacht zu sein.

Wir ziehen vorbei an einem Gaucho hoch zu Ross, vorbei an Kühen, die am dürren Gras der Strassenböschung zupfen. Ein mexikanischer Señor kehrt den Staubplatz vor einer Marienstatue mitten im Nirgendwo. Klapprige Geländeautos transportieren Obst in Richtung Stadt. Im nächsten Dorf döst ein angeleinter Esel unter einem Baum neben einem kleinen Krämerladen. Sandige, ausgetrocknete Flussbette ziehen sich durch das dürre Land. Wir staunen über ihre Ausmasse, hier müssen einmal große Flüsse das Land durchschnitten und geformt haben. Zu ihren imaginären Unfern stehen Palmen und Kakteen, hoch strecken sich die Blüten der Agaven in den Himmel. Was für ein eigenwilliges Land.

Mit der Abreise von Andi geht auch unsere Zeit in Mexiko dem Ende zu. Wir kaufen letzten Proviant, füllen die Diesel- und Wassertanks und laden die Wetterdaten herunter. An Bord der sympathischen kalifornischen Soloseglerin Eve treffen wir uns noch einmal mit einigen Seglern, die nun den selben Weg vorm Bug wissen wie wir. Wir tauschen Kopien von Seekarten aus und laden elektronische Seekarten auf unsere Rechner. Ich zeige Eve, wie sie ihre Funkanlage zum Arbeiten bringt und was sie damit alles erfahren kann. Es macht Spaß, die Abende mit Eve an Bord von AUNTI zu verbringen, doch bald schon sind alle unsere Vorbereitungen erledigt und die letzten Pesos ausgegeben. Wir sind bereit für den langen Weg über den Pazifik.

Doch so schnell wie gedacht gehts dann doch nicht. Am letzten Abend vorm geplanten Ausklarieren erhalten wir eine mail von ISATIS. Unsere Freunde aus der Nordwest Passage sind knappe dreißig Seemeilen von La Paz entfernt und werden noch heute bei uns ankommen. Draussen vorm Golf von Mexiko herrscht nur flauer Wind. Es scheint, als hätte ein gewaltiger Zyklon im Westpazifik und ein großflächiges Tief im Norden allen Wind hier im Osten regelrecht die Luft genommen. Ohne Wind kann man nicht segeln und so fällt uns die Entscheidung leicht: Wir bleiben noch ein paar Tage. Verbringen das Wochenende gemeinsam mit unseren Segelfreunden und beobachten weiterhin das turbulente Wettergeschehen im Pazifik. Der Sturm im Südpazifik entwickelt sich zum stärksten Zyklon der jemals diese Gegend getroffen hat und wird bereits von einem weiteren Zyklon gefolgt. Uns tun die Menschen in Vanuatu leit. Ausgerechnet über diese ärmere Inselgruppe musste der Jahrhundertsturm ziehen. Auch uns selbst gibt der Sturm zu denken: denn er ist auf den Weg nach Neu Seeland, dem Land, in dem wir die nächste Hurrikan-Saison verbringen wollen. Mal sehen, ob das wirklich so eine gute Idee wird!

Recht lange kann uns dennoch selbst die Wiedersehensfreude mit ISATIS nicht mehr zurückhalten. Noch einmal laufen wir zum Bauernmarkt um frisches Obst und Gemüse. Sobald der Südwind im Golf von Kalifornien zurück auf Nord dreht, wird unser Anker an Deck gehen und LA BELLE EPOQUE wird ihren Bug in Richtung Südwest drehen. Vor uns liegt ein knappes Monat auf Hochsee und was für ein Anblick wird es werden, zum ersten Mal im Leben die Berge der Marquesas Inseln am Horizont zu sehen!

bilderVögel in den Mangroven

Auf Fotosafari durch die Mangroven

Mangroven

Mangroven entlang der Küsten

Mangroven

Mit dem Dingi durch die Mangroven

Kranich

Die Vogelwelt von Niederkalifornien lässt sich von uns nicht verschrecken.

Caleta Lobos

Türkises Wasser in den Ankerbuchten. Dahinter weiße Sandstrände

Caleta Lobos

Caleta Lobos

Niederkaliforniens trockene Berge

Niederkaliforniens trockene Berge

Kokosnuss

Nieder mit der Kokosnuss!

Schnorchelausflug

Schnorchelausflug

Sierra de la Giganta

Die Berge der Sierra de la Giganta

Inseln im Golf von Kalifornien

Inseln im Golf von Kalifornien

Urlaub unter Segel

Urlaub unter Segel

Tauchausflug vom Ankerplatz

Tauchausflug vom Ankerplatz aus

Spleißen

Zwischendurch wird gearbeitet: unser Großfall muss neu gespleißt werden!

Ab zum Tauchrevier

Auf der Suche nach neuen Tauchrevieren

Tauchausflug

 

 

 

 

 

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