Blauwassersegeln in Alaska
  
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 Winterliche Weihnachtsgrüße

am Farmyard

Warm und weich schmeichelt mir der dicke Teppichboden unter meinen nackten Füßen und beinahe verwundert bin ich über all die kleinen Annehmlichkeiten, die an Land so normal sind und dennoch keinen Platz in meiner Welt haben: heiße Duschen so oft man will; großzügige und weiche Sofas, auf denen man sich strecken kann; Kühlschränke, die größer als meine halbe Pantry sind; Toiletten, auf denen man vergeblich einen Hebel zum pumpen sucht, Strom aus der Steckdose und einen allzeit bereiten Zugriff auf die virtuelle Welt.

Gerade noch wanderten wir über den eisigen Schwimmsteg in Halibut Cove und entlang der winterlichen Wege in Alaska, eingemummt in unsere altbewährte Winterkleidung und ausgerüstet mit Notfackeln für den Fall, dass doch noch ein Bär unterwegs ist. Und nun finde ich mich auf dem bequemen Sofa im warm geheizten Haus meines Bruders in Kanada wieder.

LA BELLE EPOQUE liegt sicher und ruhig bei Freunden. Die kleine aber feine Gesellschaft von Halibut Cove hat uns während der wenigen Tage, die wir an der Küste dieser wunderschönen Insel am Rande des Naturschutzgebiets verbracht haben, in ihrer Gemeinschaft aufgenommen und uns das Leben leicht gemacht. Während sich Jeanine und Jean Pierre von der Yacht ISATIS übereilt von uns verabschiedet haben (sie segelten weiter um den Winter in Prinz William Sund zu verbringen), blieben wir einige Tage in der Umgebung vom gemütlichen Städtchen Homer, um LA BELLE EPOQUE und uns für den Winter vor zu bereiten. Nur für eine Nacht wollten wir in Halibut Cove ankern, ohne zu ahnen, dass wir hier unseren besten Winterhafen von Alaska gefunden haben. Zwar haben wir - wie geplant - nur eine einzige Nacht hier geankert, abgelegt haben wir allerdings nicht wieder. Denn schon am folgenden Morgen ist unser Nachbar Grant mit einem dicken Filet frischem Wildlachs zu uns heraus gefahren: "Hallo und willkommen. Aber warum ankert ihr eigentlich? Macht doch einfach dort drüben am öffentlichen Steg fest, das ist doch viel bequemer!... Esst ihr gerne Fisch?... Na dann, herzlich willkommen in Halibut Cove!"

Halibut Cove

Schon lagen wir am Steg festgemacht und schlenderten von einer Einladung zur nächsten: Thanks-Giving Dinner bei Clam, Lunch bei Jim. Eine Wanderung über die Insel mit Diana und eine Ausfahrt zum Lachsfischen mit John. Ein gemütlicher Nachmittag auf der Ridgewood Lodge und etliche Abende auf der Stillpoint Lodge. Sofort fühlten wir uns hier zuhause und die Menschen um uns versichern uns: "Lasst doch LA BELLE EPOQUE einfach hier am Steg, wenn ihr über Weihnachten zu eurer Familie fährt. Ihr seid hier herzlich willkommen und könnt so lange bleiben, wie ihr wollt." Und die Menschen von Halibut Cove sagen das nicht nur so, sie meinen es auch: die Türen der Häuser stehen für uns offen und Jim gibt uns sein Aluboot samt Aussenborder, damit wir kleine Ausflüge machen können. Duschen und Wäsche waschen ist kein Problem mehr und zum Wassertanken hilft uns Bowman mit seinem ATV. Immer wieder bringt uns ein Nachbar ein schönes Stück Lachsfilet und das Postschiff bringt uns hin und wieder nach Homer, um Einkäufe zu erledigen.

Unsere Reise nach Kanada wird einfach: bereits Tage vorm Abflug bringt uns STORMBIRD - das Postschiff - nach Homer, wo uns die freundlichen Mitglieder des Homer Yacht Club vom Hafen abholen. Es geht zur großen Weihnachtsfeier des Clubs, wo wir den Nachmittag verbringen und unsere Geschichte erzählen. Die Nacht verbringen wir im gemütlichen Haus von Susan und Rock, wo wir abends noch einige Geschichten zum Leben in Alaska erfahren. Auch die Fahrt nach Anchorage ist mehr als einfach: Jan und Jim haben uns ihr Auto geliehen, das wir einfach zu ihrem Sohn JT nach Anchorage bringen. Bei ihm verbringen wir auch die Nacht und am nächsten Tag liefert er uns am Flughafen ab. Unglaublich, wie einfach und unkompliziert die Menschen in Alaska sind!

"Verehrte Fluggäste, wir landen in wenigen Minuten in Winnipeg. Das Wetter ist klar und die Temperaturen liegen bei minus 30 Grad Celsius und etwas kälter im Wind-Chill. Bitte um etwas Geduld nach dem Andocken des Flugzeuges, es dauert einige Minuten, bis die Gangway warm ist."

Kaum zu glauben, dass wir nach all den Jahren in der Arktis gerade hier unsere kältesten Wintertage erleben! Aber das Thermometer will kaum noch über 25 Grad unter Null wandern und der stetig blasende Wind wirbelt den trockenen Schnee vor sich her. Manchmal wird selbst der kurze Gang zum Nachbarhaus - das Haus meines jüngeren Bruders und unserer Mutter - zur Herausforderung: kaum vor der Haustüre, wachsen die Eiskristalle an den Augenwimpern und ich fühle mich, als hätte ich Sand in den Augen. Die kalte Luft sticht in der Nase und lässt die Wangen rot glänzen. Über mir streckt sich der endlose und tiefblaue Himmel Kanadas und die Eiskristalle glitzern in der Luft.

Roseville Farms

Doch meist merke ich garnichts von der Kälte des Landes, das Leben im Winter spielt sich hier "drinnen" ab. Vom geheizten Haus ins vorgewärmte Auto, ins überdachte Einkaufszentrum oder in das wärmende Heim von Freunden. Aber auch dass wird sich noch ändern. Immerhin stehen ausgedehnte Ausflüge mit den Schneeschlitten und Eisfischen auf einigen kanadischen Seen am Plan.

Ich freue mich, Weihnachten im Kreis meiner Familie verbringen zu können, auch wenn ich traurig darüber bin, dass ich ein Jahr zu spät gekommen bin. Zu spät, um Papas letztes Weihnachten gemeinsam mit ihm in seiner Wahlheimat erleben zu können. Doch ist es schon erstaunlich zu sehen, wie weit er mit seinen Träumen gekommen ist. Denn es war sein Traum, der in dieser Familie noch heute existiert und der unser Leben geprägt hat. "Träume nicht einfach nur." So lautete seine Devise. "Mach aus deinen Träumen Visionen, die du leben und verwirklichen kannst!" Und genau das hat er auch gemacht, weshalb meine Familie heute in Kanada lebt.

Und so sende ich allen herzliche Weihnachtsgrüße und wünsche einen guten Rutsch ins neue Jahr. Ein Jahr, in dem wir alle weiterhin an unseren Träumen und Visionen festhalten sollten!

Halibut Cove

Spätherbst in Halibut Cove

Ankern

Einer unserer letzten Ankerplätze in diesem Jahr...

Homer Spit

Winterlicher Hintergrund im Hafen von Homer

Stormbird

Wir steigen um... von nun an nehmen wir das Postschiff STORMBIRD, um Einkaufen zu fahren.

Post

In Halibut Cove leben etliche Künstler!

Halibut Cove

Die Comunity von Halibut Cove empfängt uns als Freunde

Halibut Cove

Bei Clem feiern wir Thanksgiving

Halibut Cove

Ende November in Halibut Cove

Halibut Cove

An der Küste der kleinen Insel

Alaska

Langsam kommt der Winter

Winterbeginn in Alaska

... und der Schnee fällt bis ins Tal

Alaska

Fischen

Lachsfischen mit John

Adler

wir werden beobachten!

Halibut Cove

"Unsere" Bucht

Halibut Cove

Aussicht vom Steg in Halibut Cove

Winter in Altona

Winterbesuch in Kanada

Kanada

fröhliche Weihnachten

Fröhliche Weihnachten und viel Spaß im neuen Jahr!

 

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Ein Winter zwischen Alaska und Kanada

 

 

 

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