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 Where the Ocean meets the sand

christoph columbus in san francisco

Es ist sechs Uhr morgens, der Himmel zeigt sich in fahlen Licht der Morgendämmerung und leichter Dunst liegt über der Bucht. Ein Plätschern entlang des Rumpf hat mich längst aus meinen Träumen gerissen. Nicht die allgegenwärtigen Seelöwen ziehen um diese Uhrzeit durchs Wasser von San Francisco Bucht, es sind fleißige Schwimmer, die im Morgenlicht trainieren.

Ich bin nicht böse über diesen frühen Weckruf, sollten wir uns doch ohnehin bald angewöhnen, früher am Morgen den Tag zu begrüßen. Immerhin liegt die Zeit der langen Abendsonne längst hinter uns. Bald werden die Tage fast gleich kurz sein, mittlerweile geht die Sonne ja schon gegen sieben Uhr unter. Außerdem hab ich noch einiges zu erledigen, bevor wir heute die U-Bahn quer durch San Francisco nehmen und meine Mum vom Flughafen abholen.

Über eine Woche ist bereits vergangen, seit wir das Goldene Tor passiert haben und in einer der schönsten Städte Nordamerikas unseren Anker gesetzt haben. Wir haben uns die drei Ankerplätze der Stadt angesehen und sind einige Meilen in der schönen Bucht gesegelt, haben beim Gebrauchthändler von Bootsausstattung in Alameda viel zu viel Geld gelassen und sind Tagelang durch die verschiedensten Viertel der alten Hafenstadt geschlendert. Nun ankern wir wieder direkt vor dem touristischen Highlights der Stadt an den alten Hafenpiers, an denen sich heute Restaurants und Souvenir-Läden aneinanderreihen wie die Perlen einer Kette. Hier wird LA BELLE EPOQUE auch ohne uns gut liegen, denn Mum hat ein Mietauto reserviert und eine kleine Tour ins Land zusammengestellt, mit der sie uns überraschen wird.

Und bald schon können wir sie Umarmen und gemeinsam durch den ganzen Trubel der Stadt zurück zum Boot spazieren. Kaum an Bord, lassen wir auch schon alle Pläne, heute noch ein paar Sehenswürdigkeiten zu begutachten, fahren. Zu viel gibt es zu erzählen und zu schön ist es, einfach bei einer Flasche Wein und einer kleinen Jause im warmen Sonnenschein an Bord zu sitzen. Wir werden noch genug sehen.

ankern in San Franzisko

Gesagt getan, am nächsten Morgen gehts durch die Stadt: Zu Fuß und mit dem Bus durchkreuzen wir Downtown und Chinatown, wo Tee gekostet werden will und die chinesischen Läden zum Gustieren einladen. An der Fishermans Warft gibts Fish und Chips und die privaten Gärten von Telegraph Hill verzaubern uns mit ihrer Blumenpracht. Jetzt blos kein Erdbeben, lachen wir, während wir die steilen Treppen zurück zum Meeresspiegel nehmen und nach einem langen Tag zurück zum wartenden Boot schlendern.

Schon am nächsten Morgen geht´s per Mietauto über die legendäre rote Brücke, die sich über das "Goldene Tor" des Südwesten spannt. Ein Tor, das unzählige Immigranten mit Hoffnung füllte und durch das Schiffsladung um Schiffsladung an Menschenmassen gebracht wurde. Denn hier hat der einzigartige Goldrausch des Westens seine erste Hochkonjunktur gefeiert und Immigranten mit dem Lockruf eines schönen und wohlhabenden Lebens gerufen. Kein Wunder, das San Francisco bald zur wichtigsten Stadt der Westküste wuchs und seine große Hafenanlage zur Drehscheibe des amerikanischen Pazifikhandels und Walfangs wurde. Doch fand nicht jeder Immigrant sein Glück an dieser Küste. Der Goldrausch belohnte weniger Schürer als erhofft und das Überangebot an Arbeitskräften ließ die Löhne sinken und elende Viertel wachsen. Viertel wie Mission etwas im Süden von San Francisco. Dieser älteste Stadtteil von San Francisco wurde in Zeiten der großen Einwanderungswellen zum ärmlichen "German-Town", wo die Menschen am Rande ihrer Existenz lebten.

Golden Gate Bridge

Und doch gab es noch schlimmeres, als in Mission ein Dasein zu fristen. Das Schlimmste, dass Einwanderern passieren konnte, war von einer der miserablen Walfangschiffe "shanghaied" zu werden. War ein junger Arbeitsloser zu unvorsichtig und trieb sich zu nahe am Matrosenviertel - oder der "Barbarenküste", wie die Gegend der Seemannskneipen, Opiumhöhlen und billigen Gastwirtschaften weithin genannt wurde - herum, konnte die Einladung zum Whiskey mehrjährige Folgen haben. Nicht selten wachte ein ahnungsloser Taugenichts am nächsten Morgen auf einem Schiff weit vor der Küste wieder aus seinem Schnapsnebel auf, auf den Weg in die Tschuktschen See hoch im Norden. Auf miserablen Schiffen wurden diese armen Seelen für die nächsten Jahre zum Seemann und Walfänger geformt, inklusive harter Überwinterungen in der Arktis und erbarmungsloser Bedingungen an Bord.

Heute weißt nur noch hier und da ein Schild an einer alten Hausmauer an die Geschichte dieser Gestohlenen hin, doch kann ich mir durch die Erzählungen des deutschen Tramps Kurt Faber gut ausmahlen, durch was für Hölle so mancher hoffnungsvolle Einwanderer "Friskos" gehen musste. (Sein lesenswertes Buch "Unter Eskimos und Walfischfänger" ist übrigens als gratis E-Book erhältlich…)

Wir lassen das Goldene Tor allerdings mit Hochstimmung hinter uns, umfahren Sausalito und Oakland und biegen in den Südosten ein. Unser Ziel für die nächsten Tage wird das herrliche Naturschutzgebiet von Yosemite Park sein, gefolgt von einem stilvollen Ausflug ins Tal der Weine. Zwar sind wir ein bisschen auf "Katastrophen-Tour", da über dem Yosemite ein Waldbrand wütet und Napa Valley gerade von einem schweren Erdbeben heimgesucht wird, aber das kann unsere Hochstimmung nicht trüben.

Bald haben wir die Stadt hinter uns gelassen und zwischen den staubigen Wüstenebenen Kaliforniens strecken sich Pfirsich- und Zitrusplantagen. Hohe Wassertürme lassen schon von Weitem wissen, wo die nächste Ansiedlung liegt und breite Strassen führen uns immer tiefer ins Land. Bald verschwinden die Ebenen und sanfte, braune Hügeln aus Sand und Staub erheben sich. Tausende Windgeneratoren strecken sich wie Wälder über die Hügel, doch nur erstaunlich wenige Generatoren drehen sich auch wirklich im Wind. Mexikanische Arbeitersiedlungen wechseln sich mit Farmen ab. Noch ist es ruhig auf den Plantage, die Zeit der Orangenernte ist noch nicht gekommen.

Obst-Plantagen Südkalifornien

Nach und nach ändert sich die Landschaft außerhalb der Fensterscheibe, staubige Pflanzen übernehmen das Bild und mehr und mehr Bäume wachsen auf den höher werdenden Hügeln. Ein kleiner Pitstop für Benzin, Trinkwasser und ein paar Schokoriegel und schon tauchen wir in die Ausläufer der Rocky Mountains ein. Für heute wollen wir allerdings nicht mehr bis zum Nationalpark fahren, Mutti hat ein Hotel am Fuße des Parks gebucht. Ein abendlicher Ausflug zu einem kleinen aber feinen See und eine Stunde im Wirlpool des Inns rundet den Tag ab.

Hitze und Trockenheit haben überall ihre Spuren hinterlassen. Der See ist halb ausgetrocknet und die herrlichen Bäume und Wälder um uns sind trocken und braun. Noch haben wir die nassen Urwälder Alaskas und Kanadas in unseren Köpfen und der Vergleich könnte nicht drastischer sein. Doch die Pflanzen haben sich perfekt an das Wüstenklima der Region angepasst und wir sind erstaunt zu erfahren, dass es hier mittlerweile seit drei Jahren nicht mehr richtig geregnet hat. Unglaublich reich wirkt die Natur für diese Bedingungen, wer hätte gedacht, dass diese Pflanzenwelt so widerstandsfähig sein kann. Wieder besuchen wir riesige Mamutbäume, welche bis über tausend Jahre alt sein dürften.

In einer wahren Kolonne an Touristen geht es schließlich hoch in die Berge ins herrliche Tal von Yosemite. Herrliche Granitgiganten krönen die grünen Wälder des Tals, in dem Eichkätzchen und Hirsche die vielen Menschen für selbstverständlich halten. Kein Wunder, besuchen doch jährlich an die drei Millionen Menschen das spektakuläre Tal, das für seine Wasserfälle berühmt ist. Doch von Wasserfällen ist heute nichts zu erblicken, kein Tropfen Wasser schießt über die Granitwände, alle Flussbette sind trocken. Macht nichts, der Anblick von Wasser ist ja nicht unbedingt was seltenes für uns. Allerdings fällt es uns trotzdem nicht ganz leicht, die Natur hier zu genießen, dröhnen doch die Automotoren durchs Tal und gibt es keinen Flecken Erde hier, der in anmutiger Ruhe genossen werden kann.

Yosemite Park

Auch wenn es heiß und staubig im Park ist, vom Waldbrand nordöstlich von uns merken wir nichts. Oder ist die eine oder andere Wolke vielleicht doch eher eine Rauchschwade? Seit Monaten brennt es bereits hier, ohne Regen sind die Chancen, den Brand endgültig zu löschen allerdings niedrig.

Am nächsten Tag lassen wir die Granitwände der Rocky Mountains hinter uns und tauschen sie gegen die rollenden Hügel der großen Weingebiete weiter im Norden. Unser Ziel ist ein Gebiet, das amerikanische Geschichte geschrieben hat. Denn die Weinbauern von Nappa Valley haben in den Siebziger Jahren den französischen Weingrößen gezeigt, welche Qualität ihr sonniges Tal produzieren können. Die Idee, ihre besten Tropfen vor höchstem Komitee in Frankreich gegen Spitzenweine des unumstrittene Weinland Frankreich antreten zu lassen, rief vorerst Belustigung hervor. Niemals könnte die "Neue Welt" mit der Tradition und Qualität der alten Weingebiete Frankreichs mithalten, so dachte man wenigstens. Außerdem schien der junge, langhaarige Weinbauer vom sonnigen Montalena-Gut, der sich als Repräsentant der amerikanischen Weinbauern nach Frankreich begeben hatte, kaum als ernstzunehmender Weinkenner. Doch sollte die Welt eines besseren belehrt werden und die Auswahl an Napa-Weine stampfte die besten französischen Tropfen in Grund und Boden!

Kein Wunder, dass das Tal heute reichste Höfe und prunkvolle Anwesen beherbergt, wo erlesene Weine und handerzeugte Feinkost produziert wird und in deren überschwänglichen Gärten zur Rast eingeladen wird. Und nach einem Ausflug durchs Tal und einer Nacht in Napa geht´s auch für uns zu den Weinbauern und zur Weinverkostung auf Amerikanisch. Am frühen Morgen steigen wir in den "Wein-Trolly" ein, einen Bus im Stil der berühmten Cablecars San Franciscos, in dem sich eine verschlafene Truppe Wein-Liebhaber einfindet. Anfangs ist die Stimmung am Wein-Trolly noch etwas flau und als uns der nette Fahrer mit Musik traktiert, die frisch aus Disneyland eingeflogen wirkt, weiß noch keiner, was für ein lustiger Tag vor uns liegt. Aber das erste Weingut sollte alle Lebensgeister wecken.

Weingut in Napa Valley

Bald haben wir den Dreh von amerikanischen Weinverkostungen heraus: Auf zu einem Gut, vier gut eingeschenkte Kostproben die Kehle hinunter gegossen (egal, dass es immer noch später Morgen ist) und ein kleiner Spaziergang durch den traumhaften Garten und zu den Weinpressen des Guts. Ein paar Flaschen für später eingepackt und schon gehts weiter mit dem Trolly. Nun ist die Stimmung an Bord schon ausgelassen, es wird getratscht und gelacht, während die Weingärten und Villen zu beider Seiten vorüber ziehen. Nach der zweiten Führung durch ein Weingut - und dem achten Gläschen der edlen Tropfen - wird es schon ein wenig schwierig, die speziellen Feinheiten ganz genau zu erfassen und den geraden Weg zum Trolly zurück zu finden. Aber keine Sorge, nun gehts zum Lunch. In den stilvollen Gemäuern einer alten Weinhalle gibts auserkorene Sandwiches und Wasser. Wasser? Na gut, natürlich wird uns auch Wein angeboten, doch sonderbarerweise scheint wirklich jeder mit einem Gläschen Wasser rundum zufrieden.

Auch am Nachmittag gehts zu zwei weiteren Weinbauern. Dabei ist ein Hof schöner als der andere und jeder Hof ein Highlight für sich. Der eine ist traditionell mit roten Backstein und schweren Eichenmöbel, der nächste ist modern mit Glamour und Kunst. Dann wieder ein schlichtes Haus mit interessanten Details zum Wein und zur Region und zum Abschluss ein kleines Weingut, dass zu den teuersten Häusern der Region zählt. Nun gut, nicht, dass wir die Top-Weine dieses kleinen Weinguts konsumieren würden, aber dass könnten unsere unwürdigen Geschmacksnerven nach all den Verkostungen des Tages ohnehin nicht mehr würdigen.

Angetrunken aber in bester Laune sind wir am frühen Abend zurück in Napa, gefüllt mit Eindrücken und mit einer Tasche voll Wein. In der Markthalle versorgen wir uns noch mit ein paar lokalen Köstlichkeiten, wir sind viel zu geschlaucht, um heute noch ein weiteres Lokal zu besuchen und entscheiden uns so für eine gemütliche Jause im Hotelzimmer.

Auch der folgende Tag steht im Zeichen des Weins, Mum lädt zur Tour im Hause Berenger ein, wo wir nicht nur Weine verkosten, sondern die Wirkung von Wein zu verschiedenen Lebensmittel testen dürfen und durch die ehemaligen Weinkeller und durchs alte deutsche Herrenhaus des großen Weinproduzenten geführt werden. Auch hier schmücken riesige, öffentliche Gärten das Anwesen und lassen sich kaum in Prunk und Stil übertrumpfen.

Weinverkostung im Hause Beringer

Bei all dem Genuss müssen wir Segler auch an praktische Dinge denken und so nützen wir am Rückweg nach San Francisco die Gelegenheit, mit einem Auto unterwegs zu sein. Zum Glück sind amerikanische Mietautos keine winzigen Dosen auf vier Rädern und so finden wir alle Drei noch genug Platz trotz neuer Kojen-Matratze von Ikea im Wagen. Verlockend war die Idee, auch noch schnell neue Fahrräder beim Walmart zu holen, doch winke ich ab. Wir haben die letzten Monate schon genug Geld ausgegeben und wer weiß, vielleicht werden uns die Räder ohnehin nur wieder gestohlen. Nein, es wird wohl noch eine ganze Weile dauern, bis wir mit neuen Fahrrädern durch die Gassen ziehen.

Gemeinsam mit Mum wollen wir noch ein paar Tage unter Segel genießen und ihr ein Stück von unserer Welt zeigen. Und wie bestellt lässt uns das Wetter die kommenden Segeltage auch richtig genießen. Unter Segel gehts um Alcatraz und unter der Golden Gate durch, wir kreuzen in der Bucht von San Francisco und ankern in Sausalito, wo wir den Abend herumspazieren und die beeindruckende Aussicht auf die Stadt bewundern. Noch ein Tag Segelspaß bei frischen Winden und ruhiger See und schon nähert sich die gemeinsame Zeit dem Ende. Wir suchen uns einen Hafen in der Nähe des Flughafens und bald schon sind wir wieder alleine an Bord.

Noch haben wir keine große Eile, vor Mitte oder Ende Oktober können wir kaum damit rechnen, nach Mexico aufbrechen zu können. Und so nehmen wir Trudes Einladung zum Yachtclub-Dinner von Oyster Point gerne an. Die Austro-Amerikanerin ist geborene Schärdingerin und damit aus fast der selben Gegend wie wir selbst! Der Abend wird gesellig und bald schon steht fest, dass die Clubmitglieder einige Bilder unserer Reise sehen möchten. Bald schon steht ein Termin für unsere kleine Show fest und wir segeln noch einmal eine Runde durch die Bay, um die Wartezeit zu verkürzen und einen weiteren Ankerplatz aufzusuchen.

Ein Ankerplatz, der zu den geschütztesten Plätzen der Bucht zählt, da er von drei Seiten von Treasure Insel geschützt wird und auf der vierten Seite von einer Sandbank eingeschlossen wird. Deshalb können wir auch nur bei Hochwasser in die Bucht laufen, obwohl die Seekarten doch eigentlich von gerade genug Wasser auch bei Niedrigwasser sprechen. Deshalb haben wir auch keine großen Bedenken, dass wir noch vor Hochwasser die Bucht erreichen. Was soll´s, sollten wir aufsitzen, wird uns die Flut bald von dieser Miesere befreien. Einzig nervig ist allerdings, dass unser Echolot anscheinend Flachwasser genauso hasst wie ich! Denn seit geraumer Zeit hat der kleine elektronische Sender beschlossen, seinen Dienst zu verweigern, sobald das Wasser weniger als zweieinhalb Meter unter dem Kiel beträgt. Damit zeigt er also immer genau dann nichts mehr an, wenn wir ihn am meisten brauchen würden! Ein Hoch auf die Qualität von teurem Yachtzubehör!

Schon am Eingang zur Ankerbucht lässt Jürgen die Segel auf Deck fallen. Der Wind steht genau aus der Bucht und so dampfe ich vorsichtig und "blind" über die Untiefe. Nach und nach erhöhe ich die Drehzahl und doch wird LA BELLE EPOQUE nach und nach langsamer. "Sitzen wir, oder sieht es nur von außen so?" kommt Jürgens Ruf ins Steuerhaus. "0,4 Knoten Fahrt - noch fahren wir. Allerdings bin ich auf Marschfahrt, unser Kiel streift damit sicherlich im Dreck!" "Bleib drauf!" Jürgens Antwort. Und er hat recht. Bald schon nimmt unsere Fahrt zu und LA BELLE ist wieder frei. Wir ankern neben einer feuerroten Stahlyacht und begutachten den seriös wirkenden Schoner der den Eindruck einer Arktis-Yacht macht.

Segelyacht Issuma

Und der Eindruck täuscht nicht. "Ahoi LA BELLE EPOQUE, wie war eure Nordwest Passage?" Richard kam doch irgendwie unser Bootsname bekannt vor und nach einem kurzen Check bei Google war die Sache klar. "Ich bin mit meiner ISSUMA 2011 durch die Nordwest Passage und soll euch schöne Grüße von Victor ausrichten, von dem ich gerade eine mail erhalten habe."

Ha, die Welt ist klein! Wir verbringen den Abend bei bordgebrauten Wein und leckeren Dinner auf der interessanten Yacht. Richard ist Kanadier, hat die französische Demien-Stahlyacht vor Jahren gekauft und nach Brasilien gesegelt. Von dort aus drehte er den Bug in den Norden, bis es nicht mehr weiter nördlich ging. Doch hatte er Schwierigkeiten mit seinem Rigg und erst der dritte Anlauf brachte ihn den Weg durch die Nordwest Passage.

Wir tratschen allerdings nicht nur über Erlebtes, träumen wir doch von den selben Zielen. Denn Richard ist auf den Weg in den Süden, ganz in den Süden zum anderen Ende der Welt. Allerdings hat er für die Reise zur Antarktis und zurück nach Kanada nur zwei Jahre Zeit und so muss er sich beeilen. Die Saison im Süden ist kurz und der Weg ist lang, Umwege sind für ihn Ausgeschlossen. Für uns sieht die Welt hoffentlich anders aus, lieben wir doch nichts mehr als Umwege und wollen erst einmal Sonne Passatwinde und Inselwelt des Pazifiks ergründen…

Zurück in Oyster Point erleben wir einen gemütlichen Yacht-Club Abend, bereiten LA BELLE EPOQUE zur Weiterfahrt und beobachten die Wetterdaten. Vorerst erwarten wir allerdings zu wenig Wind, um gute Fahrt zu machen. Trotzdem entschließen wir uns, Süd San Francisco hinter uns zu lassen und einen besseren Ausgangshafen anzulaufen. Der Abend wird flau und so ziehen wir weiter als geplant. Ein letztes mal geht´s unter der Golden Gate durch und einige Meilen in den Süden, wo in Half Moon Bay im Vorhafen geankert werden kann. Die Küste von Nord Kalifornien lässt uns wieder einmal ahnen, wie gefährlich es sein kann, hier nicht auf das Wetter zu achten. Starke Strömungen und die Beschaffenheit des Meeresgrunds werfen hier gefährliche Seen auf und trotz Flaute erleben wir bis zu 3 Meter hohe und extrem steile Wellen, die sich sogar leicht and den Kämmen brechen. Nein, hier möchte ich nicht bei Starkwind sein!

Vor Half Moon Bay halten wir lieber gut Abstand zum Riff und Land. Die Seekarten zeigen auch hier gefährliche Wellenbildung und Strömungen. Aber davon haben wir schon früher gehört. Immerhin ist die große Meeresbucht berühmt für seine Surf-Events. "Maverik" gehört zu den wichtigsten Surf-Erlebnissen der Pazifikküste, bei dem sich halsbrecherische Athleten auf ihren Surfbrettern Wellen von zehn Meter und mehr stellen. Gerade wenn im Süden die Hurrikane toben, werden hier die Wellenvorhersagen genauestens beobachtet, um ja keine Jahrhundert-Welle zu versäumen.

Wir allerdings sehen nicht viel von den brechenden Wellen am Riff, die Nacht hat bereits jedes Licht verschluckt, während wir durch die gut betonte Passage in die Bucht und hinter die Mole ziehen und unseren Anker ausrauschen lassen.

Obwohl die Ansiedlung aus kaum mehr als Wohnsiedlungen und Hafenanlagen zu bestehen scheint, fühlen wir uns wohl in Half Moon Bay und bleiben ein paar Tage. Im Hafen herrscht geschäfftiges Treiben: die Krabbensaison steht bevor und die unzähligen Fischer bereiten ihre Kutter vor. Das große Ankerfeld im Vorhafen ist gefüllt und die paar Restaurants entlang der Wasserfront gut besucht.

Wir wandern durch die gepflegten Wohnanlagen, saugen den starken Duft der Eukalyptus-Wälder ein und wandern hoch über den Hafen auf die staubigen Hügel. Wie eigenwillig und duftend dieses trockene Land ist! Wilder Anis und Eukalyptus duftet um die Wette, hohe Farne und niedriges Gestrüpp prägt das Bild. Unter uns breitet sich der Pazifik und schäumt weiß über das breite Riff, um sich später am endlosen Sandstrand zu brechen. Stunden verbringen wir am Strand, lassen uns von dem frischen Wind kühlen und beobachten die Surfer bei ihren Übungen, während sich ein stahlblauer Himmel über uns wölbt.

Half Moon Bay

Wie schon gewöhnt scheint auch jetzt wieder die gemeldete Starkwindwarnung als optimaler Wind für unsere Weiterreise. Besser ein wenig mehr Wind als viel zu wenig. So verzichten wir darauf, den Dieseltank voll zu bunkern, hohlen den Anker auf Deck und setzten die Segel.

Die 360 Seemeilen in den Süden werden durchwachsen, zwei Tage Starkwind, eine Nacht mit Flaute und einen herrlichen Segeltag, an dem die letzten Meilen allerdings der Wind abflaut und das Eiserne Segel mithelfen muss. Anstelle gleich bis an die Küste zu segeln, stoppen wir so vorerst auf Catalina Insel, eine kleine Hochseeinsel 30 Seemeilen vor Long Beach. Ein wenig schade empfinden wir, dass alle guten Ankerbuchten mit Bojen gefüllt sind. Aber hej - willkommen in Südkalifornien, wo Wassersport eben purer Luxus und somit dementsprechend teuer ist. Nein danke, eine Boje für 45 Dollar ist uns dann doch zu teuer, wir ankern außerhalb des Feldes!

Catalina Insel mit seinen kahlen Hängen und reinen Ferienorten ist für uns nur wenig spannend und kann uns nicht lange halten. Wir ziehen weiter nach Newport Beach, ein wahres Zentrum des Yachtsports. Die große Bucht und ihre luxuriösen Inseln ist gefüllt mit Booten, Yachten und Megayachten. Ruderer und Paddelbords ziehen zwischen den Dingis herum, Segeljollen fordern sich gegenseitig in Regatten zwischen den vielen Bojenliegern und Ankerern und lautstark aber gemächlich ziehen Speedboote mit schweren Motoren durch den Hafen. Eine Villa nach der anderen steht zwischen Palmen und blühenden Blumengärten, vor denen sich private Steganlagen strecken. Das Aufgebot an Reich und Schön kann schwer überboten werden. Schönheitsbewusste Amerikanerinnen und Amerikaner joggen den endlosen Sandstrand entlang und Surfer warten auf ihren Brettern auf die perfekte Welle. Alles feiert und genießt, das Wochenende ist zu Wasser und zu Land ein einziges "Sehen und Gesehen werden".

Langsam aber sicher kommt ein frisches Lebensgefühl an Bord von LA BELLE EPOQUE auf: zwar brauchen wir den vielen Trubel nicht länger um uns, doch die viele Sonne, das Leben an Deck und die Möglichkeit, jederzeit ins warme Wasser zu springen und sich so abzukühlen weckt die Lebensgeister. Den Morgen mit einer Schüssel voll frischestem Obst zu starten und Abends einen Uzo im Cockpit zu genießen gehört zur neuen Lebensqualität. Wir müssen uns regelrecht daran gewöhnen, wieder mehrmals täglich baden gehen zu können und bei offene Luken zu leben. Doch, der Süden hat schon seine Reize!

Segelregatta in San Franzisko Bucht

Segelspaß vor Alcatraz

San Franzisko

Tour durch San Francisco

San Franzisko

Feuerleitern an jedem Haus

Cable Car

Und wieder ein Cable Car

Gärten von San Franzisko

Reiche Vegetation mitten in San Francisco

Kalifornien

Spaziergang durch die Gärten der Stadt

Rast bei Bubba Shrimp

Rast bei Bubba Shrimp

Fishermans Warft

Touristenviertel Fishermens Warft

Südkalifornien

Mit dem Mietauto geht´s in die Wüste

Yosemite National Park

Wo wir bald das Vorgebirge der Rocky Mountains erreichen

Mamut Bäume

Über Tausend Jahre alt können die riesigen Mamutbäume der Redwoodwelder sein.

Yosemite National Park

Das sind ja mal neue Straßenschilder...

Yosemite National Park

Trocken aber herrlich schön: die Berge von Kalifornien

Yosemite National Park

Im Yosemite National Park

Yosemite

...finden wir keinen Tropfen Wasser. Die berühmten Wasserfälle sind nur trockene Steilwände

Kalifornien

Zurück durch die Ebenen und Obstplantagen. Ziel Napa Valley

Weingut in Napa

Wo wir in die Welt des exquisiten Weins und der Olivenheine eintauchen

Wein Trolly

Wir machen eine Tagesausflug mit dem "Wein Trolly"

Napa Valley

... und besuchen ein Weingut nach dem anderen.

Napa

Alles hier ist mit viel Stil angelegt.

Weingut in Napa Valley

Weinverkostung in Napa Valley

Weinernte in Napa

Zeit der Weinernte

zu Beuch im Weingut Berenger

Wir besuchen verschiedene Weingute

Weingut in Napa Valley

Und schlendern durch die geschmackvollen Anlagen

Weinverkostung

Weinverkostung

Weinernte

Draußen wird fleißig gearbeitet

Weinverkostung

...Weinverkostung auf Amerikanisch

Lunch

Lunch-Pause

Weintrauben

Zur Zeit wird Weißwein geerntet

Rotwein

...während die roten Trauben noch an den Reben hängen

Erdbeben in Napa

Folgen vom letzten Erdbeben in Napa

alte Weine

Alte Weine im Weinkeller von Beringer

Beringer

Gartenanlage des Weingut Beringer

Beringer

Das alte Wohnhaus der Familie Beringer wurde Originalgetreu nach deutschem Vorbild gebaut. Das originale Haus stand in Meinz, viel aber dem zweiten Weltkrieg zum Opfer.

Weingut Montalena

Besuch am Weingut Montalena

Olivenbäume

Auch Olivenbäume gehören zu den Besonderheiten des Weintals

Markthalle in Napa

Besuch in der Markthalle in Napa

San Franzisko

Zurück in San Francisco

Segeln in der Bucht

... wo wir ein paar Tage unter Segel genießen und erneut durch die Golden Gate segeln

Segeln in San Francisco

Segelausflug in der Bucht

Sausalito

Seals in Sausalito

Sausalito

Wir ankern in Sausalito und spazieren entlang der Wasserfront...

Sausalito

... wo viele Künstler auf Hausbooten leben.

Segeln in San Francisco

Die Segler in San Francisco genießen jede freie Minute auf dem Wasser.

Half Moon Bay

Wir ziehen weiter nach Half Moon Bay

Eukalyptus Wald

Schade, dass der Duft der Eukalyptuswälder nicht auf Fotos zu fangen ist!

Kalifornien

Die Hügel von Half Moon Bay

Half Moon Bay

Hier in Half Moon Bay wartet alles auf die Welle!

Surfen

Half Moon Bay - das Paradies der Surfer

Strand von Half Moon Bay

Der Strand von Half Moon Bay zieht sich weit

Übung macht den Meister

Übung macht den Meister

Pelikane

Von hier an in jedem Hafen zu finden: Pelikane

Catalina Insel

Wir erreichen Catalina Insel in Südkalifornien

Kakteen

Kakteen und Sand - Catalina Insel

Two Harbors

Ferienort Two Harbors

Two Harbors

Two Harbors, Catalina Insel

Ölplattformen vor Long Beach

Wir segeln um die Ölplattformen vor Newport Beach

Newport BEach

Und laufen in den quirligen Hafen von Newport Beach ein

 

Kalifornien

Kalifornien

Kalifornien

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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